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Der Weihnachtswunsch

© Katrin Weihnachtsmann


In einigen Wochen ist Weihnachten und wie in jedem Jahr schreiben viele Kinder an den Weihnachtsmann, so auch das kleine Mädchen, welches man Fine nennt. Fine ist ein kleines Mädchen, das nicht älter als 6 Jahre ist und die 1. Klasse besucht. Auch sie beteiligt sich jedes Jahr an dieser Wunschzettelaktion. Sie hat nur einen kleinen Wunsch und einen, den der Weihnachtsmann leider nicht für Geld kaufen kann. Es war letztes Wochenende, als Fine wieder einmal bei ihrer Großmutter war und diese Geschichte über die vielen Engel im Himmel hörte. Seither hegte sie diesen Wunsch. Eine Woche vor Heiligabend war es dann soweit. Abends, kurz vor dem Schlafengehen, versteckte sie wieder ein Papier in ihrem Bettchen unter dem Kopfkissen, zusammen mit einem Bleistift. Als sie abends zu Bett gebracht wurde, hatte sie alle Mühe, ihren Kopf nicht so sehr aufs Kissen zu legen, da sie nicht riskieren wollte, dass ihr Wunschzettel zerknautscht. Als der Vater ihr einen "Gute-Nacht-Kuss" gab, sagte er zu seiner Kleinen: "Fine, denke dran mein Engel, wenn du schön lieb bist und immer das tust, was Vati und Mutti von einem besonders artigen Kind erwarten, dann wird der Weihnachtsmann dir vielleicht dieses Jahr das Geschenk bringen, das du dir von ganzem Herzen wünscht!" Er drückte die Kleine ein letztes Mal und schloss die Tür.
Klein Fine rutschte mit dem Kopf runter aufs Laken und dachte über die Worte des Vaters nach. Da kam ihr die Idee für ihren Wunschzettel. Sie holte sich die Taschenlampe aus der Schrankwand, welche dort für eventuelle Stromausfälle postiert war, mit ins Bett. Zusammen mit der Taschenlampe, ihrem Stück Papier und ihrem Bleistift machte sie sich unter der Decke ans Werk, um ihren Wunschzettel für den Weihnachtsmann fertig zu stellen. In großen Buchstaben schrieb sie oben drauf: "V O N   F I N E"
Darunter malte sie eine Packung Buntstifte und einen Engel mit einem Schwert in der Hand. Da sie nicht wusste, ob der Weihnachtsmann auch ihren Wunsch richtig deuten kann, fing sie an auch noch sich auf dieses Blatt zu malen mit Tränen im Gesicht. Jetzt musste der Weihnachtsmann einfach ihren Wunsch verstehen. Sie war schwach und hilflos, deshalb wünschte sie sich einen ENGEL vom Weihnachtsmann, den ENGEL DES MUTES.
Schließlich hatte ihr die Großmutter erzählt, dass im Himmel bei Petrus ganz viele Engel wohnen. Da gibt es :
den ENGEL DES VERZICHTS
den ENGEL DER LIEBE
den ENGEL DES GLÜCKS
den ENGEL DES MUTES
und viele andere mehr.
Klein Fine wünschte sich von diesen vielen Engeln jedoch nur einen einzigen für das Weihnachtsfest, den ENGEL DES MUTES.
Mit ihm wollte sie es schaffen, endlich Freunde zu finden.
Und ihren zweiten Wunsch "eine Packung Buntstifte" musste der Weihnachtsmann einfach verstehen. Sie malte die Stifte zwar alle mit ihrem Bleistift, so dass alle schwarz waren, aber sie malte alle unterschiedlich stark aus, es sah jetzt wirklich wie eine Buntstiftpackung aus. Als sie ihr Bild fertig hatte, bestaunte sie es noch ein letztes Mal mit ihren riesengroßen Kinderaugen. "Doch, das muss der Weihnachtsmann einfach erkennen, dass das Buntstifte sind, ich sehe es ja auch", sprach sie zu sich selbst. Sie faltete ihr Blatt Papier ganz vorsichtig zu einem kleinen Brief und legte ihn zufrieden beiseite.
Jetzt konnte sie endlich schlafen. "Gleich morgen früh, wenn ich in die Schule gehe, werde ich meinen Wunschzettel an den Weihnachtsmann abschicken, damit er ihn auch noch pünktlich erhält", sprach sie leise zu sich selbst und schlief mit einem Lächeln im Gesicht ein.
Im Traum stellte sie sich schon bildlich vor, was sie alles mit ein paar schöne bunte Stifte malen könnte und wie sie den Engel des Mutes bitten würde, mit ihr zu spielen und ihr in der Schule zu helfen. Denn die Großmutter hatte ihr auch erzählt, dass der Engel des Mutes ihr helfen kann, ihren ganz persönlichen Weg zu finden, so dass sie groß und stark wird und ein schönes Leben führen kann, wenn sie so einen Engel hat. Für Fine stand fest, nur der Engel des Mutes könnte ihr helfen, gerade das zu schaffen, was auch immer sie sich wünschen würde, denn er würde sie nicht im Stich lassen, wie all ihre angeblichen Freunde aus ihrer Klasse.




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Eingereicht am 15. September 2004.
Herzlichen Dank an den Autor.
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