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Wo ist Weihnachten am schönsten

© Katrin Weihnachtsmann


Heute ist der heilige Abend. Alle Dächer haben hohe Schneehauben auf, die in der untergehenden Sonne glitzern. Die Tannenzweige neigen sich unter der Schneelast und die Vöglein sind schon beim Einschlummern. Da kommt jemand durch den Wald. Ob das der Weihnachtsmann ist? Natürlich kommt da der Weihnachtsmann! Es ist ja auch höchste Zeit, denn in den Häusern gehen schon die ersten Lichter an. Wie lustig sieht die Spur aus, die der Weihnachtsmann hinterlässt! Da liegen Äpfel, Nüsse und bunte Lebkuchen im Schnee. Im Gabensack ist nämlich ein Loch. Da kommen schon die Tiere des Waldes und es dauert gar nicht lange bis all die leckeren Sachen aufgefuttert sind. Nur ein paar Hausschuhe liegen noch im Schnee. Die Tiere wissen nichts damit anzufangen.
"Vielleicht weiß der Wichtelmann Rat", sagt Häschen Hops.
"O ja", freut sich das Rehlein, "vielleicht passen sie ihm!"
So gehen die Tiere zum Wichtelmann. Der hat sich gerade ein hübsches Weihnachtsbäumchen ausgesucht und besteckt es nun mit Kerzen. Die Tiere erzählen ihm, dass sie im Wald ein Paar Schuhe gefunden hätten. Sie fragen ihn: "Hast du nicht einen Augenblick Zeit? Vielleicht passen sie dir!"
Weil so hoher Schnee liegt, darf der Wichtelmann auf dem Rehlein reiten. Als sie zu den Schuhen kommen, und der kleine Mann hineinschlüpft, sind diese viel zu groß. Was nun?
"Ich weiß etwas", sagt der Wichtelmann. "Wir bringen die Hausschuhe zu der alten Frau, die in dem kleinen Haus am Waldrand wohnt."
Die Tiere sind von diesem Vorschlag begeistert und machen sich gemeinsam auf den Weg. Es ist ziemlich weit zu dem Häuschen am Waldrand, aber endlich können die Tiere die Hausschuhe auf die Türschwelle legen.
Die alte Frau hat draußen so ein komisches Rascheln und Tapsen gehört. Sie macht die Tür auf um nachzusehen, was da los ist. Wie groß ist ihr Erstaunen, als sie die wunderschönen Hausschuhe entdeckt! Nein, so etwas! Zärtlich streicht sie über den weichen Samt. So schöne Schuhe hat sie noch nie besessen! Die Tiere haben sich hinter den Bäumen und Sträuchern versteckt und sind glücklich über Wichtelmanns guten Einfall. Die Frau geht in ihr Häuschen zurück und probiert die Schuhe an. Die Tiere gucken neugierig durchs Fenster. So eine Freude! Die Schuhe passen ihr wie angegossen.
Glücklich machen sich die Tiere auf den Heimweg. Unterwegs begegnet ihnen der Weihnachtsmann. Sie erzählen ihm von den Schuhen und dass sie sie zu der alten Frau am Waldrand gebracht hätten. Da ist der Weihnachtsmann froh, denn genau dorthin sollten die Schuhe kommen.
"Wenn ihr so tüchtig seid", sagt der Weihnachtsmann müde, "könnt ihr im nächsten Jahr bei der Verteilung der Gaben helfen. Dann werde ich nicht mehr so müde sein, wie ihr mich heute seht."
"Gern!", rufen die Tiere begeistert.
"Auf Wiedersehen im nächsten Jahr!"
Dann rennen alle glücklich zur Wohnung des Wichtelmanns. Aber, was ist das? Sie trauen ihren Augen nicht! Da steht ein wunderschön geschmückter Weihnachtsbaum vor dem Wurzelhäuschen und eine Futterkrippe und ein Vogelhäuschen sind auch dabei.
"Nun muss ich nicht alleine feiern", freut sich der Wichtelmann. Dann stehen alle um den Weihnachtsbaum mit den strahlenden Kerzen und freuen sich wie noch nie. Ach ja, im Walde ist Weihnachten doch am aller schönsten, denkt der Wichtelmann und schaut glücklich auf all seine lieben Freunde. Ganz strahlende Augen haben die Tiere bekommen! Voller Freude singt der Wichtelmann ein schönes Weihnachtslied und alle stimmen ein.
"Oh du fröhliche, oh du fröhliche …"




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Eingereicht am 15. September 2004.
Herzlichen Dank an den Autor.
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