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Der Feuerwehrhund

Eine Weihnachtsgeschichte von Birgit Weck


An einem Sonntag im Dezember, aber nicht an irgendeinem Sonntag, sondern am dritten Advent herrschte bei uns im Haus reger Betrieb.
Mein Frauchen stand in der Küche und backte leckeren Kuchen, der so wunderbar roch, das unser ganzes Haus zum anbeißen war. Mittendrin sprang Paulinchen um Frauchen herum und hatte wieder mal Hunderte Fragen über Gott und die Welt, die Frauchen nie im Leben alle beantworten konnte. Mein Herrchen war damit beschäftigt den Videorekorder zu programmieren damit Frauchen später dazu kommen sollte das schöne vorweihnachtliche Fernsehprogramm zu sehen. Ganz geheimnisvoll aber ging es bei Martin zu, Paulines Bruder, der verpackte all so Sachen in hübsch glänzendes Papier. Dabei hörte er nichtweihnachtliche Musik in nichtweihnachtlicher Lautstärke. Alle die in sein Zimmer wollten fauchte er an draußen zu bleiben und nicht herein zu kommen. Mich wollte er beim besten Willen auch nicht haben, obwohl ich doch nun wirklich nichts verraten hätte. Selbst neben Herrchen auf dem Teppichboden durfte ich nicht liegen und mir meine alltäglichen Streicheleinheiten abholen. Weil es mit der Beschreibung und dem Videorekorder mal wieder nicht harmonierte meckerte er nur: "zisch ab". Nicht mal bei Frauchen war etwas abzustauben, die hatte mit Paulinchen und dem Kuchen alle Hände voll zu tun. Was für ein Hundeleben an so einem dritten Advent dachte ich und verzog mich etwas gekränkt in mein Hundekörbchen in der Diele um das Treiben weiterhin beobachten zu können. Endlich rief uns Frauchen zum Kaffee und Kuchen in die gemütlich warme Küche. Auf dem Küchentisch der wohlriechende frische Kuchen, Plätzchen, Kekse und der so nach Tannenwald duftende Weihnachtskranz mit den großen blauen Kerzen. Dieser Duft nach frischer Tanne war mir nun schon bekannt denn in jedem Jahr stellte Frauchen so einem schönen Adventskranz auf den Tisch. Pauline durfte mit Herrchens Hilfe die dicken blauen Kerzen anzünden. Es wurde erzählt, gelacht und gegessen und auch ich bekam von Frauchen einen zuckersüßen Butterkipfel. Schwanzwedelnd verschwand ich kurz auf meine Hundedecke in der Küche und es folgte noch ein Keks von Martin und Paulinchen. Selbst Herrchen konnte meinem Hundeblick nicht wiederstehen, er musste wohl kurz vergessen haben, dass der Videorekorder noch immer nicht das tat was er wollte. Dann rannten alle wieder sehr beschäftigt aus der Küche, Herrchen wieder zum Videorekorder, Martin zu seinen Geschenken die er immer noch nicht alle verpackt hatte und Frauchen eilte mit Paulinchen ins Kinderzimmer um dort die versprochene Weihnachtsgeschichte vorzulesen. Zu guter Letzt fiel auch noch die Küchentür ins Schloss und wieder wollte mich keiner dabei haben. Nun gut dachte ich, dann werde ich erst mal die leckeren Kekse verdauen und auf meiner kuscheligen Hundedecke ein kleines Nickerchen machen. Wie gesagt so getan, gerade als mir meine Augen zufallen wollten, knisterte etwas auf dem Küchentisch. Erst ein bisschen, dann wurde aus dem Knistern ein Knacken und das Knacken wurde immer lauter. Auf einmal war ich wieder hell wach, meine Nase roch einen ungewöhnliche Geruch. Wo hatte ich den schon mal in meiner Nase? Mir fiel es wieder ein, beim Lagerfeuer auf Paulinchens Geburtstag hatte es auch so gerochen. Herrchen hatte mit den Kindern draußen im Garten ein Lagerfeuer gemacht und Holz verbrannt. Aber hier in der Küche ein Lagerfeuer und wo ist Herrchen und die Kinder? Ich sprang mutig auf einen der Küchenstühle neben unserem großen Holztisch. Das war's, der Weihnachtskranz brannte mitten auf dem Tisch, die Tanne hatte Feuer gefangen, Qualm und Rauch stiegen auf. Das roch gefährlich und sah auch gefährlich aus. Ich flitzte zur Tür aber die war ja zu und ich konnte sie mit meiner Schnauze nicht wie sonst öffnen. Immer heftiger wurde das Knacken auf dem Tisch und ich bekam Angst. Was nun, da hilft nur noch eins, ich bellte so laut ich konnte. Immer und immer wieder und lauter als je zuvor und dann kam endlich mein Herrchen. Sofort nahm er meine Hundedecke und erstickte die Flammen. Nun konnte ich erst sehen wie neblig es schon in der Küche war durch den Rauch und das Feuer. Auch Frauchen, Pauline und Martin kamen angestürzt, weil ich immer noch aus Leibeskräften bellte. Herrchen öffnete das Fenster und ließ den Rauch heraus. Alle lobten mich und streichelten mich. Frauchen nahm mich auf den Arm und sagte: "braver Feuerwehrhund."
Ein paar Tage später bekam ich eine ganz neue, kuschelige Hundedecke denn die alte hatte durch Herrchens Löschaktion dicke Brandlöcher bekommen. Es roch auch noch eine Weile in unsere Küche nach Lagerfeuer. Am tollsten jedoch ist, wenn ich nun belle sind alle in meiner Familie ganz aufmerksam und das finde ich gut so.




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Eingereicht am 03. November 2003.
Herzlichen Dank an die Autorin.
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