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Mein kleiner weißer Traum

Von Andrea Röttgen


Eigentlich wollte ich nie wieder einen Hund haben. Den Tod meines Dackels "Berry" habe ich bis heute nicht überwunden. Er verschwand einfach so aus meinem Leben von einem Tag auf den anderen. Er ist von zu Hause ausgerissen und ich fand ihn am nächsten Tag ertrunken in einem winzigen Wasserloch. Ich werde diesen Anblick nie vergessen. Warum konnte ich meinen besten Freund nicht vor diesem Unheil bewahren? Schon seit ein paar Jahren hatte ich den Wunsch, mir wieder einen Hund anzuschaffen. Aber...es war immer etwas, was dagegen sprach. Die Arbeit, keine Zeit und natürlich das Geld. Also übte ich mich in Geduld und eine für mich unerträglich lange Zeit des Wartens begann. Elf lange Jahre. In den letzten Jahren war das Thema Hund wieder ganz aktuell. Ich fing an mich vor das Internet zu setzen, um mich über Hunderassen zu informieren. Nach dem Motto: "Welcher Hund passt zu mir"? Schnell fand ich heraus, dass für mich nur eine Hunderasse in Frage kommt "Malteser". Habe damals schon viele Züchte angeschrieben, aber ich bekam immer eine sehr verantwortungsvolle Rückantwort "Sie bekommen von mir keinen Hund, wenn sie den ganzen Tag arbeiten." Natürlich hatten sie alle Recht und ich war froh, dass ich Züchter kennen gelernt hatte, die nicht nur das Geld sahen, sondern den Hund. Ich wartete noch einmal zwei Jahre, bis sich meine Lebensumstände änderten, da ich mich selbstständig gemacht habe. Mein Mann sagte eines Abends zu mir den entscheidenden Satz, der plötzlich meinen Traum war werden ließ. "Warum schaffen wir uns nicht jetzt einen Hund an? Jetzt hast Du doch die Zeit Dich um einen Welpen zu kümmern und kannst ihn auch richtig erziehen". Gesagt getan. Schon am nächsten Tag haben wir Züchter angerufen. Aber es war nicht so einfach, wie ich dachte. Ich wollte ja unbedingt ein Mädchen haben und der Züchter sollte nicht so weit weg wohnen, damit man bei Problemen schnell da ist. Nach ein paar Tagen haben wir die Telefonnummer von unserer Züchterin bekommen und natürlich auch sofort angerufen. Sie sagte: " Ja, ein Mädchen ist da, aber sie ist ein Püppchen" Also für einen Malteser zu klein geraten. Egal. Ich wollte sie sehen. Wir fuhren zwei Tage später nach Berlin und als ich dieses kleine weiße Wollknäuel mit den großen schwarzen Kulleraugen sah, war es um mich geschehen. Es war einfach Liebe auf den ersten Blick. Heute ist meine Malteserhündin "Emmely" 1 Jahr und 3 Monate alt. Wir beide sind ein eingespieltes Team und zwischen uns ist nur "Harmonie" (das ist ihr Züchtername). Ich habe meine Entscheidung nie bereut, den mein Lebensmotto ist: "Natürlich kann man ohne Hund leben - es lohnt sich nur nicht" (Heinz Rühmann)


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Eingereicht am 14. Juni 2004.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
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