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Kurzgeschichte Kurzgeschichten

Leben oder ähnliches - Ein Schatten meiner selbst

Eine Kurzgeschichte von Sarah Schuster


-1-
"Das Leben ist, was es ist... denn die Liebe ist das, was sie ist. Und ich werde niemals ohne sie leben können, jetzt da ich weiß, dass es sie gibt..." Er liebt sie nicht. Sie muss ihn vergessen.
-2-
Doch wie soll man etwas vergessen, mit dem man nie abgeschlossen hat? Sie nimmt einen Stift in die Hand und schreibt. Schreibt, was ihr schon so lange auf der Seele brennt... viel zu lange. Und mit jedem Wort, mit jeder Zeile, befreit sie ihren Geist. Sie befreit sich von ihrer Last in einem Brief. Sie muss es tun, denn er liebt sie nicht... und sie muss ihn vergessen, sonst ist sie bloß noch ein Schatten ihrer selbst.
-3-
Der Abschiedsbrief
"Was hat Gott sich dabei gedacht, als er dich zu mir geschickt hat? Als ich dich das erste Mal sah, sagte ich mir sofort: Ich will dich! Allein aus Prinzip, allein weil du es warst. Auch wenn ich dich noch nicht kannte. Ich mache mir nichts vor, jetzt kenne ich dich, trotz all der vergangenen Zeit, immer noch nicht richtig... aber das, was ich von dir gesehen habe, wie ich dich erlebt habe... es treibt mir Tränen in die Augen daran zu denken wie du bist... und wer du sein könntest, wenn du es nur willst. Wer du sein kannst.
Vielleicht ist es ja nur ein Bild in meinem Kopf, aber wenn ich dich anschaue, dann sehe ich Schönheit.
Nicht nur diese äußerlich anziehende Schönheit, sondern eine Schönheit, die man nicht festhalten kann.
In meinen Augen bist du wunderschön, und das fühlt sich gut an... fühlt sich einfach richtig an. Wahre Kunst ist es wohl, Dinge in Wörter zu fassen, die man nicht erklären kann, nicht wahr?
Schönheit, die einem nur Schmerzen zufügt, wenn man versucht sie festzuhalten. Sie muss einen durchfließen... wenn sie dich nicht will, tut sie dir so weh, aber wenn sie bei dir bleibt, macht sie dich so glücklich.
Einen freien Geist kann man eben nicht mit Gewalt halten, nein... so läuft es nun mal nicht.
Denk nicht ich bin ein naiver Idiot mit einer rosa-roten Brille auf, nein ich bin nicht dumm. Glaub mir, ich weiß du bist auch nur ein Mensch... und auch du hast Fehler, sogar nicht zu wenige... doch was soll ich tun, wenn ich das alles akzeptiere? Was tun, wenn ich dich nach wie vor bei mir haben will, egal was kommt? Was soll man denn tun, wenn die Verliebtheit vorbei ist und man beginnt einen Menschen lieben zu lernen? Warum gibt es für so etwas keinen Masterplan?
Ich vermisse dich auf eine Art und Weise, die ich vorher nicht kannte. Nicht auf diese ungeduldige Weise, wenn die Luft anfängt zu brennen und dir die Kehle zuschnürt. Nein, ohne dich geht mein Leben auch weiter... keine Sorge. Aber ohne dich schleicht sich immer das Gefühl ein, dass etwas fehlt. Etwas Grundliegendes, eine Geborgenheit, die du mir geben könntest, wenn du es nur willst. Aber darum geht es mir hier gar nicht. Hier geht es in meinen Gedanken einmal nicht darum, was du denkst oder was du machst... hier geht es darum wie ich mich dabei fühle und was mir bei all dem durch den Kopf geht.
Ganz allein für mich.
Denn das sind alles Dinge, die ich dir nie sagen werde... es sind meine Dinge, und nichts auf dieser Welt bringt mir je meine Dinge um. Mein Leben und mein Schreiben, doch zu einem Ergebnis bin ich nicht gekommen. Kein Wunder, denn die Entscheidung wie es weiter geht liegt bei dir... und letztendlich geht es doch wieder um dich. Nun ja, verschwende keinen Gedanken an mich... mir wird es gut gehen, auch ohne dich. Das hoffe ich zumindest, glauben kann ich es anfangs nur schwer.
Ich werde nicht vergessen, wie es war dich anzusehen... und das sind Dinge, die ich dir nie sagen werde. Dinge, die du nie erfahren wirst... denn dieser Abschied, der ist ganz allein für mich."
-4-
Sie ist jung, sie wird es überleben.
Sie ist jung, doch trotzdem muss sie leiden. Und das Leben wird ihr noch sehr viel mehr Schmerz zufügen, doch eins wird sie noch lernen: Das Leben mag in einem gewissen Maße wie eine Achterbahn sein, es geht rauf und es geht auf jeden Fall auch wieder runter... aber egal was auch kommen mag... es geht immer geradeaus...




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Eingereicht am 12. November 2003.
Herzlichen Dank an die Autorin.
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