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Kurzgeschichte Kurzgeschichten

Die Saat des Bösen

Eine Kurzgeschichte von Jens Staffel


In nicht allzu ferner Zukunft...
Die Nachrichten hatten begonnen: "Guten Abend, meine Damen und Herren. Hier das wichtigste vom Tage.... Heute begann in Nevada der Versuch Biosphäre Alpha. Hierbei werden zwei Frauen sechs Monate völlig von der Außenwelt isoliert leben. Sie werden sich nur von dem ernähren, was auf der Station wächst. Ihre wichtigste Arbeit ist dabei die Untersuchung des Wachstums eines Keimes, den man auf dem Mars entdeckt hat. Vor wenigen Minuten verabschiedete Senator Benson, der das Projekt übrigens komplett privat finanziert, die beiden Frauen und aktivierte persönlich das Zeitschloss, mit dem die Beiden für genau sechs Monate von der Außenwelt abgeschnitten sein werden."
In der Biosphäre Alpha begann bald die tägliche Routine. Roque und Mona waren die meiste Zeit damit beschäftigt, zu ernten und die Ergebnisse auszuwerten. Schon nach wenigen Wochen hatte sich der Keim auf dem Marsgestein erheblich vergrößert. Er war jetzt schon gut und gerne einen Meter hoch. Die Befehle vom Hauptquartier lauteten, das Wachstum der Pflanze weiter zu beobachten und gegebenenfalls Meldung zu erstatten.
Wochen vergingen ohne besondere Vorkommnisse...
Eines Abends. Roque machte ihren allabendlichen Kontrollgang. Nachdem sie das erste Treibhaus kontrolliert hatte, ging sie zur Marspflanze. Doch sie war verschwunden! Nur der riesige Topf, in dem sie sonst steckte war noch an Ort und Stelle. Roque rannte sofort Richtung Kontrollraum um Bericht zu erstatten. Plötzlich gingen die Lichter aus. Doch zum Glück hatte Roque eine Taschenlampe bei sich. Sie knipste sie an und ging weiter. Sie bekam große Angst, aber sie bekämpfte diese, indem sie sich einredete, dass Mona einen Spass mit ihr trieb, was ja genau Monas Charakter entsprechen würde. Doch Mona würde sie nie wieder hereinlegen können... Der Lichtstrahl von Roques Taschenlampe glitt über den grausam verstümmelten Körper ihrer Freundin. Roque übergab sich. Jetzt wollte sie nur noch hier raus. Doch der Alptraum war Wirklichkeit geworden. Die Marspflanze stand ihr gegenüber und grinste sie aus einer Körperöffnung, die man durchaus als Maul bezeichnen konnte, an. Dabei wanderten die stechenden, kleinen Raubtieraugen der Bestie über ihren Körper. Roque rannte. Sie musste es bis zum Kontrollzentrum schaffen, um die anderen zu warnen. Mittlerweile waren die Lichter, warum auch immer, wieder angegangen. Ihre Blicke schweiften nach rechts, in das vierte Biotop. Dort waren mindestens 50 dieser widerwärtigen Kreaturen, und alle schauten zu ihr herüber... Ihr wurde wieder schlecht. Doch sie lief weiter. Mit ihren Kräften am Ende erreichte sie den Kontrollraum. Das Hauptquartier meldete sich sofort. Roque beschrieb ihre Lage und erzählte auch, dass ihre Situation ausweglos sei. Daraufhin befahl Senator Benson, der mittlerweile auch in der Leitung war, die komplette Zerstörung der Anlage. Grausame Schreie kündigten das Ende von Roque an. Kurz darauf war das Bild weg.
Die Bomber starteten... In den Köpfen der Piloten hallte die Stimme des Senators wider: "Biosphäre Alpha ist vollständig zu zerstören. Die Besatzung ist tot. Dafür wimmelt es dort von Monstern."
Die Piloten leisteten gute Arbeit. Von der Forschungsstation blieben nur rauchende Trümmer. Doch der Angriff kam zu spät...
Denn die Saat des Bösen, die vor Jahrtausenden den Mars in eine leblose Wüste verwandelte, ist auf die Erde gekommen...




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Eingereicht am 15. August 2003.
Herzlichen Dank an den Autor.
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