Kurzgeschichten       Kurzgeschichten - Erzählungen - Short Stories

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Dez
01
Die dumme Geschichte
© sugarray

für Kurt

I. Der Anfang vom Ende

"Da läuft er!"

Kurt drehte sich einmal um die eigene Achse und sprintete los.

Mich ließ er stehen. Gemeinsam mit Tonia, die ich bald schon seit zehn Jahren kannte und mit der ich seit mindestens neun Jahren gerne eine Nummer geschoben hätte.

Dass es dann vergangene Nacht - mehr oder weniger zufällig - endlich auch so kam, und dass es nicht die erwartete Erfüllung, sondern vielmehr jede Menge Ärger mit sich brachte, ist nur eine Konsequenz dieser selten dummen Geschichte, hat aber ansonsten nichts mit ihr zu tun. Und damit eines gleich zu Anfang klar ist: Ich wasche meine Hände weitestgehend in Unschuld ...

Tonia und ich standen also in der Einfahrt zu meinem Haus und hörten, dass hinter der Hecke zu ihrem Garten eine heftige Auseinandersetzung im Gange war:

"Bleib stehen! ... Du Hund! ... Ich bring dich um! ..."

Kurt war brutal, streitsüchtig und hasserfüllt. Früher hätte ich niemals gedacht, dass es so weit mit ihm hätte kommen können, aber über die letzten Jahre war er immer mehr zu einem - ich muss es in dieser Deutlichkeit sagen - unversöhnlichen Arschloch geworden.

Fritz hingegen war ein Lebemann. Ich persönlich hatte kein Problem mit dem, was er gemacht haben sollte, und eigentlich hätte man schon der Fairness halber eingreifen müssen. Andererseits war ich der Ansicht, dass er sich diese Suppe selbst eingebrockt hatte und jetzt auch selbst zusehen musste, wie er halbwegs schadlos aus der Nummer wieder rauskam. Kurt würde ihn schon nicht gleich umbringen. Denn eigentlich war Kurt kein Unmensch. Erst seit er mit Tonia verheiratet war, hatte sich alles langsam immer mehr zum Negativen hin verändert; und, zugegeben, rückblickend fühle ich mich zumindest mitverantwortlich: Wenn ich nur nicht immer so scharf auf seine Alte gewesen wäre!

Vor ein paar Jahren war es dann so weit gekommen, dass ich nicht mehr zu Kurts Grillfesten eingeladen wurde. - Und warum? Weil Tonia grundsätzlich zu kurze Röcke trägt und ich ihr ständig auf die Beine, den Arsch oder die Titten schaue. So die damals offizielle Begründung.

Nicht, dass hier ein falscher Eindruck entsteht: Ich würde Kurt niemals die Frau ausspannen! Nein! Ich bin auch definitv nicht krank, ich bin der normalste Mensch der Welt, es ist nur ein saudummer Zufall, dass sich mein ehemals bester Freund gerade mit dieser Frau verheirateten musste.

Ich kann mich noch vage an den Tag erinnern: Damals wohnte die alte Clique noch hier, wir hatten extra ein Transparent gebastelt, "Willkommen Tonia!", und waren alle fürchterlich gespannt. Kurt schien so glücklich wie nie wieder, öffnete galant die Beifahrertür, und Rainer, der bis zu diesem Moment immer die schönsten Mädchen gehabt hatte, witzelte noch: "Ein kleiner Schritt für Tonia, ein großer Schritt für unsere Straße." - Er konnte damals nicht wissen, wie recht er damit hatte.

Da war sie also! Tonia kam, sah sich um, küsste uns und fiel uns allen um den Hals. Genau genommen war spätestens das der Anfang vom Ende. Von nun an überschlugen sich die Ereignisse, nahmen die Dinge unaufhaltsam ihren Lauf ...

Nun bin ich ein harmoniesüchtiger Mensch, man wird ja auch älter, und im Laufe der Jahre kam mir die Einsicht, dass Kurts Probleme größtenteils schon nachvollziehbar waren. Natürlich war er ein Spielverderber, immer schon gewesen, aber einerseits war dieses Prachtexemplar nun mal seine Frau, er hatte sie gefunden, und andererseits hatte ich mich in unserer gemeinsamen Teenager- Zeit gelegentlich auch um seine Freundinnen bemüht. Eigentlich kein großes Ding, aber ich konnte mich erinnern, dass Kurt schon damals ziemlich sauer auf mich war, und vermutlich hatte das ein Eifersuchtstrauma bei ihm hinterlassen.

Also wollte ich mir nichts nachsagen lassen und habe sehr ernsthaft versucht, das Problem bei der Wurzel zu packen. Es ist sicher auch schon fünf Jahre her, als ich Tonia deswegen zur Seite genommen hatte, um ihr die Sachlage zu erklären: Aber meine Bitte, vielleicht auch mal öfter eine Jeans anzuziehen, als ständig diese scharfen Fummel, hat die dumme Nuss natürlich vollkommen falsch verstanden und gleich Kurt davon erzählt, und der blöde cholerische Bauarbeiter konnte das natürlich überhaupt nicht einordnen. Zu guter Letzt bin ich, des lieben Friedens Willen, für einige Monate sogar überhaupt nicht mehr aus dem Haus gegangen! Aber das konnte es natürlich auch nicht sein. Schließlich bin ich ja nicht krank oder so.

Und weil ich - entgegen Kurts Meinung - eben nicht sexsüchtig oder pervers, sondern vollkommen normal bin, hat es Kurt auch nie geschafft, mich in der Nachbarschaft in Misskredit zu bringen. Ich bin stolz, von mir behaupten zu dürfen, nach wie vor zu den Grillfesten der anderen Nachbarn eingeladen zu werden. Grillfeste, zu denen Tonia bis vor kurzem manchmal auch Kurt mitschleppte, der dann immer schon von Anfang an stocksauer war, und nach dem vierten oder fünften Bier war es dann wieder so weit: Tonia beugt sich nach vorne, um eine Gurke oder was weiß ich zu holen, ich beuge mich wie automatisch dorthin, wo ich den besten Blick habe, Kurt merkt das natürlich sofort, flippt aus und ist kurz vorm Durchdrehen. Echt schlimm!

Dabei liebe ich diese Frau ja nicht einmal. Gott bewahre! Ich finde sie nicht im Mindestmaß intelligent, oder unter anderen als ihren körperlichen Aspekten interessant. Tonia hat nichts als Flausen im Kopf, und eigentlich passte sie ganz gut zu Kurt. Genau genommen war sie für ihn sogar die ideale Frau: schön, willig und saudumm.

Und jetzt habe ich sie an der Backe! Vielleicht ist das "die gerechte Strafe" oder etwas in dieser Richtung. Vermutlich werde ich damit leben lernen müssen. Ich glaube an Zusammenhänge, und wenn ich es recht bedenke, hätte ich den beiden zu Liebe einfach fort ziehen sollen. Dann hätten sich die Dinge anders entwickelt. Aber weg ziehen? Aus meinem eigenen Haus? Das ginge dann wohl doch zu weit.

Die Schlägerei war immer noch in vollem Gange, und streckenweise schien es ziemlich ernst.

"Du vergehst dich nicht noch einmal an meinem Baby! ... Ich bring dich um ... Verreck!"

Kurt hatte sich scheinbar mit einem Stock oder einer Keule, vielleicht war es auch ein Rechen, bewaffnet und es hörte sich so an, als würde er versuchen, auf Fritz einzuschlagen, ihn aber immer wieder verfehlen.

Dass Kurt so weit gehen würde, hätte ich nicht gedacht. Diesmal war er wirklich vollkommen außer sich!

"Er wird ihm doch hoffentlich nichts tun!", sagte ich und war einen Moment lang auf dem Sprung, um auf der anderen Seite der Hecke nach dem Rechten zu sehen. Aber Tonia war sich sicher, dass Kurt Fritz nicht erwischen würde.

Und da mich Kurt seit vielen Jahren nur sehr selten und nie freiwillig auch nur für einen Moment mit Tonia allein gelassen hatte, und da ich ein Genussmensch bin und schon seit längerem halbnackte Frauen nur aus dem Fernsehen kenne, sah ich nicht nach dem Rechten, blieb auf unserer Seite der Hecke stehen und hoffte, dass Tonia in ihrem Bikini recht hatte und Fritz ungeschoren davon kam. Ich meine, sie war ja nicht schwachsinnig. Das hatte sie schon richtig erkannt: Es war ziemlich unwahrscheinlich, dass Kurt Fritz erwischte.

"Wenn er fertig ist,", sagte sie, "dann kann man wieder mit ihm reden."

"Na, ich weiß ja nicht ..."

"Lass ihn nur ... da passiert nichts. In zwei, drei Minuten ist er fertig, und dann kommt die Sportschau. Die hat er noch nie verpasst. Und später mach ich ihm sein Abendbrot, und bald schläft er wie ein Engel! Du wirst sehen. - Das tut ihm jetzt mal ganz gut."

Tonia sieht aus wie Lara Croft.

"Habe ich dir eigentlich schon mal gesagt, dass du Lara Croft sehr ähnlich siehst? Ich meine jetzt nicht nur rein äußerlich, aber irgendwie so von der Art her; wie du dich gibst, wie du dich bewegst!"

Zugegeben, ich habe es so programmiert, dass Lara bei mir in der Playstation "Tonia" heißt, aber noch einmal: Ich bin nicht krank oder pervers.

Jedenfalls war ich es nicht bis heute Nacht. - Von dem was die Zukunft bringt, muss man sich überraschen lassen. Momentan halte ich alles für möglich.

II. Die Geschichte mit der Sportschau

Nach zwei oder drei Minuten hörte es sich tatsächlich so an, als hätten Kurts Kräfte nachgelassen. Er war unüberhörbar angeschlagen und schnaufte schwer. Fritz' Gefahr schien also fürs Erste gebannt.

"Einmal hat er sie verpasst!"

"Was?", fragte Tonia.

"Die Sportschau!"

"Ja!", rief sie, "das war vielleicht krass ... Aber du warst ja auch nicht gerade unschuldig daran!"

"Moment mal ..."

Die Geschichte mit der Sportschau ist auch schon ein paar Jährchen her:

Damals hatte sich die alte Clique selbst zum Bundesliga- Saisonfinale eingeladen, und da wir uns früher auch immer bei Kurt getroffen hatten (er hatte mit 18 Jahren beide Eltern bei einem Autounfall verloren und wohnte dann allein, bis Tonia kam), stieg die Party ganz automatisch bei ihm.

Und weil die alten Kumpels es nicht verstanden hätten, wenn ich alleine bei mir geblieben wäre, hatte er am Nachmittag, kurz bevor die ganzen Köpfe kamen, Tonia zu mir herüber geschickt und mir gönnerhaft übermitteln lassen, dass ich kommen dürfe. Ich würde ja ganz genau wissen, was ich zu lassen hatte, um zu verhindern "eine aufs Maul zu bekommen". So der sinngemäße Wortlaut.

Ich kann mich erinnern, dass Tonia, als sie mir das ausrichtete, ein über den Brüsten zusammengeknotetes Batiktuch trug, auf meinen Herd saß, an einem Lolli lutschte und von mir wissen wollte, was ich "genau wüsste" und warum mir Kurt "eine aufs Maul geben" wollte. - Für einen Moment schien es so, als ob sie vermutete, etwas damit zu tun zu haben.

Obwohl ich diese Botschaft rüde und nicht besonders fair fand, und obwohl ich wusste, dass Faktoren wie "Bundesliga- Saisonfinale" und "die alten Kumpels", gemeinsam mit Tonia und jeder Menge Alkohol ein absolutes Chaos zur Folge haben konnten, ja mussten, rang ich mich dazu durch, auf die Party zu gehen. Mit dem edlen Vorsatz, eine Katastrophe zu verhindern. Ich wollte in der Nähe von Kurt bleiben und ihm im richtigen Moment erklären, dass er Tonia unbedingt irgendwie aus dem Haus bringen musste: vielleicht ins Kino, oder zu den Nachbarn, oder notfalls ins Frauenhaus, jedenfalls musste sie da weg ...

Und es ging eigentlich ganz gut los. Ich hatte - um der alten Zeiten Willen - ein Sixpack und meine Playstation II mitgenommen und mich sicherheitshalber sofort mit Freddy und Ben in Kurts Partykeller verzogen. Freddy und Ben wussten auch, dass der Tag in einer Katastrophe enden würde. Wir haben dann ein paar Stunden Tomb Raider gespielt, aber irgendwann kam die Party dann doch noch richtig in Fahrt:

Als wir aus dem Keller zurück kamen, war Kurt scheinbar schon vollkommen dicht im Schlafzimmer verschwunden. Micky legte auf, unsere Hits von damals, und irgendwie gab es kein Ende. Wie früher! Selbst um neun Uhr morgens war noch einiges geboten: Tonia erklärte jedem der Reihe nach, das sie es liebe, zu tanzen, einfach nur zu tanzen, was wir allerdings schon wussten. Sie war ganz schön in Fahrt.

Irgendwann liefen dann nur noch Schieber. Es schien, als ob meine Befürchtungen vollkommen falsch gewesen waren: Tonia hatte die Party erst so richtig in Schwung gebracht. So kann man sich täuschen! Es war eine geile Party ...

Wir holten noch einen Kasten Bier bei mir aus dem Keller und später noch einmal einen bei Freddy. Marc bewarf vom Balkon aus vorbeifahrende Autos mit halb aufgetauten Spinatstückchen, und irgendwann kam die Polizei, was ein großes Hallo gab, weil die diensthabenden Polizisten auch zum Jahrgang gehörten. Chris Schröder lieh Tonia sogar seine Dienstmütze, und fast wäre es noch schlimmer gekommen ...

So ging das eine Zeit, und als Kurt kurz vor der Sportschau ziemlich schlecht gelaunt aufwachte - ich habe ihn eher torkelnd in Erinnerung - hatten wir ihn schon völlig vergessen; und, wieder so ein dummer Zufall, Tonia saß irgendwie halb auf mir drauf. - Sagen die Einen ...

Ehrlich gesagt, kann ich mich nicht mehr genau an die Situation erinnern, aber die anderen hatten mir am nächsten Tag erzählt, dass Kurt total ausgeflippt sein soll, als er uns so sitzen sah. Und eines muss man Kurt lassen: Geschlagen hat er mich noch nie. Manche sagen zwar, dass ihm das mal gut täte, aber die haben keine Ahnung, was hier in der Straße wirklich los war, und ich muss ihm einfach zu Gute halten, dass er trotz all seines Hasses mir gegenüber immer so ne Hemmschwelle zu haben schien. Vermutlich der alten Zeiten wegen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Kurt war damals so sauer, dass er seinen eigenen Fernseher auf den Küchenboden donnerte, mit zu mir wollte er nicht, und so kam es, dass Kurt damals die Sportschau verpasst hatte. Was bei ihm durchaus ein Trauma hinterlassen haben könnte. Es war nämlich der Tag, an dem Bayern in letzter Minute durch den indirekten Freistoß von Patrick Andersson deutscher Meister geworden war.

Was für ein Tag! Was für ein Spiel! Wir haben noch 20 Stunden gefeiert, bis wirklich der Letzte total fertig im Bett war. Tonia war auch dabei. Tonia kann saufen, was die Leber hergibt.

Das war die Geschichte mit der Sportschau.

Und in diesem Moment, als Kurt Fritz offensichtlich doch noch in die Enge getrieben hatte und ich kurz davor war, einzugreifen, behauptete Tonia allen Ernstes, dass ich "nicht ganz unschuldig daran wäre, dass Kurt damals die Sportschau verpasst hatte."

Unglaublich! An was soll ich denn noch alles schuld sein:

"Moment mal ... ich hab dir das schon einmal erklärt! Das war damals ein unglücklicher Zufall! Ich weiß, Kurt wird mir das ewig vorwerfen, aber schuld im eigentlichen Wortsinne bin ich mit Sicherheit nicht ... Schon allein, weil ich zu besoffen war. Außerdem war das eine Lappalie! Es kommt unter Nachbarn vor, dass man sich auf einer feuchtfröhlichen Party mal etwas "näher kommt" ... im räumlichen Sinne zu verstehen."

"Naja, du hast schon ganz schön an mir rumgefummelt!"

"Was hab ich?! Niemals! Ich hab dir höchstens unauffällig ... na du weißt schon. Das gebe ich zu; der Rest wurde im Laufe der Zeit dazu erfunden."

Obwohl ich mich nicht mehr daran erinnern kann, träume ich noch heute gelegentlich von dem, was im Laufe der Zeit dazu erfunden wurde.

"Du hast genau gesehen, wie betrunken ich war, hast mir unter dem Rock rum gemacht und mich zweimal gefragt, ob ich dir ... Und dass Kurt das nicht ok findet, kannst du dir ja wohl vorstellen, oder?"

"Du hast ihm das so erzählt?! Dass hast du nicht getan. Tonia!"

Sie schwieg.

"Mein Gott, Tonia, der arme Mann, bist du noch zu retten? Es ist ja ein Wunder, dass ich noch lebe, und außerdem stimmt das gar nicht. So etwas ist nicht mein Stil! Die anderen saßen doch auch am Tisch ... Micky, Freddy ... und sie haben mir übrigens bestätigt, dass das alles nicht so schlimm war, und dass ich das nicht gesagt habe! Basta! Ich lass' mir von dir doch kein schlechtes Gewissen einreden!"

"Du hast es mir erzählt, während du an meinem Ohr geknabbert hast!"

"Was hab ich dir erzählt?!"

"Du hast mir erzählt, dass du dir nichts mehr wünscht, als dass ich dir im Partykeller ... na, du weißt schon."

III. Kurt

Völlig abgekämpft kam Kurt um die Ecke. Er hatte ihn tatsächlich erwischt! Fritz war bis auf äußerste gereizt und schlug wild um sich. Er war offensichtlich bereit, Kurt zu verletzen. Doch Kurt hatte ihn fest am Kragen. Er war stärker und wild entschlossen, ihn nicht mehr entkommen zu lassen. Aber nur für einen Moment: Mit einer geschickten Körpertäuschung gelang es Fritz, sich aus dem Griff zu lösen und dann war er auch schon sagenhaft schnell wieder in sicherer Entfernung auf der Straße.

Kurt wollte hinterher, drehte sich um, übersah meinen Rasenmäher, rannte los, diesmal geradeaus in meinen Rasenmäher, flog darüber und landete mit dem Gesicht auf der Betonkante meines Salatbeets. Einen Momentlang dachte ich noch, ‚was für ein Glück', denn genau in dem Augenblick, als er die Straße erreicht hätte, war ein Auto mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit durch die 30er- Zone gerast. - Scheiß Raser.

Eines muss man Kurt lassen: Er war hart im Nehmen! Erst schien es so, als ob er den fürchterlichen Frontalaufschlag an meinem Salatbeet schadlos überstanden hatte, denn reflexartig, so wie ein Huhn, das weiter läuft obwohl man ihm den Kopf abgeschlagen hat, war er sofort wieder auf den Beinen. Er orientierte sich in Richtung Fritz, der geschockt im Vorgarten der Grassmanns stand, für den Fall, dass sich Kurt noch einmal aufrappeln würde, aber bereit war, sofort wieder die Flucht zu ergreifen. Kurt hatte einfach keine Chance! Fritz war viel zu fix für ihn. Hätte Kurt das früher erkannt, wäre es nicht so weit gekommen.

Kurt wankte, erblickte Fritz und wollte gerade wieder auf ihn losrennen, als er sich an den Mund griff. - Mann, sah das Scheiße aus: Er spuckte so ungefähr fünf Zähne auf meine Einfahrt, die liegen vermutlich immer noch dort. Es hatte ihn ziemlich übel erwischt.

Ich schrie: "Kurt!" - So weit hätte es nicht kommen dürfen!

Tonia schrie: "Yessas".

Ich habe vergessen zu erklären, dass sich Kurt und Tonia in Österreich bei einer Aprés Ski Party kennen und lieben gelernt hatten. Tonia kommt eigentlich aus der Steiermark, und - Kurt hörte das nicht so gerne - genau genommen hat er sie sprichwörtlich "vom Hof geholt". Das aber nur am Rande und der Komplettheit halber. Ich möchte nichts Böses gesagt haben.

IV. Das nächste Kapitel

Das nächste Kapitel ist schnell erzählt: Wegen seines ruinierten Gebisses konnte Kurt nun nicht mehr schreien, und seine Schläge gingen vollkommen ins Leere. Jedenfalls war er nach wenigen Minuten in Ohnmacht gefallen. Zuvor fluchte er noch ziemlich stark und gurgelte etwas von "er würde mich umbringen".

Als sie Kurt einluden, heulte Tonia was das Zeug hielt, und man muss ihr zu Gute halten, dass sie ihr Möglichstes gab, um ihrem Ehemann in einer seiner schwersten Stunden zur Seite zu stehen. Aber wer Tonia kennt, der weiß auch, dass sie kein Blut sehen kann, und deshalb musste sie Kurt aus Gründen einer Paranoia leider fernbleiben, als der, immer wieder ihren Namen wimmernd, ohne seine Schneidezähne auf die Bare geschnallt wurde. Der Sanitäter fragte noch, wer denn diese Tonja sei, und wo man sie finden könnte, aber Tonia deutete mir mit einem angewiederten Blick mehr als deutlich an, dass es ihr schlichtweg unmöglich war, ihren Mann in die Klinik zu begleiten.

Er fuhr dann auch allein ins Krankenhaus. Auch ich hielt mich für die falsche Person, um mit ihm zu fahren, und ansonsten gab es niemanden.

V. Die lieben Nachbarn

Der Krankenwagen hatte die Nachbarschaft aufmerksam gemacht.

Gerhard Grassmann von gegenüber gesellte sich zu uns und nahm die weinende Tonia in den Arm, was mir sauer aufstieß.

"Das musste ja so kommen," sagte er, "Irgendwie war das klar."

"Hör mal!", sagte ich ... "immerhin ist Kurt unser Freund!"

"Der war doch schon lange nicht mehr dicht! Hoffentlich sperren sie ihn in die Klapse und lassen ihn nicht mehr raus."

Tonia bekam den Anflug eines hysterischen Anfalls, schob den fiesen Grassmann zur Seite, schluchzte erbärmlich, und ich hätte sie ja gerne in den Arm genommen, eine magische Kraft von jenseits der Gürtellinie zog mich sogar in ihre Richtung, aber ich konnte wiederstehen, und es wäre auch ein Frevel gewesen: fünf Minuten, nachdem mein bester Freund mit dem Sanka abtransportiert worden war! So etwas ist nicht mein Stil. Vielleicht Grassmanns Stil:

"Ich bleibe dabei: ich bin froh, dass er weg ist! Sieh es doch von der positiven Seite; Tonia, hör doch auf zu weinen ..."

So viel ich weiß, ist Grassmann übrigens der Einzige, der schon einmal Schläge von Kurt bekommen hat. Es ist ein unausgesprochenes Geheimnis, dass an der Geschichte etwas dran ist, er hätte Tonia damals nach dem Straßenfest in Kurts eigenem Partykeller vernascht. Besser gesagt ist es - jetzt da Kurt weg ist - eigentlich gar kein Geheimnis mehr. Schließlich hatte die dumme Tonia das ja überall rumerzählt, und als sich Kurts Eifersucht dann unvermittelt von mir auf die ganze Welt ausweitete, muss es in seinem Sexleben zu einer kleinen Krise gekommen sein.

Jedenfalls habe ich Tonia eine Zeitlang - immer so gegen 14 Uhr, wenn Kurt sicher aus dem Haus war - zu diesem verfilzten Studenten in der 24 gehen sehen. Wenn sie zwei oder drei Stunden später wieder den gleichen Weg zurück nahm, ging sie meistens barfuß und hatte ihre Sandaletten in der Hand. Eines Tages hatte sie ihre Sandaletten dann wohl vergessen, und Kurt war irgendwie dahinter gekommen, was seinen Zustand eher noch verschlechterte ...

Und - man glaubt es kaum - seine Abwesenheit hatte sich offensichtlich schon herumgesprochen: Selbst der verfilzte Student traute sich plötzlich wieder aus seinem Loch. Da stand in der wild diskutierenden Gruppe auf der anderen Straßenseite und starrte ganz unverschämt und sehnsüchtig herüber. Es wird sogar erzählt, er hätte Tonia damals einen Heiratsantrag gemacht. - So jung, und schon so blöd!

Und Herr Müller stand auch dabei. Jaja, man hört da ja so einiges.

VI. Tonia

Was man bei der ganzen Geschichte nicht vergessen sollte zu erwähnen: Tonias Tränen waren keine echten Tränen. Und es gab natürlich einen besseren Grund als ihre Blutphobie (wenn ihr danach ist, hat sie vor allem und jedem eine Phobie), warum sie nicht mit ihrem Mann ins Krankenhaus gefahren war: Ihr war er genauso auf die Nerven gegangen wie mir und allen anderen in der Straße, die seine Rumschreiereien mitbekommen mussten. Aber Tonia entstammt einem erzkonservativen Elternhaus, und ihre Erziehung verbot es ihr, sich auch öffentlich von ihrem Mann zu distanzieren. Deswegen war sie bis (fast) zum Ende bei ihm geblieben, und deswegen steigerte sie sich nun auch immer mehr in Panik und Trauer. Nicht echt, nur aufgesetzt, versteht sich. Auch sie war insgeheim froh wie alle anderen Arschlöcher. Aber sie selbst glaubte, dass es echt war.

Nun gut, die Situation war nun jene, dass sich Herr Siska, Tonias alleinstehender, 55- jähriger direkter Nachbar von der anderen Seite, aufmachte, ihr ganz rührig zur Seite zu stehen. Herrn Siskas Frau war vor vier Jahren gestorben, und seitdem er vor zwei Jahren von der Bundeswehr im Range eines Oberfeldwebels in den Ruhestand befördert worden war, war er nicht mehr aus dem Haus gegangen.

Vermutlich depressiv, der Mann; man musste sich deswegen aber keine Sorgen machen, weil Tonia (die ja sonst nichts zu tun hatte) damals ihre soziale Ader entdeckt zu haben schien und Herrn Siska in der Folgezeit fast täglich besuchte. Angeblich um ihm beim Tee Gesellschaft zu leisten. Einmal hatte sie sogar eine Flasche Sekt dabei, und ich schwöre: zu dieser Zeit hatte sie fast überhaupt nichts mehr an.

Seltsam vertraut schlang er seinen starken Arm um ihre zarte Taille und meinte militärisch korrekt:

"Komm, Kleines, jetzt gehen wir erst einmal zu mir und trinken einen Beruhigungstee!"

Was Grassmann irgendwie komisch vorkam:

"Komm, Kleines?! Das ist wohl nicht ihr Ernst! Sie pädophiler, militanter alter Sack nehmen gefälligst ihre dreckigen Pfoten von der Dame!"

Tonia war jetzt vollkommen in roll (wie man in Hollywood zu sagen pflegt) und hatte sich für einen Moment schon dem väterlichen Siska zugewandt. Aber Grassmann hatte genauso kapiert, dass derjenige, der jetzt nachlassen würde, ohne sie nach Hause gehen würde, und dass derjenige, der jetzt dranbleiben würde, vermutlich eine ganze Zeit lang mit ihr pimpern durfte.

Grassmann packte sie also am anderen Arm und versuchte sich - im Beisein seiner eigenen Frau! - als Ritter zu gebärden:

"Magda, wir kümmern uns um Tonia!" schrie er auf die andere Straßenseite.

Magda, eine streng evangelische Frau, reagierte nicht darauf und sagte anstandshalber lieber gar nichts. Immerhin wusste jeder, der hier ein bisschen Durchblick hat, - und jetzt wird es kompliziert - dass Grassmann nicht wusste, dass Magda über seine gelegentlichen spätabendlichen Besuche bei Tonia Bescheid wusste.

Sie hatte schlichtweg gelernt, damit umzugehen, und die Methode, wie sie gelernt hatte, damit umzugehen, ist ein Geniestreich in angewandter psychologischer Kriegsführung:

Schon sehr früh, als hier noch alles mit rechten Dingen zuging, hatte Tonia unter den Frauen der Nachbarschaft den Ruf eines Flittchens. Ein schlechter Ruf, der sich Anfangs ausschließlich aus ihrer bevorzugt sehr leichten Kleidung nährte. Nichts weiter als der übliche Figurneid unter Frauen. Als Tonia damals bei der Helloween- Grillfeier aber dieses sensationelle Outfit trug, hatte sie übertrieben.

Die Geschichte mit der Kürbisunterhose - ich war nicht eingeladen! - wurde zu einem "running gag" und danach ist es erst so richtig schlimm geworden: Tonia kämpfte mit offenem Visier gegen die Frauen der Nachbarschaft, und für die Frauen der Nachbarschaft galt Tonia wohl als so eine Art Edelnutte. Besser zu einer Nutte, als zu einer Geliebten, dachten sie sich wohl.

Aber wir müssen bei der Wahrheit bleiben: Genau weiß ich nicht Bescheid. Sicher weiß man es nur von Grassmann. Das ist aber kein Geheimnis. Auch von der Sache mit dem Studenten weiß ich sicher, die Kohle hatte sie meiner Meinung nach aber von Siska! Diese Klamotten waren nicht vom Gehalt eines Bauarbeiters zu bezahlen. Ich meine, Tonia könnte das Geld auch gespart oder geerbt haben, aber ich schätze, sie hat es von Siska, und in meinen kühnsten Träumen denke ich manchmal darüber nach, was die beiden da drüben bei ihrem Nachmittagstee wohl alles so getrieben haben. - Aber das ist Fiktion, und wir wollten bei der Wahrheit bleiben.

Da standen sie also, die Geier, die es nur auf die arme Frau abgesehen hatten! Der Pöbel! Jeder einzelne von ihnen ein Sargnagel und ständig zu jeder Schandtat bereit. - Ich konnte sie alle nicht mehr sehen und beendete mit einigen autoritären Worten den Auflauf.

Tonia hat mich heute Nacht daran erinnert, wie ich das rüber gebracht hatte: "Liebe Leute ... verschwindet von der Straße ... hier gibt es nichts mehr zu sehen!" - Sie fand das unglaublich cool, und ich muss sagen, da hat sie recht! Niemals hätte ich gedacht, dass ich so etwas könnte.

Ohne Hintergedanken schob ich Tonia - quasi um sie zu retten - durch die Hintertür meines Hauses in die Küche. Dann dauerte es noch geschlagene 15 Minuten, bis ich den aufgedrehten Studenten von der Tür vertrieben hatte. Er wollte sie, glaube ich, befreien, aber Tonia hat ihn nicht erhört und am Ende habe ich ihm zwei Spiele für die Playstation in die Hand gedrückt, und es war gut. - Ich glaube, der langhaarige Student sucht hier Anschluss, und ich glaube, er möchte mein Freund sein.

Ich ging zu Tonia in die Küche. Da saß sie in all ihrer Schönheit, noch schöner als sonst, die langen Beine übereinander geschlagen, auf meiner Couch. Mir war, als würde ich "endlich" denken, und als ob das nicht schon an Glück reichen würde: Fritz hatte die Geschichte scheinbar auch schadlos überstanden. Er saß auf ihrem Schoß, schnurrte und ließ sich streicheln, was für Tonias Charakter sprach: Katzen erkennen gute Menschen sofort; vielleicht erkennen Katzen aber auch nur gute Katzen.

Ich mag Katzen. Ich kaufe sie nicht, ich hole sie nicht vom Bauernhof oder aus dem Tierheim, denn ich bin der Ansicht, dass Katzen das Haus in dem sie sich wohl fühlen, selbst finden müssen. Sie kommen und gehen. Bei mir ist das zumindest so ...

Ich holte zwei Bier aus dem Kühlschrank, setzte mich gegenüber, und zum Glück hatte sich Tonia wieder beruhigt:

"Wenn man bedenkt, dass dieser kleine süße schnurrende Kater an der ganzen Geschichte schuld ist. - Vermutlich war er nur verliebt ..."

"Verliebt?! Mit Sicherheit! - Dieser Kater ist nicht SCHULD! Er ist nur seinen biologischen Trieben gefolgt, als er auf eure Katze gestiegen ist, und dass Kurt das sieht und dann gleich deswegen so dermaßen ausrastet, dafür kann er nichts. Genau genommen nahm das Unheil schon viel früher seinen Lauf ..."

VI. Das Ende vom Anfang

So weit, so gut. Das war die Geschichte des gestrigen Tages. Die Wahrheit, und nichts als die Wahrheit. Ich habe über zehn Jahre versucht, die Dinge zum Guten zu wenden. Ich habe meinen Freund Kurt bis zum Ende nie mit seiner Frau betrogen, und ich denke, er wusste das.

Einerseits hatte Kurt einfach nur unglaubliches Pech, aber andererseits erscheint es auch logisch, dass sich alle unglücklichen Umstände am Ende in seiner Person wieder fanden. Kurt wohnte am längsten von allen in unserer Straße. Selbst ich bin erst mit sieben Jahren hierher gekommen, was mich zu einem Protagonisten in seiner tragischen Geschichte macht und nicht umgekehrt. Ich wüsste aber nicht, zu welchem Zeitpunkt der Vergangenheit ich die Macht hätte haben sollen, diesen unglaublichen Kausalzusammenhang, diese schicksalhafte Aneinanderreihung unglücklicher Umstände zu unterbrechen ...

Inzwischen ist mir Angst und Bange um mich selbst. Es scheint kein Ende zu nehmen: Gestern Abend vergingen ungefähr 15 Minuten, in denen wir uns betroffen über den Vorfall unterhielten, bis Tonia schluchzte:

"Du, ich bin so aufgeregt, ich kann heute unmöglich alleine bei mir zuhause schlafen", und von meinem schlechten Gewissen abgesehen, war es eigentlich sehr geil! Ihr Körper ist noch schöner, als ich mir das gedacht hatte. Einfach der Hammer!

Wenn sie bei Kurt auch immer nackt durch die Wohnung gelaufen ist, dann weiß ich, warum er letztendlich durchgeknallt ist! Dazu kommt, dass sie mir heute Nacht erzählt hat, sie hätte alles versucht, um ihm zu helfen. Die letzten beiden Jahre wäre sie sogar immer in die Apotheke gegangen, um etwas zu holen, das sie Kurt dem Essen beigefügt hatte. Was ihn eigentlich hätte ruhiger machen sollen, manchmal sei er gegen Ende aber sogar richtig depressiv gewesen.

Kurt ist Schreckliches widerfahren, und ich habe nicht den Eindruck, als hätte sie ein schlechtes Gewissen deswegen. Dass wir heute Nacht zweimal miteinander geschlafen haben, scheint sie auch nicht wirklich zu kratzen. Vielleicht ein bisschen, seit wir beim dritten Mal von einem Anruf auf ihrem Handy gestört wurden. - "Geh' nicht ran", hab ich noch gesagt ...

Wir haben heute Morgen erfahren, dass einer meiner ältesten Freunde, Kurt, an einem Schädelbruch gestorben ist.

Dummerweise habe ich jetzt seine Frau an der Backe und keine Ahnung, was ich mit ihr machen soll. Ich habe darüber nachgedacht, sie zu ihren Eltern zu bringen, aber ich habe gar kein Auto.

Eben ist sie aus der Badewanne gekommen und lehnt, nur mit Siskas Stiefeln bekleidet, in der Tür zu meinem Arbeitszimmer. Sie sagt, dass sie morgen mal zu sich rüber muss, um bequemere Schuhe und einige Klamotten zu holen. Sie bittet mich in mein Bett und macht dabei den Eindruck, als wüsste sie ganz genau, was sie tut. - Sie bittet mich! So können sich die Zeiten ändern.

Naja, it's a dirty job, but someone's got to do it ...

Heute Nacht hat sie mich gefragt, ob ich mit ihr von hier weggehen würde. Sie würde gerne ganz von vorne anfangen. Nur mit mir. Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll. Außerdem hat sie mich gebeten, sie ab sofort nicht mehr Tonia sondern "Antonia" zu nennen. Auch davon weiß ich nicht, was ich halten soll. - Eben hat sie gesagt, ich wäre der einzige, der eine Grabrede auf Kurt halten könnte.

Dumme Geschichte.

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