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Die kleine Ente, die nicht schwimmen konnte

Von Waltraud Müller


Es war einmal . . .
In einem kleinen Wald, bei einem kleinen Teich, lebt eine Entenfamilie. Mama Ente, Papa Ente und ihre vier kleinen Entlein mit den Namen: Hips, Haps, Hups und Hops.
Glücklich sind sie alle, obwohl Hops ein sehr trauriges Entlein ist, denn sie kann nicht schwimmen. Wenn sie ins Wasser steigt, weiß sie nie, was sie tun soll und geht langsam unter. Mit ein bisschen Zappeln, schafft sie es gerade noch, das rettende Ufer zu erlangen. Sie beobachtet ihre badende, fröhliche Familie lieber aus der Ferne, mit festem Boden unter ihren Füßchen.
Eines Abend, der Mond steht rund in vollem Gelb hoch oben am Himmel, sitzt das kleine Entenkind auf einem großen Stein und erblickt ihr eigenes Spiegelbild im kühlen Nass. Tränen lösen sich aus ihren Äuglein und platschen auf ihr Antlitz, das sich daraufhin verzerrt und der schwimmende Mond sieht aus, als lache er, mache sich lustig über die Niedergeschlagenheit der kleinen Hops. Sie seufzt laut auf und schnüffelt.
Da hüpft ein Frosch vor sie hin und quakt: "Hallo - quak - was hast du?"
Das Entlein hebt einen ihrer Flügel, wischt sich über die Äuglein und erzählt dem Frosch ihr Leid.
Der freundliche Geselle meint, die Lösung zu wissen und empfiehlt, so wie er, von Blatt zu Blatt zu springen.
Er zeigt es vor, quakt noch einige Male und verschwindet in der Dunkelheit.
Hops sucht sich ein nahes Seerosenblatt, zielt von ihrem Stein darauf zu und - hops - es wackelt zwar, doch sie ist in Sicherheit. Das gefällt ihr und sie setzt die Sprünge fort. Plötzlich sieht sie sich mitten im Teich wieder, die sicheren Blätter hinter sich lassend. Vor ihr gähnende schwarz Leere.
"Oh je! Quietsch, quietsch, was mach ich jetzt?"
"Komm, steig auf mich!" Ein großer Fisch taucht auf.
"Ich kann nicht schwimmen, hilfst du mir?"
"Gerne, aber ich kann auch nicht schwimmen, ich tauche nur", schwindelt der Fisch, "am besten, du setzt dich auf meinen Rücken, paddelst und strampelst so schnell du kannst. Mach dich leicht, sodass du mir nicht zu schwer wirst. Gemeinsam werden wir es schon schaffen!"
Gesagt, getan und so kommen sie gut am Ufer an.
"Hui, das war toll! Können wir das morgen nochmals machen?"
Der Fisch willigt ein.
Am nächsten Morgen setzt sich das kleine Entlein wieder auf den Fisch und beide flitzen über den Teich. Ihre Eltern und Geschwister schauen lachend zu, freuen sich, springen spritzend in das Nass, teilen die Seerosenblätter mit ihren kräftigen Schwimmbewegungen, lustig tummeln sie sich, spielen Fangen, paddeln um die Wette.
Hop sieht den kleinen grünen Frosch zwischen Schilf und Stein, dieser plaudert mit dem Fisch. Plötzlich wird ihr bewusst - sie hat ja nichts unter ihren Füßen - außer Wasser!
Sie droht zu versinken, blubbert, schluckt - Schwänzchen in der Höh', Köpfchen unter Wasser - da schwimmt ein kleines Würmchen vor ihrem Schnaberl, instinktiv schnappt sie danach und kommt wieder auf die Wasseroberfläche. Sie hat es geschafft, sie schwimmt!
"Danke lieber Frosch, danke lieber Fisch!"
Denke - es ist immer nur eine Frage der Zeit - die richtigen Freunde zu finden, die dir helfen und lieb zu dir sind!



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Eingereicht am 19. April 2004.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise, bedürfen der schriftlichen Zustimmung der Autorin / des Autors.



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