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Kurzgeschichte Kurzgeschichten

Die verspätete Hochzeitsreise

© Erna Landsknecht


Fürst Roland von Straubingen wollte auf Drängen seiner Gemahlin Fürstin Silvia die versprochene Hochzeitsreise endlich nachholen, obwohl ihr gemeinsames Baby erst acht Wochen alt war.
Der Hausarzt der Fürstin hatte ihr aber von einer solchen Reise mit dem Flugzeug dringend abgeraten.
Aber die Fürstin Silvia bestand darauf und sagte: "Wenn wir unsere Reise immer wieder auf schieben, dann wird am Ende nie etwas daraus."
Und da Fürst Roland seiner Gemahlin nur schlecht etwas abschlagen konnte, gab er letzt endlich doch noch nach, im guten Glauben, dass ein längerer Aufenthalt auf Teneriffa ihnen nur nützlich sein kann.
Und diese Reise wollten sie mit ihrem Sportflugzeug machen, denn auf Teneriffa besaßen sie ein sehr schönes Apartment, und hatten sich auch vorgenommen, für längere Zeit dort zu verweilen, dafür hatten sie sich auch dem entsprechend eingerichtet.
Nur die Eltern der Fürstin machten sich doch große Sorgen dass alles gut gehen wird.
Aber die Tochter wehrte das ab mit den Worten: " Roland ist ein gut ausgebildeter Pilot, uns wird so schnell nichts zu stoßen."
Und nachdem Fürst Roland das Gepäck in der Maschine gut verstaut hatte, konnte die Reise losgehen."
Nach einem schmerzlichen Abschied von der Tochter und dem Schwiegersohn sowie ihrer kleinen Enkeltochter, musste sich die Fürstin doch ein paar Tränen abwischen.
Zu gerne hätte sie ihre Enkeltochter bei sich behalten, dass es ein Abschied für immer sein sollte, das ahnte zu diesem Zeitpunkt noch keiner.
Und nachdem das Flugzeug freien Start bekommen hatte, hob die Maschine vom Rollfeld ab, und nahm seinen Kurs auf. Der Flug verlief auch soweit ganz gut.
Das Wetter war ausgezeichnet, kein Wölkchen war am Himmel zu sehen und Fürst Roland sagte zu seiner Gemahlin: "Besser hätte es gar nicht sein können." Ihr kleines Töchterchen lag schlafend und friedlich in seinem Babysitz.
Sie waren kurz vor ihrem Ziel, als sie doch noch von einem aufziehenden Unwetter überrascht wurden. Die Maschine kam dadurch aus dem Gleichgewicht und torkelte.
Die Fürstin bekam es mit der Angst zu tun, als dann noch ein Blitz im Triebwerk der Maschine einschlug. Der Fürst sah nur noch eine einzige Möglichkeit.
Er musste auf einer kleinen Insel, die aus dem Meer ragte, notlanden und lenkte das Flugzeug auf diese Insel zu. Es war aber keine gute Landung, denn die Maschine stürzte unglücklich mit der Nase auf einen Hügel. Der Fürst war durch den schweren Aufprall auf der Stelle tot.
Nur die Fürstin mit ihrem Baby konnte sich in letzter Sekunde aus der Maschine noch retten, als kurz darauf das Flugzeug Feuer gefangen hatte.
Vom Flugzeug blieb nur noch ein Schrotthaufen übrig aber dem Baby ist wie durch ein Wunder so weit man beurteilen konnte nichts zugestoßen.
Nur die Fürstin überlebte das Unglück leider nur kurze Zeit. Ihre inneren Verletzungen und ihre stark blutende Kopfwunde waren so schlimm, dass sie kurze Zeit danach gestorben war.
Und kurz vor ihrem Tod, legte die Fürstin ihrem Baby ein Medaillon um den Hals. Sie tat es im guten Glauben, dass man sie finden würde und vorm Hungertod noch retten kann.
Aber diese kleine Insel schien unbewohnt zu sein. Es musste sich hier um die bekannte Vogelinsel handeln, die zu Teneriffa gehört, denn die Insel wurde nur selten von Touristen besucht und die hier her kamen, wollten hauptsächlich Aufnahmen von den seltenen und schönen Vögeln machen.
Unter ihnen waren auch Herr und Frau Stock, um sich diese Insel ein wenig an zu schauen. Auch sie wollten sich das Vogelparadies näher betrachten und Aufnahm zu machen, sie waren auch noch nicht weit gegangen, als sie das ausgebrannte Flugzeug entdeckten.
Beim näher kommen hörten sie ein klägliches weinen und beide dachten, das kann doch nur ein Kind sein. Und richtig, es war ein Baby das dicht neben der Frau in ein Babysitz lag. Es musste wohl die Mutter gewesen sein, die eine schwere Kopfverletzung erlitten hatte und war wo möglich auch daran gestorben.
Der Mann in dem Flugzeug muss wohl der Ehemann gewesen sein, denn sie sahen nur eine verkohlte Leiche. Bei diesem Gedanken lief es dem Ehepaar Stock kalt über den Rücken. So etwas Grausames hatten sie noch nicht gesehen.
Da sagte Frau Stock zu ihrem Mann: " Wir müssen das Baby retten, und mit nehmen, sonst verhungert es noch, denn so lange kann das Unglück noch nicht passiert sein, sonst würde das Kind nicht mehr leben, es weint ja vor Hunger."
In ihrem Babysitz fanden sie ein Fläschchen mit Milch und legten das Baby trocken, so gut es nur möglich war, aber alles was Frau Stock auch machte zerriss es ihr fast das Herz, so schmerzlich war es die Tote Mutter zu sehen. Das arme Kind war nun ein Waise geworden.
Aber Frau Stock sagte zu ihren Mann: " Wir wollen das Kind erst einmal zu uns nehmen und es auf Herz und Nieren untersuchen lassen."
Dann wir wollen uns noch umhören, ob jemand etwas über diesen tragischen Flugzeugabsturz etwas gehört hat.
Ihr Mann fragte: " Was soll denn aus dem armen Kind nur werden."
Ganz einfach sagte seine Frau: " Wir nehmen es mit nach Hause, die tote Mutter von dem Kind und die sterblichen Überreste von dem Mann werden wir nach Deutschland überführen lassen, dass sind wir dem armen Kind alleine schon schuldig."
Ihr Mann sagte: " Hannelore du hast wie immer ein zu weiches Herz, du hattest dir schon lange ein Kind gewünscht, und jetzt bis du über Nacht Mutter geworden."
Das sage nicht so laut Gustaf: " Wir können das Kind nicht so ohne weiteres behalten, wir werden es bei uns in Ruhrpolding anmelden und auch eine Suchanzeige werden wir heraus geben."
Erst dann wenn keiner einen Anspruch auf das Kind erhebt, dann werden wir es adoptieren. Ich hätte schon einen Namen für das Mädchen: " Wir nennen es Denis, weil wir sie doch an einem Dienstag gefunden haben."
Als das Ehepaar wieder in Deutschland war kauften sie zuerst einmal die nötigsten Sachen das ein Kleinkind nötig hat.
Und seitdem das kleine Mädchen im Hause ist war Frau Stock wie ausgewechselt, sie ging ganz in ihrer Mutterrolle auf.
Und sie dachte: "Hoffentlich erhebt keiner mehr einen Anspruch auf unsere Denis, es war jetzt gut ein halbes Jahr her, dass sie Denis zu sich genommen hatten."
Vom Jugendamt war bisher auch nichts zu befürchten, denn sie waren ja froh dass Denis neue Eltern gefunden hatte. Weil sie wussten, dass die kleine Denis in guten Händen gekommen ist.
In Ruhrpoldingen führt das Ehepaar Stock ein gut gehendes Ferienhotel, denn Herr Stock ist ein vorzüglicher und guter Koch seine Küche war weit über die Grenze von Ruhrpolding bekannt, alleine schon deshalb war das Haus immer ausgebucht.
Und zu schnell vergingen die Jahre, Denis wird demnächst schon zehn Jahre, sie ist für ihre Adoptiveltern ein vorbildliches und braves Mädchen, die Eltern hatten ihre Freude mit ihr und so waren sie dank von Denis zu einer glücklichen Familie geworden.
Auch half sie ihren Eltern wo immer sie nur konnte, denn im Hotel gab es viel zu tun, so manche kleine Handreichungen konnte Denis doch schon ausführen.
Bei den Feriengästen war sie auch sehr beliebt, alle mochten das fröhliche Mädchen. Sie bekam von den Hausgästen so manches Trinkgeld in die Hand gedrückt worüber sie sehr stolz war.
Das Geld wollte Denis sparen um ihren Eltern damit eine Freude zu machen, wenn der Vater oder die Mutter Geburtstag hat.
Denis sah nebenbei gesagt auch gut aus mit ihrem blonden Haaren und ihren blauen Augen.
Noch wusste Denis nicht dass sie ein Adoptivkind ist, das wollten die Eltern ihr demnächst sagen wenn sie ihren zehnten Geburtstag hat,
Auch der Fürst von Straubing und seine Gemahlin Fürstin Sonja konnten sich nicht genug satt sehen an Denis, sie hat eine große Ähnlichkeit mit ihrer verschollenen Tochter, denn sie sah ihr zum verwechseln ähnlich.
Als Denis wieder mal vom Fürst und Fürstin von Straubing an ihrem Tisch gerufen wurde, um sich mit ihr ein wenig zu unterhalten, sah die Fürstin dass Denis ein Medaillon um ihren Hals an hat, die Fürstin fragte: " Denis wer hat dir dieses schöne Medaillon denn geschenkt."
Das hat mir meine verstorbene Mutter vererbt.
Meine Adoptiveltern hatte mir erst kürzlich erzählt: "Das ich ein Findelkind bin, sie haben mich adoptiert und an Kindesstatt angenommen."
"Und das Medaillon" hatte ich um meinen Hals als man mich gefunden hatte.
Und die Fürstin fragte: "Kann Ich mir dein Medaillon ein mal näher betrachten."
"Aber gerne, denn sie war ja froh, dass sie ihr schönes Medaillon der Fürstin zeigen durfte."
Als sie sich das kostbare Schmückstück genauer ansah, bekam die Fürstin einen Schwächeanfall. Der Fürst gab darauf seiner Gemahlin sofort ihre Tropfen, die er stets bei sich führt. Es kam ja öfter vor, dass seine Gemahlin unwohl wurde. Den Grund ihrer Unpässlichkeiten kam hauptsächlich, seit dem ihre Tochter mit Schwiegersohn und Enkelin spurlos verschollen sind.
Aber dieses mal ging es um das Medaillon. Als die Fürstin wieder langsam zu sich kam sagte sie zu ihrem Gemahl: "Sieh dir das Medaillon doch ein mal genauer an, es gehört doch unserer Tochter Silvia."
Das stimmt erwiderte der Fürst und sagte zu Denis: "Wir wollen mit deinen Eltern reden, vielleicht können sie uns mehr darüber sagen."
Und Denis sagte: "Ich werde meine Mutter holen, sie kann ihnen bestimmt erzählen was damals geschehen war."
Kurz danach als Frau Stock von der Fürstin erfuhr, das dieses Medaillon ihrer verschollenen Tochter gehört, gab es keinen Zweifel mehr, denn das Foto war dass letzte Beweisstück, ein Irrtum war also damit ausgeschlossen.
Da erzählte Frau Stock was sie und ihr Mann vor zehn Jahren erlebt hatten: " Dass sie Denis neben ihrer toten Mutter gefunden haben, wie ein Wunder, war der kleinen Denis nichts geschehen, es hatte bestimmt einen Schutzengel gehabt."
Nur konnten wir an Hand des abgestürzten Flugzeugs nicht mehr erkennen, woher die Maschine kam, denn sie war bis zur Unkenntlichkeit zerstört und verbrand.
Sonst hätten wir es der zuständigen Behörde melden können, oder auch die Angehörigen verständigen können.
Daher haben mein Mann und ich, dass arme Kind zu uns genommen, und da keine Rechtsansprüche auf das Kind erhoben wurden, haben wir Denis an Kindesstatt Adoptiert.
Darüber waren der Fürst und die Fürstin doch sehr betroffen, was sie soeben erfahren mussten, die Fürstin war wieder einer Ohnmacht nahe.
Ihr Gemahl musste ihr gut zureden, um sie ein wenig zu trösteten zu tief saß die Trauer um ihre verschollenen Tochter und Schwiegersohn.
Alles erinnerte die Fürstin wieder, als ob es erst gestern geschehen wäre.
Sie wollte es einfach nicht wahrhaben, dass sie so grausam ums Leben gekommen sind und sagte: " Mein Mann und ich können uns dennoch glücklich schätzen, dass uns unsere Denis wenigstens geblieben ist."
Denn sie sieht unserer Tochter zum verwechseln ähnlich und nahmen ihre Enkeltochter im Arm und die Fürstin weinte Freudentränen.
Denis lies es sich zu gerne gefallen, jetzt hat sie doch eine richtige Großmutter.
Und einen Großvater gewonnen, so wie es ihre Freundinnen in ihrer Schulklasse auch haben.
Der Fürst der sich das Gespräch seiner Gemahlin mit Frau Stock angehört hatte sagte: " Wir können Herr und Frau Stock nicht dankbar genug sein, was wäre wohl mit Denis geschehen wen sie nicht gewesen wären."
Und weiter sagte er: " Dann nehmen wir Denis mit auf Schloss Straubing, das heißt, wenn sie Frau Stock und ihr Gatte damit einverstanden sind."
Darauf wusste das Ehepaar Stock nichts zu sagen zu plötzlich kam für sie dieser Vorschlag den der Fürst ihnen da gemacht hat.
Und beide sagten: "Wenn unsere Denis das auch möchte, dann werden wir ihr nichts im Weg legen."
Auf Schloss Straubing müsste Denis sich doch erst einmal vertraut machen.
Da sagte Denis: "Ich komme gerne zu euch, aber erst einmal nur zu Besuch und was weiter daraus wird, dass kann ich noch nicht versprechen, ich habe gute Eltern. Wenn sie mich damals nicht gefunden hätten, dann lebte ich heute vielleicht nicht mehr."
Auch liegen meine leiblichen Eltern hier auf dem Friedhof, ich kann immer wenn ich es möchte sie besuchen.
Aber Straubing ist ja gar nicht weit von hier sagte Herr Stock, da kann Denis ihre Großeltern regelmäßig besuchen.
Und mit diesem Vorschlag waren der Fürst und seine Gemahlin einverstanden, wenn Denis Schulferien hat, dann kann sie uns besuchen meinten die Großeltern.
Denis erwiderte: " Meine Großeltern sind ja auch noch hier, wenn ich meinem zehnten Geburtstag Feier."
Das ist richtig sagte Frau Stock: " Deine Großeltern haben bei uns ihren Aufenthalt bis ende des Monats gebucht."
Da sagte der Fürst: "Denis sollte aber den Namen ihrer verstorbenen Eltern tragen, denn sie ist unsere einzige Erbin und wird demnächst eine Prinzessin von Straubing werden."
Und da wurde Denis doch hellhörig und fragte: " Bin ich dann eine richtige Prinzessin."
Da sagten die Großeltern: " Wir sind zu recht stolz auf dich Denis, daher überlege es dir gut ob du nicht für immer zu uns kommen möchtest."
Da sagte Denis zu ihren Eltern: " Wenn ich schon eine Prinzessin werden soll, dann muss ich auch auf ein Schloss wohnen, was meint ihr dazu."
Da sagten ihre Eltern: " Denis wir waren sehr glücklich dass wir dich haben durften, wenn deine Großeltern es wünschen, dann geh nur zu ihnen, denn sie haben dich lange genug Entbehren müssen und an dir haben sie ja eine gute Enkeltochter gewonnen, du gehst uns ja nicht verloren."
Darauf erwiderte Denis: " Wir werden uns bestimmt oft genug besuchen Mutter."
Aber erst einmal feiern wir deinen zehnten Geburtstag, den wir Morgen ganz groß feiern wollen.
Da sagte der Fürst: "Wir möchten unsere Tochter und Schwiegersohn nach Straubing überführen lassen, um sie in unserer Familiengruft bei zu setzen."
Herr Stock sagte darauf: " Das ist eine vernünftige Idee von ihnen lieber Fürst, da kann Denis ihre verstorbenen Eltern wann immer sie möchte auch besuchen."
Und zwei Wochen nach der großen Geburtstagfeier, ging Denis mit ihren Großeltern auf Schloss Straubing, der Abschied war sehr schmerzlich für Denis und ihren Adoptiveltern gewesen, denn hier fand sie eine neue Heimat, da wo ihre Mutter und der Vater einst gelebt haben, hier war sie ihnen ganz nahe.



Eingereicht am 07. September 2005.
Herzlichen Dank an den Autor / die Autorin.
Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise, bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Autors / der Autorin.

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