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Kurzgeschichte Kurzgeschichten

Ifri

© Jennifer Kirchner


1
Zwei stahlblaue Augen blitzen sie vom Tisch gegenüber an Es war bereits dunkel draußen, in dem Café hatte man kleine Teelichter aufgestellt was dem ganzen Ambiente einen gemütlichen Eindruck verschaffte, dennoch kam das kräftige Blau der Augen des Mannes stark zur Geltung. Sie funkelten regelrecht. Ifri blieb ein Kloß im Hals stecken als der junge Mann sich mit ein paar anderen Männern setzte und sie anlächelte. Verwirrt lächelte sie zurück und versuchte sich wieder auf ihre Freundin Joona zu konzentrieren, die ihr gerade voller Elan erzählte, wie ihr gestriges Date verlaufen war. Der Mann unterhielt sich jetzt mit seinen Begleitern und Ifri überlegte krampfhaft, woher sie ihn kannte. Er sah während er sprach noch einmal zu ihr auf und fing sofort an zu lächeln, als er sah, dass sie ihn immer noch anstarrte. Verlegen sah sie hastig wieder zu Joona die gerade dabei war, in die Details zu gehen. Ifri musste unwillkürlich lächeln und Joona stockte."Was los?" "Da sitzt ein Typ hinter dir, der ist vielleicht süß. Und jetzt muss ich lachen weil ich wie ne Irre hingeschaut habe und er das natürlich bemerkt hat.""Wie toll ist er?", wollte Joona spitz wissen."Na, mindestens so toll wie Jack Spiro. Wobei er ihm echt voll ähnlich sieht!" "Ok, dann darfst du auch lächeln.", Joona grinste sie breit an."Fällt es auf, wenn ich mich jetzt umdrehe?" "Oh ja, und wie." "Ok, dann muss ich jetzt halt auf Toilette!" Joona stand auf, drehte sich um, inspizierte den Mann am Nebentisch genauestes und ging dann auf die Toilette. Ifri konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen und sah ihrer Freundin hinterher, die ihr noch einmal mit einem Zwinkern zunickte.
Sie wollten in der Bar, in der sie sich alle zwei Tage trafen etwas essen und danach feiern gehen. Es war Samstagabend, es sollte ins Bouche gehen, einem Club in der Innenstadt von Sydney. Ein Kellner kam zu ihr und setzte sich auf Joonas freien Platz."Wo ist sie hin?" "Auf Klo." "Fahrt ihr ins Bouche?" "Klar, wohin sonst, hast du Pause?" Er nickte und steckte sich eine Zigarette an."Was ist mit Joona und Mike geworden?" Ifri holte seufzend Luft: "Gero, du hast mit ihr schluss gemacht, es geht dich nichts mehr an was aus ihren Dates wird!" "Ich werde wohl noch mal fragen können, was meine Ex-Freundin so treibt." "Und warum fragst du mich und nicht sie? So was nennt man ausspionieren. Das läuft nicht." Joona kam zurück, zwinkerte Gero zu und nahm sich einen Stuhl."Hallo Gero, alles klar?" "Jip, und bei dir?" "Jip!" Jetzt saßen beide schweigend nebeneinander. Ifri ärgerte sich, Joona würde sich wieder den ganzen Abend über Gero aufregen und sie zum Schluss, wie fast jeden Abend unter Tränen fragen was denn nur so falsch an ihr wäre. Gero hatte damals mit ihr Schluss gemacht. Schnell versuchte sie abzulenken."Und? Was sagst du zu meiner neusten Entdeckung?" Joona machte eine anerkennende Geste: "Nicht schlecht, viel vor heute abend. Frag ihn ob er mit kommt." "Ach Quatsch, der ist bestimmt schwul oder vergeben, schau ihn dir doch mal richtig an. Der trägt Gucci und La Coste, der ist steinreich und gutaussehend. So was rennt nicht auf dem freien Markt rum." "Er muß ja nicht frei sein. Wenn er mitkommt kannst du ja alles über ihn herausfinden. Also?", Joona sah sie ungeduldig an. Ifri musste grinsen und sagte dann zu Gero: "Tu mir ein Gefallen. Wenn sie zahlen wollen pack seine Getränke auf meine Rechnung." Gero nickte grinsend und verdrehte die Augen."Warum immer auf die Tour. Geh doch einfach hin?!" "Erstens, sitzt er nicht alleine da, ich könnte mich furchtbar blamieren und zweitens, geht eine Frau nicht zu einem Mann der sie anlächelt. Das muss er dann schon selber in die Hand nehmen." Versuchte sie sich zu wehren."Aber eine Frau lädt einen Mann auch nicht so einfach ein. . . ." Ifri sah schmollend zu Gero auf und er gab sich mit einem Schulterzucken geschlagen. Sie bekamen ihr Essen und Ifri konnte sich nicht verkneifen, ab und zu, zu dem hübschen Mann einen Blick zu werfen. Er schien jetzt völlig vertieft in eine Diskussion mit seinen Begleitern zu sein und so konnte sie sich ihn etwas genauer ansehen. Er trug einen drei Tage Bart, seine Haare waren mittelblond und recht lang, immer wieder fielen sie ihm in die Stirn und er strich sie wieder hinter seine Ohren. Wenn er lächelte bildeten sich viele kleine Fältchen um seine Augen und tiefe Grübchen zierten seine Wangen. Wenn er lachte dann schien das von Herzen zu kommen und dabei entblößte er seine tadellosen Zähne. Eine Gruppe junger Mädchen, höchstens 17 kam herein. Sie blieben im Eingang stehen und tuschelten einen Moment. Dann gingen drei von ihnen auf Ifris Prinzen zu. Sie puffte Joona an das Bein und neigte ihren Kopf in die Richtung des Geschehens. Joona drehte sich um und betrachtete interessiert das Schauspiel. Eines der Mädchen sagte etwas und lächelte dabei schüchtern. Dann hielt sie dem netten Mann ein Stück Papier hin. Dieser nickte höflich, zückte einen Stift aus der Hosentasche und unterschrieb das Papier. Schlagartig wurde Ifri klar das er Autogramme gab. Die anderen Mädchen stellten sich in einer Reihe hintereinander. Bereitwillig unterschrieb Jack Spiro einen Zettel nach dem anderen."Oh-mein-Gott", sagte Joona und sah Ifri mit großen Augen an. Ifri ergriff ein Gefühl der Peinlichkeit, wie sie es seid dem sie mit einer gerissenen Hose durch die Schule laufen mußte, nicht mehr hatte."Gero!", hauchte sie und sprang auf. Joona blieb aufgeregt sitzen und sah ihr hinterher. Ifri eilte zur Theke um Gero zu sagen, das er das mit der Rechnung vergessen sollte. Wie würde es denn aussehen, wenn sie einen Filmstar wie Jack Spiro zu einer Cola einladen würde und ihn dann auch noch fragte ob er mit in einen Club gehen würde? Gero war gerade mit zwei anderen Gästen beschäftigt und so musste Ifri ungeduldig auf ihn warten. Er wandte sich gerade ihr zu als von hinten eine angenehme Stimme sagte: "Ich möchte gerne bezahlen, sofort wenns geht." Gero nickte, blinzelte Ifri zu und drehte sich zum Computer, um die Rechnung hinaus zu ziehen. Ifri wurde eiskalt, sie drehte sich langsam um und sah Jack wie er in seiner Geldbörse umher kramte. Ifri dachte krampfhaft nach was sie jetzt tun sollte. Sie konnte Gero nicht mehr davon abhalten die Getränke von Jack auf ihre Rechnung zu machen. Er würde ihm die Rechnung in die Hand drücken und ihm dabei fröhlich ins Ohr trällern das Ifri seine Getränke schon bezahlt hatte. Das war zu peinlich. Also wandte sie sich ab und ging zu den Toiletten. Dort angekommen fing sie leise an zu lachen. Das war mit Abstand der peinlichste Anbahnungsversuch den sie je gestartet hatte. Prüfend betrachtete sie sich im Spiegel. Sie hatte sich aufgestylt für den Club. Ihre braunen langen Haare hatte sie zu einem wilden Dötsch am Hinterkopf verdreht. Blonde Strähnchen zogen sich durch ihre Frisur und eine dicke Strähne hatte sie sich seitlich in die Stirn gekämmt. Ihre grünen Augen hatte sie mit einem geschickten Make-up noch mehr zur Geltung gebracht. Sie hatte sich für ihr Lieblingsoutfit entschieden. Eine Jeans die gut saß, darunter Poems von denen nur der Pfennigabsatz hervorragte, ein enges weißes Top mit einem gewagten Ausschnitt und einer Kette, deren Ende unter ihrem Dekoilté verschwand. Sie hatte über den Winter 4 Kilo abgenommen und war regelmäßig unter das Solarium, zwei Straßen von ihrer Wohnung entfernt gegangen. Sie sah gut aus. Ihr Gesicht spiegelte ihre Kessheit wieder wobei ihre edlen Züge ihr ein freundliches Gesicht verschafften. Sie grinste sich selber noch mal im Spiegel an, holte tief Luft und ging wieder hinaus, den Flur entlang, um die Ecke und blieb wie angewurzelt stehen als Jack ihr, an die Wand gelehnt, entgegen grinste. Ifri war überrumpelt, sie wusste nicht was sie sagen sollte und sah ihn abwartend und erstaunt an. Hatte er auf sie gewartet? "Hi. Vielen Dank!", grinste Jack. Ifri verstand nicht gleich, ...
Hier gibt es die vollständige Geschichte



Eingereicht am 16. August 2005.
Herzlichen Dank an den Autor / die Autorin.
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