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Niki Schnüffel ist ein Hasenkind!

© Daniela Steinbach


Allerlei Wissenswertes über Niki Schnüffel und seine Freunde!
Das sind die Geschichten von Niki Schnüffel, einem braunen Hasen mit großen Ohren. Einem neugierigen, aufgeweckten, manchmal auch frechen Hasenkind, das am liebsten den ganzen Tag lustige Streiche ausheckt oder durch die Gegend tollt. Niki lebt mit seiner Familie in einem gemütlichen Hasenbau in dem großen Wald am Rande der Stadt. Dort stehen viele große Tannenbäume, hinter denen man sich gut verstecken kann und auf den Lichtungen blühen die schönsten, buntesten Blumen, an denen nicht nur die Tierkinder gerne schnüffeln, weil sie so herrlich duften. Nikis beste Freunde sind die Schnecke Kasimir und die Eule Max. Aber natürlich streiten sie auch öfters, das kann ja vorkommen! Niki besucht wie alle anderen Tierkinder am Vormittag die Waldschule. Sobald um 12 Uhr mittags die Schulglocke läutet, stürmen die kleinen Rabauken hinaus ins Freie, allen voran Niki und sie toben eine Weile durch den Hof, ehe sie nach Hause schlendern, wo die Mütter mit dem Essen auf sie warten. Ihr seht also, der Tagesablauf der Tierkinder gleicht dem der Menschenkinder sehr! Nach dem Mittagstisch müssen die Schulaufgaben erledigt werden, das macht Niki gar nicht gern. Meistens sitzt er viel länger als nötig an seinem Schreibtisch und knabbert an der Füllfeder. "Niki, das ist keine Karotte, sondern das Schreibgerät, mit dem du die Aufgaben machen sollst!" tadelt die Mama ihn meistens. Dann schreckt er aus seinen Träumen hoch und ärgert sich, dass es nicht schon längst bei seinen Freunden ist. Niki, Kasimir und Max treffen einander jeden Nachmittag auf ihrer Lieblingswiese. Dort blühen die schönsten, buntesten Blumen weit und breit und man kann ungestört spielen, ohne dass die übrigen Waldbewohner durch den Radau gestört werden.
Jeder hat sein Lieblingsspiel
Jeder von den drei Freunden hat ein Lieblingsspiel. Niki spielt am liebsten FANGEN oder WETTLAUFEN. Sehr zum Leidwesen der anderen, denn da ist er immer der Sieger. Blitzschnell läuft er über die Wiesen oder fängt seine Freunde mit den Worten: "Jetzt hab ich dich". Kasimir ist als Schnecke natürlich am langsamsten und eigentlich meistens der Verlierer. "Das ungerechte Fangenspiel" murrt er. "Wozu ich überhaupt mitspiele! Wir wissen doch alle im voraus, dass ich der Erste bin, der geschnappt wird!" Und Max, der zwar nicht so schnell laufen kann wie Niki, aber dafür dank seiner Flügel beinahe ebenso hurtig ist, darf diese Hilfe nicht in Anspruch nehmen. "Sei nicht unfair!" raunzt Niki, wenn Max seine Flügel doch etwas bewegt und ihm dadurch entkommt. Kasimir spielt viel lieber VERSTECKEN. Während die anderen einschauen und bis 20 zählen, rollt er sich unter einen Erdhaufen, oder vergräbt sich in einem Blätterberg. Dann wartet er fröhlich in seinem Schneckenhaus, bis die übrigen ihn entdecken. Das dauert meistens ganz schön lange! Und nach ein paar Runden beschweren sich Niki und Max: "Das wird aber langweilig". Kasimir freut sich dann ganz riesig, wenn er nicht aufgestöbert wird und kommt triumphierend aus dem Versteck, nachdem die Spielgefährten aufgegeben haben. Max mag am liebsten ICH SEH ICH SEH WAS DU NICHT SIEHST. Da setzt er sich hoch auf einen Baumwipfel und mit seinen Augen sieht er so weit und deutlich, dass die übrigen Mitspieler keine Chance haben, sein Auserkorenes zu erraten. "Immer dasselbe! Wie sollen wir denn erraten, was du siehst! Klar dass wir verlieren!" murren Kasimir und Niki, während sie Max vom Fuße des Baumes beobachten, in dessen Wipfeln ihr Freund sitzt. So gibt es bei jedem Spiel einen Sieger und einen Verlierer. Stets wird es ein Tierkind geben, das gewisse Dinge besser beherrscht als seine Freunde! Deshalb ist es viel besser, wenn man die Spiele abwechselt! Niki, Kasimir und Max haben das schon längst erkannt und wahrscheinlich verstehen sie sich nach vielen Jahren der Freundschaft noch immer so gut. Weil jeder am anderen Rücksicht nimmt.
Ich will das haben was du hast!
"Warum trägst du eigentlich immer dein Schneckenhaus mit dir herum?" will Niki wissen und betastet vorsichtig das schöne, in den verschiedensten Brauntönen schillernde Gebilde auf Kasimirs Rücken. "Das ist eben mein ganz besonderer Schutz" antwortet ihm der Freund stolz und zeigt ihm, wie rasch er sich darin zurückziehen kann. "Mit meinem Schneckenhaus bin ich vor den Füßen der Menschheit und gegen Kälte geschützt" "Warum haben wir Hasen nicht auch so einen Schutz?" "Das ist eben so" erklärt Kasimir verstimmt, denn er ahnt, dass Niki der Sache sicherlich genauer auf den Grund gehen will, und schlüpft wieder heraus. "Ich beneide dich darum! Unsereiner kann sich nicht so einfach auf der Stelle verkriechen" "Dafür läufst du schneller und bringst dich auf diese Weise in Sicherheit" "Trotzdem, ich hätte auch gerne ein Schneckenhaus, das wäre praktisch!" schmollt Niki und fixiert den Rücken seines Freundes. "Du willst ja immer genau das, was du nicht hast" seufzt Kasimir und überlegt angestrengt, wie er das Thema wechseln könnte. "Borg es mir doch! Nur für eine Woche! Bitte! Ich will so gerne wissen, wie sich's damit lebt!" bettelt Niki indessen und hüpft aufgeregt von einer Pfote auf die andere. "Wie stellst du dir das nur vor?! Mein Häuschen ist doch viel zu eng für dich" "Kann man es denn nicht vergrößern ?" lässt Niki nicht locker. "Ich weiß nicht recht" Kasimir wiegt seine Fühler unsicher hin und her. "Das ist doch eine dumme Idee! Meine Eltern werden mich fragen, ob ich von allen guten Waldgeistern verlassen bin!" "Bitte!!!" "Na schön, du gibst ja doch keine Ruhe" "Juhuu!!" jubelt Niki und will sich sogleich am Schneckenhaus zu schaffen machen. "Aua, nicht so hurtig! Du tust mir weh!" Kasimir kann es gar nicht leiden, wenn sein Freund so ungeduldig ist. " Also komm mit, wir suchen uns ein ruhiges Plätzchen und dort bekommst du dann mein Häuschen. Für eine Woche will ich es dir borgen." Die beiden Freunde tauchen in den dichten Nadelwald ein und sind sogleich verschwunden. Wie der Tausch funktioniert, ob Kasimirs Schneckenhaus vergrößert werden kann, und auch sonst allerlei Fragen, die Ihr Euch vielleicht stellt, können von mir leider nicht beantwortet werden. Denn das bleibt ein Geheimnis! Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die sollen uns Menschen verborgen bleiben! Die sind nicht für unsere Augen und Ohren bestimmt. Nach ein paar Minuten erscheinen die beiden Freunde wieder auf der Lichtung, da wo die herrlichen Blumen blühen. Niki hat Kasimirs Schneckenhaus am Rücken und stolziert ganz aufgeregt damit umher. Immer wieder zwängt er sich ins Innere, um gleich darauf wieder hinauszukriechen. "Es ist ganz schön eng da drinnen" stöhnt er. "Kein Wunder: Du bist ein Hase und viel zu groß dafür" "Ich muss mich eben erst daran gewöhnen" "Ohne mein Gehäuse fühle ich mich so nackt und schutzlos. Wenn nun ein Mensch durch den Wald geht und auf mich tritt?" "Warum sollte ausgerechnet heute ein Mensch unseren Wald betreten? Die kommen doch erst am Sonntag! Und nie wochentags!" beruhigt ihn Niki. "Na ja" gibt sich Kasimir skeptisch. Aber schon nach einer Stunde ist sich Niki gar nicht mehr so sicher, ob seine Idee wirklich so gut war. Am Rücken zwickt und zwackt es, und beim Umherlaufen ist er nicht so beweglich wie sonst. Eigentlich ist ihm das Häuschen ziemlich hinderlich. Sämtliche Waldbewohner betrachten den braunen Hasen mit dem Schneckenhaus am Rücken sehr verwundert und so mancher Schulkamerad lacht ihn aus. Jeder möchte wissen, wie denn "das passiert sei?" Egal was Niki auch unternimmt, das Schneckenhaus stört ihn zusehends und schon Mitte der Woche würde er es am liebsten sofort abnehmen. Er hat gar keine rechte Freude am schulfreien Wochenende, sondern sehnt den Sonntagabend herbei, denn für diesen Zeitpunkt wurde die Rückgabe vereinbart. Endlich ist es soweit! Kasimir und Niki suchen erneut, wie eine Woche zuvor, ihr geheimes Versteck auf und der Austausch wird wieder rückgängig gemacht. "Gott sei Dank" Niki atmet erleichtert auf und kratzt sich sogleich ausgiebig am Rücken. "Ah, tut das gut" "Bist du jetzt zufrieden, dass du wieder wie ein normaler Hase aussiehst?" will sein Freund wissen. "Ja, ja. Du hast recht gehabt! Es war eine dumme Idee von mir! Ich beneide dich gar nicht mehr um dein Häuschen. Jeder ist eben wie er ist. Der Neid ist eigentlich eine dumme Sache!"
Ostern ist anstrengend!
Für uns Menschen ist das Osterfest ja immer eine feine Sache! Wir suchen nach Osternestern, die uns wie durch Zauberhand versteckt wurden, erfreuen uns an den Süßigkeiten und kleinen Spielen und bewundern die schönen, bunten Ostereier. Für die Hasen ist diese Zeit recht anstrengend, denn sie müssen wochenlang Vorbereitungen treffen und es herrscht emsiges Treiben im Wald! Es gibt eigens dafür eingesetzte "Osterhasengruppen", und die Hasenkinder bekommen extra schulfrei, damit sie mithelfen können. Auch Niki und seine Familie bilden gemeinsam mit ihren Nachbarn, der Familie Hasenfuß, eine solche Gruppe. "Puh, das ist heute aber wieder mühsam!" seufzt Niki und taucht den Pinsel in den roten Farbtopf ein. "Pass nur auf, damit du nicht daneben kleckerst!" mahnt der Hasenopa und rückt seine Brille zurecht. "Oje, jetzt hab' ich den falschen Farbtiegel erwischt! Ich wollte doch blaue Tupfen machen, statt dessen sind sie grün" jammert die Hasenoma. "Das kommt davon, weil du deine Brille nicht aufsetzen magst! Die Frauen und die Eitelkeit!" Nikis Opa verdreht die Augen, während seine Gattin schmollend den richtigen Farbtopf näher rückt. "Hallo, da bin ich wieder!" Nikis Papa kommt bei der Türe herein, auf seinen Schultern einen großen Sack voller Spielzeug, den er nun mit einem Ruck mitten in der Werkstatt absetzt. " Der Sack war heute wieder schwer!" seufzt er. "Der Weihnachtsmann lässt euch alle herzlich grüßen! Er hat uns wieder viele Spiele zur Verfügung gestellt!" "Darf ich sehen, was diesmal alles dabei ist?" fragt Niki und beginnt den großen Knoten zu lösen. Fritz Hasenfuß, der Sohn der Nachbarn, stürzt gleich herbei, denn auch er möchte das Spielzeug, dass Nikis Papa vom Weihnachtsmann abgeholt hat, begutachten. "Nein, ich war zuerst da! Ich schau' zuerst nach!" "Nein, ich" "Nein, ich!" Niki gibt Fritz einen leichten Schubs, dieser macht einen Schritt zurück, verrückt dadurch den kleinen Tisch, wo Niki seine bemalten Ostereier abgestellt hat und schon ist es passiert! All die bemalten Eier liegen zerschlagen am Boden! Das ist eine schöne Bescherung! "Neiin! Die schönen Ostereier!" jammert Niki und schaut entsetzt auf den Eierbrei. "Ich kann aber nichts dafür! Du hast mich geschubst!" antwortet Fritz Hasenfuß empört. "Die ganze Arbeit war umsonst! Nur weil du so gierig bist" Niki ist wütend und zieht Fritz am linken Ohr. "Aua, du bist gemein!" quietscht Fritz und verdreht wiederum Niki die Nase. Die beiden streiten sich eine Weile, bis Nikis Papa energisch einschreitet: "Jetzt ist aber Schluss, ihr beiden Rabauken! Gebt euch die Pfoten und versöhnt euch! Am besten ihr helft zusammen, damit ihr schneller mit dem Bemalen fertig werdet! Denn heute Abend müssen wir ausliefern fahren" Murrend setzen sich Niki und Fritz an den kleinen Arbeitstisch und beginnen aufs Neue mit ihrer Arbeit. Während dessen bastelt Mama Hase, gemeinsam mit Oma Hasenfuß die Osternester. Nikis Papa legt kleine Spiele hinein und die Großväter geben Süßigkeiten dazu. Jeder erfüllt seine Aufgabe gewissenhaft und mit viel Liebe, um den kleinen Menschenkindern Freude zu bereiten. In der Nacht vorm Ostersonntag werden dann die Ostergeschenke ausgeführt und in den Gärten oder an anderen Plätzen versteckt. Nikis Papa hat eine lange Liste dabei, in der alle Namen und Adressen der Familien eingeschrieben sind, die beliefert werden müssen. Die Osterhasengruppen dürfen den Schlitten vom Weihnachtsmann benützen, das ist natürlich eine große Hilfe, denn sonst wäre die Auslieferung kompliziert! Ja, es ist sehr praktisch, wenn man einander behilflich ist. Da geht doch alles viel leichter!



Eingereicht am 15. Februar 2006.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
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