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Kurzgeschichte Kurzgeschichten

Insistor

Von V. Groß


Als Karl zum Fenster hinaus schaute, konnte er nicht ahnen, in welcher Weise sich ihre Wege kreuzen würden. Sein Blick ruhte auf dem Alten Turm aus dem frühen 14. Jahrhundert. In der späten Nachmittagssonne strahlte das denkmalgeschützte Bauwerk eine besondere Ruhe aus.
Zur gleichen Zeit saß Sheryll im ICE von Köln nach Frankfurt. Seit der Fertigstellung der neuen Schnelltrasse beträgt die Fahrtzeit nur noch 77 Minuten. Aber sie achtete nicht auf die Geschwindigkeit. Ihre Gedanken kreisten um die Fertigstellung des Projekts. Auch sie konnte nicht ahnen, in welcher Weise sich ihre Wege kreuzen würden.
Wie war es zu dieser fragwürdigen Bewusstseinerweiterung gekommen? Wie war sie in diese Gemeinschaft, diese Sekte, als welche manche sie bezeichneten, hineingeraten? Ihr Leben hatte sich grundlegend verändert, seit sie vor mehr als zwei Jahren ihren Mann und ihre beiden Kinder bei einem grausamen Verkehrsunfall verloren hatte. Zu diesem Zeitpunkt war sie innerlich vollkommen zusammengebrochen. Ihre Lebensbasis war ihr genommen worden. Sie hatte alles verloren, hatte alles gehen lassen, ihre Arbeit, ihre so streng und einfach strukturierte Weltsicht, einfach alles.
Dann war sie Grit begegnet. Grit schien zu diesem damaligen Zeitpunkt alles zu besitzen, was Sheryll auf so tragische Weise verlorengegangen war. Sie war lebenslustig, ja nahezu ausgelassen gewesen, immer positiv, niemals pessimistisch oder gar grüblerisch. Sheryll war sie wie ein Engel erschienen, und im Verlaufe ihrer Bekanntschaft hatte bald die Sonne wieder hervorzubrechen begonnen aus den zerklüfteten Düsternissen ihrer zertrümmerten und verlorenen Welt. Grit war in der Folge immer öfter zu ihr gekommen und hatte sie mit sich hinausgezogen. Auf langen, stillen Spaziergängen oder ausgelassenen Jahrmarktsbesuchen, im Kino, im Restaurant, in Ausstellungen und auf Konzerten, beständig war Grit neben ihr gewesen, an ihrem Ärmel zupfend, mit dem ausgestreckten Finger bald hierhin, bald dorthin deutend. Entlang dieses ausgestreckten, hinweisenden Fingers, hatte Sheryll schließlich gelernt, das Leben und die Welt wieder neu zu sehen. Diese gedachte Verlängerung von Grits Zeigefinger, dieses gedachte "Hinaus" über den Endpunkt von Grits Körperlichkeit, hatte ihr schließlich die Umgebung neu zu eröffnen vermocht, und war so zu einem "Hinaus" aus ihrem selbstgebauten, dunklen und einsamen Gefängnis geworden.
Sheryll wurde aus ihren Gedanken gerissen, als der Schaffner die Tür zu ihrem Abteil aufzog und ihre Fahrkarte verlangte. Er musterte sie misstrauisch, aber daran hatte sie sich in den letzten zwei Jahren gewöhnt. Sie konnte es den Menschen nicht verübeln, wenn sie auf ihre Aufmachung in irgendeiner Weise auffällig regierten. Es war die typische Bekleidung der "Wanderer", wie sich die Gemeinschaft, der sie nun angehörte, nannte. Behängt mit zauberkräftigen Amuletten und bekleidet mit dem typischen formlosen Kleid aus grobem Leinenstoff, bot sie wahrhaftig ein ungewöhnliches Bild in einem modernen Hochgeschwindigkeitszug des 21. Jahrhunderts. Sheryll war das durchaus bewusst, und sie empfand, im Gegensatz zu ihren Anfangszeiten als "Wanderer", nicht mehr auch nur einen Hauch von emotionaler Beeinträchtigung irgendeiner Art, wenn andere sie, mal spöttisch, mal misstrauisch, oder, die lästigste Variante des unseligen Spiels, in offener Aggressivität, anstarrten. Sie steckte ihre Fahrkarte zurück in ihren Beutel und sah wieder aus dem Fenster, wo jetzt eine alltägliche deutsche Landschaft vorüberzog. Bäume, Wiesen, Felder, kleine Dörfer mit kleinen Häusern. Sheryll dachte an all die Bewohner dieser Häuser, dachte an all die alltäglichen Sorgen, die kleinen Freuden der Familien in diesen Häusern, dachte an ein Leben der Normalität hinter diesen Wänden, und versank so wieder in ihren Gedanken.
*
Karl stand am Fenster und sah weiter hinaus auf den Turm. Die Ritzen zwischen den einzelnen, groben, zum Teil bereits verwitterten Steinen, waren seit langem schon zugewachsen mit Moos. Oft war er bei seinen Spaziergängen die zerfallene Treppe des Turms hinaufgestiegen und hatte sich dort oben ausgeruht, den freien Blick auf die Landschaft genossen. Seit Stunden nun sah er hinaus auf diesen Turm, bewegungslos, still, versunken. Er schien auf etwas zu warten. Doch auf was? Was sollte schon geschehen, hier in diesem verschlafenen Nest ein paar Kilometer vor Frankfurt? Sein ganzes Leben hatte er hier verbracht. Sein ganzes Leben lang war er hier alleine gewesen, 77 unendliche Jahre lang. Manchmal in dieser ganzen Zeit, die so unendlich und doch so kurz gewesen war, die Ewigkeit in einem Augenblick, hatte er sein Leben wie eine Strafe empfunden, eine Strafe für ein Vergehen, von dem er nicht einmal wusste, worin es eigentlich bestand. Als es zu dämmern begann, wandte er sich um, zog sich seinen Mantel über und lief aus dem Haus, hinunter zur alten Bahnstation des Dorfes, wo bald der letzte Zug in Richtung Frankfurt abfahren würde. Dieses Mal würde er nicht zu spät kommen. Dieses Mal würde er zum rechten Zeitpunkt am rechten Ort sein, um endlich all die einzelnen, verstreut umherliegenden Bruchstücke seiner Existenz zusammenfügen zu können, blutige Scherben und Splitter einer verlorenen Unschuld. Als der D-Zug in den Bahnhof rollte und mit aufschreienden Bremsen sein Fahrt verlangsamte, um schließlich mit einem erleichterten, finalen Seufzer zum Stillstand zu kommen, da wusste Karl, dass dies der Weg der Erlösung sein würde. Und dieser alte, baufällige Turm vor seinem Wohnzimmerfenster, er war auf irgendeine Weise der Schlüssel dazu. Während er stumm am Fenster des Zuges saß, umgeben von einer Horde Jugendlicher, die, offensichtlich bereits stark angetrunken, ebenfalls auf dem Weg in die Stadt waren, um dort ihr ausgelassenes Treiben fortzusetzen und der um diese Zeit allmählich schläfrig werdenden Dorfidylle zu entkommen, da verlor er sich wie so oft in letzter Zeit in den unauslotbaren Tiefen der Vergangenheit.
Vor seinen Augen erschien das Bild des massiven, grobsteinernen Turmes im nebligen Morgengrauen eines neu anbrechenden Tages. Rabenschreie erklangen irgendwo. In Begleitung einer kleinen Delegation ritt seine Gestalt, hochaufgeschossen, mager im Körperbau, mit fleischlosem, hartem und freudlosem Gesicht, gekleidet in einen blutroten Seidenumhang, der weit über den Körper seines Reittieres hinabfiel, durch das baufällige Stadttor. Zu dieser sehr frühen Stunde lag alles noch in tiefem Schlaf. Niemand begrüßte ihn. Das Getrappel der Pferde hallte unheimlich durch den kleinen Ort. Bobenheim, hier war die unselige Sekte der Zauberer und Hexen am Werk. Dies war eines der Zentren ihrer gegen den Herrn gerichteten Aktivitäten und Schandtaten. Er hatte das in dem Augenblick gespürt, als sein Blick auf die Siedlung gefallen war. Er war der Inquisitor, sein Gefühl für die Anwesenheit böser Mächte war untrüglich. Leise murmelte er eine Bitte um Beistand und schickte zur Bekräftigung seiner Bitte noch einige "Vater Unser" und das "Glaubensbekenntnis" gen Himmel. Vor ihm ritt der Kreuzträger, der das Zeichen des Guten, das Zeichen des Sieges über die bösen Mächte hoch über ihren Köpfen erstrahlen lies.
Bobenheim war ein sehr bescheidenes Dörflein inmitten von weiten Acker- und Feldflächen. Die Häuser waren schmucklos und einfach gebaut, hier lebten einfache Menschen, die ein einfaches und kärgliches Leben voller Entbehrungen führten. Die Strasse durch das Stadttor, auf der sie sich befanden, war tatsächlich die einzige gepflasterte Strasse des Ortes. Sie führte in gerader Linie vom Stadttor zum Marktplatz, einem mittelgroßen Rund, an dessen Rand das Rathaus, als das neben der Kirche bedeutendste Gebäude des Ortes, gelegen war. Sie erreichten den Markt und trabten hinaus zu dessen Zentrum. Der Trommelschläger machte sich bereit. Sie würden den noch schlafenden Menschen die Ankunft des Herrn und seines Gerichts kundtun. Sie würden diese einfachen Menschen aus ihrem Schlaf erwecken, damit sie kamen um die Ankunft des Gerichts zu feiern. Das scharfe Knallen der Trommelschläge erfüllte die Luft. In immer gleichen Intervallen setzten es jedoch aus, und machte dem Chor der Stimmen platz, die einen Auszug aus der Litanei in lateinsicher Sprache sangen.
Dann ertönte wieder das laute Schlagen der Trommel.
Konrad von Marburg, der Inquisitor, Insistor, wie man ihn auch nannte, wartete in stolz gestraffter Haltung darauf, dass die nun allmählich erwachenden Dorfbewohner aus ihren Häusern traten, um ihn, als das personifizierte Gericht des Herrn, willkommen zu heißen. Er liebte diesen Augenblick, der für ihn jeweils gleichbedeutend mit dem offizielle Beginn seiner Mission an diesem oder jenen Ort war. Er genoss es, von seinem Pferd aus, den zusammenlaufenden Menschen enthoben, ihre Grüße, ihre Huldigungen, ihre ehrfürchtigen, scheuen, zuweilen ängstlichen Blicke entgegen zu nehmen, in sich aufzusaugen.
*
Die "Wanderer" waren eine verschworene Gemeinschaft von Menschen, die an die ewige Wiedergeburt des Geistes in einer fleischlichen Existenz glaubten. In langen Seminaren und sogenannten "Vergegenwärtigungssitzungen" suchten sie Wissen über ihre vergangenen Existenzen zu erlangen. Grit war zum damaligen Zeitpunkt bereits seit vielen Jahren ein "Wanderer" gewesen. Sie hatte Sheryll von den Ideen der Gemeinschaft überzeugt und sie das erste mal zu einem der Treffen der Gruppe mitgenommen, hatte sie dort eingeführt und die folgenden ersten Monate begleitet. Sheryll erfuhr von Grits vergangenen Existenzen. Sie war unter anderem als Hofdame am Hofe des französischen Sonnenkönigs gewesen, eine der Existenzen, die sie persönlich am liebsten mochte, und die sie dementsprechend häufig und ausführlich zur Schilderung brachte. Anfangs hatte Sheryll sich unwohl gefühlt im Kreise der "Wanderer", doch die Herzlichkeit der Menschen dort, ihr Verständnis und ihre vorbehaltlose Art bei der Aufnahme neuer Mitglieder, hatten sie schließlich überzeugt. Letztlich hatte sie ja nichts zu verlieren gehabt. Also warum nicht sich diesen freundlichen Menschen annähern und ihre Gemeinschaft genießen? Es war ihr jedoch zunächst nicht leicht gefallen, die Fesseln der Rationalität abzuwerfen. Sie war Zeit ihres Lebens eine realistische, bodenständige Persönlichkeit gewesen, Mutter zweier Kinder, zeitweilig Mitarbeiterin einer angesehenen Firma in Köln. Da war kein Platz geblieben für Hirngespinste, für metaphysische Theorien oder okkultes Gehabe. Aber alles veränderte sich, alles war beständig im Fluss, nichts blieb sich gleich, und Schwarz konnte morgen schon Weiß bedeuten und umgekehrt. Jetzt nach zwei Jahren aktiver Teilnahme am Leben der "Wanderer" war sie zu einem festen Bestandteil der Gruppe geworden. Sie leitete Seminare, und tat einiges für die Öffentlichkeitsarbeit der Gruppe, weshalb sie von den anderen Mitgliedern sehr hoch geschätzt wurde. Ihre Meinung galt einiges, und sie wurde oftmals zu allen möglichen Themen, die die Gemeinschaft betrafen zu Rate gezogen. Inzwischen war auch sie sich vergangener Existenzen bewusst, wenn auch bislang nur undeutlich. Sie glaubte sich an eine Zeit in einem vergangenen Leben zu erinnern, in der sie ausgedehnte Reisen durch die Schweiz, durch Frankreich und Deutschland unternommen hatte. Zudem hatte sie wohl einige Zeit am Genfer See gewohnt und dort eine Art schriftstellerischer Tätigkeit ausgeübt. Aber die Erinnerungen blieben schwach und undeutlich, vielleicht würde sie in einigen Jahren genaueres Wissen. So hatte Sheryll sich mit der Zeit ein neues Leben aufgebaut, und der Schmerz des Verlustes ihrer Familie brannte nur noch versteckt, verdrängt, irgendwo in notdürftig zugemauerten Winkeln ihres Unterbewusstseins. Alles war im Fluss, alles entstand und verging, nichts blieb sich gleich. Sheryll sah auf die Uhr, draußen dämmerte es, nur noch wenige Minuten bis Frankfurt, und noch zwei Stunden bis zum beginn der großen Promo-Veranstaltung der "Wanderer" vor dem Frankfurter Rathaus, zu der fast dreihundert Mitglieder aus ganz Deutschland erwartet wurden, und die von größter Bedeutung für die Gruppe war. Sheryll war eine der Initiationen dieser Veranstaltung gewesen, irgendwie war dies ihr Projekt, und nach wie vor war sie sich sicher, dass dieses öffentliche Auftreten von großer Wichtigkeit war. Man würde sich präsentieren können. Man würde seine Ziele darstellen können. Irgendwie schien das Abhalten dieser öffentlichen Zusammenkunft zu diesem Zeitpunkt das Richtige zu sein, zeitgemäß und dem Entwicklungsstand der Gruppe angepasst. Es war der richtige Zeitpunkt, ohne Zweifel.
*
"Schuldig! Schuldig im Namen des Gesetzes unserer Majestät des Königs! Schuldig des Furchterregenden Verbrechens des Teufelspakts! Schuldig geworden im unheiligen Bündnis mit dem ewigen Widersacher, dem Charmeur des schnellen Glücks, dem Heiland der Negativität, schuldig und jetzt in diesen Augenblicken rechtskräftig dazu verurteilt, den Tod zu erdulden, den Tod in eiserner Streckung, hervorgerufen durch die gegenläufigen Kräfte vierer verschiedener Stahlketten, die, gezogen von Pferden, an den Gliedern der Hexe befestigt werden sollen." Der Inquisitor verengte seine von Rissen umgebenen Augen, die lederne Haut seines Gesichtes zog sich in länglich eingegerbte Falten.
"Schuldig?"
Das Wort glitt wie öliges Fett aus ihrem Mund.
"Ich bin eine Hexe und muss demzufolge sterben. Was nun? Wem ist dies zu verdanken?"
Sie war jung, sie war schwanger, sie erwartete den Tod. Sie verdiente den Tod. Fast glaubte sie es selbst nach all der Qual.
Man brachte sie aus dem Saal indem das Urteil gefällt worden war. In ihrer Nacktheit, die man ihr bereits zur Verhandlung aufgegeben hatte, stolperte sie zwischen den sie festhaltenden behaarten Männerarmen der Gerichtsknechte über den staubigen Dorfplatz. Hinter dem steinernen Brunnen, einem aufragenden Monumentpfeiler in grobem Grau, gekrönt von der Skulptur eines sich vom Himmel herabstützenden Adlers, dort lag der Bereich, den die fleißigen Bewohner vom Rest des Dorfplatzes ausgegrenzt hatten, um der elenden und verruchten Hexe den Gar aus zu machen. Man band sie an den Pfahl, der aus dem Haufen trockenen Holzes herausragte. Noch immer verstand sie gar nichts. Nicht die Anklage, nicht die grausame und endlose Folter, nicht das Urteil und nicht den Tod. Sie sah keinen Sinn darin, wusste keinen Grund. Als die Flammen hochschlugen und der beißende Rauch sich in ihre Lungen drängte, war das letzte was sie sah und bewusst wahrnahm, das zynische Grinsen des Inquisitors, der sich unmittelbar vor dem Scheiterhaufen aufgebaut hatte und ein großes Kreuz in ihre Richtung hielt. Sie sah ihm in die Augen, starr und ohne Schwäche, und er hielt ihrem Blick stand. Im Moment des bevorstehenden Todes, kurz bevor der Rauch ihr das Bewusstsein nahm, war dies ein Augenblick höchster Intensität und zugleich nicht weniger als ein Versprechen.
*
Der D-Zug rauschte in den Bahnhof. Karl begab sich zum Ausstieg. Mühsam fing er den ruckartigen Stoß des anhaltenden Zuges ab. Er war eben nicht mehr der Jüngste, krank, alt und gebrochen. Er fühlte sich unwohl als er auf den belebten Bahnsteig hinaustrat. Ihm war schwindelig. Seine Knie waren zittrig und weich. Die Geräusche des Bahnhofs begannen in seinem Kopf zu dröhnen, die Ansage aus dem Lautsprecher über ihm hallte dumpf und unwirklich in seinen Ohren. Ihm würde schlecht werden. Krampfhaft hielt er sich an einer Bank fest. Dann brach er zusammen und verlor das Bewusstsein.
Als er erwachte lag er in den Armen einer Frau mittleren Alters. Sie sah mit klaren, gütigen Augen auf ihn hinab und berichtete ihm was geschehen war. Sie war gerade angekommen und aus dem Zug gestiegen als sie ihn hatte zusammenbrechen sehn. Daraufhin war sie zu ihm geeilt, um ihm zu helfen. Allmählich fühlte Karl sich wieder besser. Es war nicht das erste mal gewesen, dass sein Kreislauf ihn so im stich gelassen hatte. Die Frau half ihm wieder auf die Beine, und mit, wie es ihm schien, echter Besorgnis in ihrer Stimme erkundigte sie sich ein weiteres mal nach seinem Befinden.
Mit beherzten Schritten näherten sich ihnen zwei Sanitäter und übernahmen Karl. Als die Frau sich zum gehen wendete, hob Karl den Arm und hielt sie für einen Moment an ihrer Schulter zurück. Irgendetwas, dessen er sich nicht vollends bewusst war, veranlasste ihn dazu. Sie drehte sich noch einmal um und sah in seine Augen.
"Es tut mir leid, ich…"
Die Frau ließ ihn nicht aussprechen. Sie lächelte auf eine zutiefst unergründliche Weise, nickte, und ging ihres Weges.



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Eingereicht am 21. Juni 2004.
Herzlichen Dank an den Autor / die Autorin.
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