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Kurzgeschichte Kurzgeschichten

Weg-Kreuzungen

Eine Kurzgeschichte von Theresia Schulz


Als Karl zum Fenster hinaus schaute, konnte er nicht ahnen, in welcher Weise sich ihre Wege kreuzen würden. Sein Blick ruhte auf dem Alten Turm aus dem frühen 14. Jahrhundert. In der späten Nachmittagssonne strahlte das denkmalgeschützte Bauwerk eine besondere Ruhe aus.
Zur gleichen Zeit saß Sheryll im ICE von Köln nach Frankfurt. Seit der Fertigstellung der neuen Schnelltrasse beträgt die Fahrtzeit nur noch 77 Minuten. Aber sie achtete nicht auf die Geschwindigkeit. Ihre Gedanken kreisten um die Fertigstellung des Projekts. Auch sie konnte nicht ahnen, in welcher Weise sich ihre Wege kreuzen würden.
Karl betrachtete den Turm mit einem liebevollen Blick: "Wie sehr er diesen Anblick genoss!" Mitte 13. Jahrhundert im halbwegs gotischen Stil erbaut. Das Innere wurde während dem Barock neu gestaltet. Seine Liebe für diese Zeugnisse der Zeit begleitete ihn schon sein ganzes Leben. Solange er sich erinnern konnte, faszinierten ihn Kirchen und alte Gemäuer und natürlich das, was sich darin an Schätzen verbarg. Er hatte sich hier in Rimini niedergelassen, als es der Zufall so wollte und diese Wohnungsanzeige ihm ins Auge sprang. Er glaubte an Bestimmung und war überzeugt, das Richtige zu tun. als er sie kaufte. Viele Jahre waren seit dem vergangen und er hatte es bis heute nicht bereut.
Jeden Morgen stand er nach dem Aufstehen mit seiner Tasse Kaffee am Fenster und freute sich über den schönen Anblick, der sich ihm bot. Heute genoss er nun die späte Nachmittagssonne und ließ seine Gedanken schweifen. Seine Tage sahen jetzt anders aus, als vor Jahren. Heute hatte er Zeit und Muße, das zu tun, was für ihn wichtig war und ihm Freude machte. Es erfüllte ihn mit tiefer Dankbarkeit, dass seine Kenntnisse als Kunsthistoriker so geschätzt wurden, dass er auch nach seiner Pensionierung noch immer zu wichtigen Entscheidungen dazugerufen wurde. So auch in den folgenden Tagen.
Eine junge Frau aus Köln war auf dem Weg hierher. Er würde sie morgen aus Rom abholen, um sich mit ihr gemeinsam auf den Weg nach Rimini zu machen. Auf sie war großes Augenmerk gefallen, durch einige hervorragende Restaurationsarbeiten, die sie geleistet hatte. Jetzt startete sie ein neues Projekt: Ein großes Kruzifix auf einer modellierten Tafel. Es befand sich in "seiner" Kirche, die Kirche des Heiligen Augustinus. Dort sollte nun dieses Meisterwerk der Rimineser Schule restauriert werden. Man hatte ihn gebeten, das Ganze zu begleiten. Nichts tat er lieber als das. Er setzte die Tasse an seine Lippe und verharrte. Wieder einmal holten ihn seine Erinnerungen ein. Ganz klar sah er ihr Gesicht vor sich mit diesen haselnussbraunen Augen. "Haselnuss", ja, so hatte er sie genannt. Schon beim ersten Mal, als er sie traf, hatte diese Frau ihn fasziniert. Wie sie so dastand an der Rezeption des kleinen Hotels in Rimini, in dem auch er immer gerne wohnte, um sich ein wenig zu erholen und nebenbei seinem Hobby nachzugehen. Umgeben von Resten der Stadtmauern - nicht weit von den Römischen Grenzmauern entfernt - fühlte er sich sicher und genoss die wenigen Tage seiner Freizeit.
Es konnte kein Zufall sein, dass er sie dort traf. Ihre Augen fanden gleich den Weg zueinander und hielten sich fest. Dunkel waren sie und unergründlich. Bestürzt entdeckte er auch den Schmerz und tiefe Traurigkeit. Als sie ihre Koffer nahm, um in ihr Zimmer zu gehen, war er bewegungsunfähig. Wie immer haderte er mit sich selbst. Was würde er darum geben, charmant und witzig zu sein. Vielleicht etwas von der Leichtigkeit der Italiener zu haben, dann hätte er diesen Augenblick nicht so einfach an sich vorbeiziehen lassen. Aber das Schicksal meinte es gut mit ihm, als er am Abend an seinen gewohnten Tisch trat, um sein Abendessen einzunehmen, fing sein Herz an zu stolpern. "Haselnuss" saß an seinem Tisch und fragte, ob er einverstanden sei, wenn sie ihm Gesellschaft leisten würde. Damit hatte sie sein Herz gewonnen! Katharina war ihr richtiger Name, schlank war sie, mittelgroß und hatte lange, dunkle, glatte Haare, die sie immer wieder mit einer sanften Bewegung aus dem Gesicht strich, um sie hinter ihr Ohr zu legen. Diese Bewegung sollte er nie vergessen.
Es wurde ein zauberhafter Abend. Er brachte sie sogar zum Lachen, wunderschöne Zähne glänzten aufgereiht wie Perlen in diesem Mund, der sie zu rufen schien. Diese Augen, die ihn so sehr gefangen nahmen, und ihn nicht mehr los ließen. Er war hoffnungslos verloren. Er überließ sich völlig ihrer sanften Führung. Sie verbrachten zwei wunderbare Wochen gemeinsam, ohne sich in dieser Zeit zu trennen. Alles war perfekt, sie glücklich mit ihm, er wusste es genau! Oft fragte er sich, was sie wohl an ihm finden würde. Er sah sich als durchschnittlich gut aussehender Mann, der aber sehr oft als "Verlegenheitskind" auffiel im privaten Bereich. Wenn er sie fragen wollte, legte sie nur die Finger zärtlich auf seine Lippen und schüttelte sanft den Kopf. Sie wollte nichts von sich preisgeben, und so fragte er sie nicht weiter.
Dann kam dieser schreckliche Morgen: Katharina hatte darum gebeten, die Nacht alleine verbringen zu können, da es ihr nicht gut ginge. Besorgt hatte er sie gehen lassen und freute sich nun auf ein gemeinsames Frühstück. Als sie um 10.00 Uhr immer noch nicht erschien, machte er sich Sorgen und ging zur Rezeption, um sie anzurufen. Segniore Borgana blickte ganz betroffen, als er seinen Wunsch mit Besorgnis kundtat. "Wissen Sie denn nicht, dass die Segniora abgereist ist?", fragte er vorsichtig. Er konnte sich gut erinnern, was für ein Gefühl ihn ereilte, als er diese Frage hörte. Seine Ohren fingen an zu rauschen, sein Schädel dröhnte und die Erde tat sich auf. Mit seinen 30 Jahren fühlte er sich wie 80 und fühlte alles verloren, was ihm wichtig war. Sie hatte ihm keine Adresse hinterlassen, nur ein paar Zeilen. Diese bewahrte er heute noch auf, gaben sie ihm doch die Sicherheit, dass sie ihn geliebt hatte, aber nicht frei war. Dass diese zwei Wochen ihr Leben veränderten und ihr Kraft für die Zukunft gaben. Sie bat ihn um Verständnis für ihr Verhalten. Ein Jahr hatte es gedauert, bis es ihm möglich war, in Ruhe und mit Abstand an sie zu denken, ohne dieses scheußliche Gefühl im Bauch. Nach all den Jahren erfüllte ihn immer noch die Sehnsucht, wenn er es sich erlaubte, an sie zu denken. Sie war seine große Liebe, niemals würde er diese schöne Phase in seinem Leben missen wollen. Er schüttelte bedauernd seinen Kopf: Es war wirklich wie in einem schlechten Film. Nun gut, er setzte die Kaffeetasse ab, leckte sich über die Lippen und verzog sein Gesicht. Kalter Kaffee war kein Genuss mehr.
Sheryll war inzwischen am Frankfurter Bahnhof angekommen. Die Zeit war nur so geflogen, sie hatte ihren Gedanken nachgehangen und nichts von der Außenwelt mitbekommen. Einzige Unterbrechung war ihre Fahrkartenkontrolle. Mit dem kleinen Handgebäck lief sie über den Bahnsteig zur Treppe und hielt Ausschau nach den Taxi-Hinweisschildern. "Zum Flughafen, bitte", sagte sie zum Fahrer und blickte auf ihre Uhr. Zufrieden ließ sie sich in die Rückbank plumpsen und schloss kurz die Augen. Es lief bisher alles prima, sie war pünktlich und hoffte, dass es der Flieger auch war. Rom rief sie, es kribbelte schon in ihrem Bauch. So lange hatte sie auf eine derartige Chance gewartet. Niemand konnte ermessen, was diese Tage in Rimini und Rom für sie bedeuteten. Stetig hatte sie darauf hingearbeitet, ihren Namen und ihr Können unter Beweis zu stellen. Jetzt hatte sie es geschafft. Ein glückliches Lächeln huschte um ihre Lippen. Wie stolz war Mutter, als sie ihr von diesem Auftrag berichtete. Das erste Mal nach Vaters Tod hatte ihre Mutter sie mit Tränen in den Augen beglückwünscht und ausgelassen eine Runde in ihrem Arm getanzt. Sheryll musste leise kichern, denn so spontan hatte sie ihre Mutter zu keiner Zeit in Erinnerung. Schade, dass sie nicht mitkommen wollte, zu gern hätte sie ihr ein paar schöne Tage vor Ort gegönnt und die Abende mit ihr gemeinsam verbracht, bei Wein und leckerer Pasta: Mmmmhhhhh.. Jetzt spürte sie auch ihren Magen, Hunger meldete sich an. Als der Taxifahrer hielt und die Tür öffnete, zuckte sie zusammen: "Wie kann man nur so vor sich hin träumen?", dachte sie bei sich und drückte dem Fahrer dankend seinen Fahrpreis und Trinkgeld in die Hand. In der Flughafenhalle galt ihr erster Blick der Flugtafel: "Gott sei Dank, alles pünktlich!" Lachend marschierte sie zum Schalter. Mit ihrem Handgepäck konnte sie gleich einchecken und durch die Sicherheitskontrolle gehen. Die nächsten 4 Tage waren für sie wichtig, um ihr Projekt genau zu inspizieren. Bisher hatte sie nur Fotos und Filmmaterial bekommen. Bis aufs kleinste Detail hatte sie alles erarbeitet, was im Vorfeld möglich war. Auch die kunsthistorische Literatur zu diesem Meisterwerk hatte sie verschlungen. Was für eine wunderbare und anspruchsvolle Aufgabe sie erwartet! Da die Restaurationsarbeiten keinen großen Rahmen boten, war es um so wichtiger, im Detail zu arbeiten. Die Vorfreude war riesig und mischte sich mit Neugierde und angstvoller Erfurcht. Als ihr Flug aufgerufen wurde streckte sie sich und ging hoch erhobenen Hauptes zum boarden. Sie war sehr gespannt und konnte es kaum noch erwarten. Dankend nahm sie Platz, als die Stewardess ihr den Sitz zuwies. Als sie sich anschnallte, war sie mit ihren Gedanken schon wieder in Italien. Bald aber holte der Hunger sie ein und sie nahm freudig den kleinen Snack in Empfang. Obwohl es nur ein kurzer Flug war, hatte sie die plötzliche Müdigkeit überrollt. Sie war eingeschlafen und wurde erst wieder wach, als sie zur Landung ansetzten. Nachdem sie die Maschine verlassen hatte, strömte ihr schon schöne, warme Luft entgegen. "Herrlich" dachte sie und atmete tief ein und aus. Das Flugzeug war so dicht am Flughafengebäude geparkt, dass sie keinen Bus benötigten. Zu Fuß gingen alle Passagiere hinüber in den Ankunftsbereich. Da sie kein weiteres Gepäck mehr erwartete, war der Ausgang ihr direktes Ziel.
Suchend blickte sie sich um. Prof. Dr. Karl Helgermann wollte sie am Flughafen abholen. Erst jetzt wurde ihr bewusst, dass sie keine Ahnung hatte, wie dieser Mensch überhaupt aussah. Plötzlich blieben ihre Augen an ihrem Namen hängen. Mit großen Buchstaben auf weiße Pappe gemalt war er nicht zu übersehen. Strahlend trat sie vor den netten älteren Herrn, der sie erwartete und sie seinerseits nicht kannte. Mit ausgestreckter Hand stand sie vor ihm und war doch etwas irritiert von ihrem Gegenüber. Langsam ließ sie ihre Hand wieder sinken und schaute den Professor fragend an: "Es ist doch richtig, Sie sind doch Prof. Karl Helgermann, nicht wahr?" Karl brachte es kaum fertig, zu antworten. Nur sehr langsam kamen seine Lebensgeister wieder. "Ich muss wie ein kompletter Idiot aussehen und noch dazu unhöflich wirken." "Ja, natürlich", stotterte er und reichte ihr ebenfalls seine Hand. "Bitte entschuldigen Sie vielmals". Sheryll nickte mit dem Kopf und lächelte wissend. "Ja, ja, so sind sie, die zerstreuten Professoren". Aber sympathisch sah er aus und er war ein Könner auf seinem Gebiet. Sie stellte sich kurz vor und ließ sich dann von ihm zu seinem Auto bringen.
Etwas merkwürdig war es schon, mit einem völlig Fremden unterwegs zu sein. Sie spürte immer wieder seine Blicke und begann deshalb ihrerseits zu berichten, über ihre Tätigkeit und ihre Vorfreude. Es machte sie völlig nervös, gar keine Resonanz zu bekommen. Der Professor blieb sehr schweigsam und machte auf sie einen merkwürdigen Eindruck. Er wirkte angespannt, nervös und irgendwie ruhelos. Kleine Schweißperlen glänzten auf seiner Oberlippe und seine Hände zitterten während der Fahrt. "Geht es Ihnen nicht gut? Kann ich Ihnen helfen?", fragte sie vorsichtig und legte ihre Hand auf die seine. Als ob der Schlag ihn getroffen hätte, zuckte er zusammen. Erschrocken zog sie ihre Hand zurück. "Nein, nein, alles ist in Ordnung", antwortete der Professor darauf hin und nickte bestätigend mit dem Kopf. "Ich glaube, ich werde mich heute Abend etwas ausruhen müssen. Diese Arbeit beschäftigt mich mehr, als ich dachte. Morgen sieht alles anders aus." Dabei sah er sie das erste Mal direkt an und lächelte. Dieses warme Lächeln ging ihr durch und durch. "Wie schön", dachte sie, "alles wird gut. Er ist ein lieber Mensch. Wir werden uns verstehen." Ihre Augen trafen sich und kommunizierten ohne Worte.
Während der weiteren Fahrt genoss sie schweigend das Bild, welches ihr geboten wurde. Sie kamen zügig voran, so dass die Landschaften und Ortschaften wie ein Film an ihr vorbeiglitten. In Rom brachte er sie zum Hotel und begleitete sie noch kurz zur Rezeption. Sie verabredeten sich für den nächsten Morgen zum Frühstück, um alles weitere zu besprechen.
Etwas unbeholfen verabschiedete er sich von ihr und hielt ihre Hand in der seinen. Vielleicht etwas zu lange, aber er vermochte seinem Gefühl keinen Ausdruck zu geben. Sheryll wurde warm ums Herz. "Wie niedlich", dachte sie, "ich scheine ihm zu gefallen". Sie strich mit ihrer freien Hand die langen dunkelblonden Haare aus ihrem Gesicht und schob sie hinter ihr Ohr, lachte ihm noch einmal zu und ging dann auf ihr Zimmer.
Karl stand noch immer wie festgenagelt an der selben Stelle. "Wie war das möglich? Was sollte das jetzt werden? Das Schicksal wollte ihm wohl einen Streich spielen." Er gab sich einen Ruck. Mit hängenden Schultern ging er zur Tür hinaus. Viele Fragen und Gedanken kreisten in seinem Kopf. "Nicht möglich! Nicht möglich" hämmerte es auf ihn ein. Er musste sich erst einmal von seinem Schock erholen. In seiner Wohnung stellte er sich wieder einmal an das Fenster, und blickte auf den Turm. "Gib mir etwas von deiner Ruhe", dachte er und trank einen doppelten Cognac.
Zur gleichen Zeit telefonierte Sheryll mit ihrer Mutter und berichtete aufgeregt von ihrer Ankunft. Besonders erwähnenswert fand sie auch das merkwürdige Verhalten des Professors. Erst als gar keine Reaktion mehr von ihrer Mutter kam, wurde sie stutzig. "Mama, hörst du mir überhaupt zu?", fragte sie beleidigt. Es dauerte einen Moment, bis ihre Mutter leise fragte "Wie war doch der Name dieses Herrn, der dich bei diesem Auftrag begleitet?" "Herr Prof. Dr. Karl Helgermann, ein sehr netter, sympathischer Herr. Leider etwas schweigsam und schüchtern." "Oh", flüsterte ihre Mutter und Sheryll überfiel die leise Ahnung, dass irgendwas nicht in Ordnung war. "Weißt Du Mutter, man könnte meinen, ihr habt euch abgesprochen. Euer Verhalten ist mehr als merkwürdig. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, ihr kennt euch. Er hat mich angeschaut wie eine Erscheinung." Da plötzlich fiel bei ihr der Groschen. Hatte ihre Mutter nicht einmal von einer großen Liebe in Italien erzählt, einem Mann, den sie nie hatte heiraten können, da sie ihn erst kurz vor der eigenen Hochzeit mit ihrem Vater kennengelernt hatte. "Wow..." sie musste sich setzen. "Mama, du musst hier herkommen", platzte es aus ihr heraus. "Du musst ihn treffen. Einen solchen Zufall kann es nur gewollt geben. Das Schicksal will es so." Am anderen Ende der Leitung blieb es still. "Du wirst doch nicht auflegen", schrie sie aufgeregt ins Telefon. "Doch", antwortete Katharina "ich werde auflegen. Denn ich habe noch vieles zu erledigen, bevor ich heute Abend die letzte Maschine nehmen." "Jaaahhhh!", Sheryll konnte es kaum glauben. Etwas hilflos saß sie auf ihrem Bett und starrte das Telefon an. Dann zog sie beherzt ihre Unterlagen aus der Tasche und suchte seine Telefonnummer hervor. Sie hatte sie - für den Notfall - schon vorab bekommen. Mit zittrigen Händen drückte sie die Tastatur und horchte auf die Freischaltung.
"Pronto?" meldete sich seine tiefe Stimme, nicht ahnend, was er gleich erfahren würde. Als Karl den Hörer auflegte, war ihm, als ob er träumte. Er wollte nicht weiter darüber nachdenken, er würde die ganze Wahrheit erfahren. Doch jetzt würde er zum Flughafen fahren und seine "Haselnuss" wiedersehen. Nach all den Jahren, egal was auch immer geschehe, sein größter Wunsch hatte sich erfüllt: Er sah sie wieder und konnte sie in seine Arme schließen. Mit Schwung griff er seine Jacke, schloss die Tür hinter sich und lief die Treppe hinunter. "Man ist doch so alt, wie man sich fühlt", dachte er und schmunzelte. Während der Fahrt erwischte er sich dabei, leise vor sich hin zu summen. Er freute sich einfach. Er freute sich auf seine Arbeit mit Sheryll, auf sein Wiedersehen mit "Haselnuss" und - ja - auf all das, was dem folgen würde.



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Eingereicht am 15. Oktober 2003.
Herzlichen Dank an die Autorin.
Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise, bedürfen der schriftlichen Zustimmung der Autorin.