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Kurzgeschichte Kurzgeschichten

Eine erotische Begegnung ohne Worte

Eine Kurzgeschichte von Agnetha Skog


Als Karl zum Fenster hinaus schaute, konnte er nicht ahnen, in welcher Weise sich ihre Wege kreuzen würden. Sein Blick ruhte auf dem Alten Turm aus dem frühen 14. Jahrhundert. In der späten Nachmittagssonne strahlte das denkmalgeschützte Bauwerk eine besondere Ruhe aus.
Zur gleichen Zeit saß Sheryll im ICE von Köln nach Frankfurt. Seit der Fertigstellung der neuen Schnelltrasse beträgt die Fahrtzeit nur noch 77 Minuten. Aber sie achtete nicht auf die Geschwindigkeit. Ihre Gedanken kreisten um die Fertigstellung des Projekts. Auch sie konnte nicht ahnen, in welcher Weise sich ihre Wege kreuzen würden.
Plötzlich kommt der ICE auf der Strecke irgendwo vor Limburg zum Stehen, und kurz drauf ertönte durch die Lautsprecheransage die Mitteilung, dass eine Betriebsstörung sie zu diesem unplanmäßigen Halt gezwungen hätte. Die Passagiere wurden gebeten, Geduld zu haben - man werde sein Bestmögliches tun, damit die Fahrt bald fortgesetzt werden könne. Sheryll wurde in solchen Augenblicken immer ungehalten - war sie als erfolgreiche Geschäftsfrau doch stets abhängig von der Einhaltung der exakten Vorgaben in ihrem Terminkalender, so wie ein Zuckerkranker von seinem Insulin.
Die Störung schien sich in der Tat hinzuziehen - Sheryll wurde immer ärgerlicher und nervöser und konnte sich bald auch nicht mehr auf ihr Projekt konzentrieren. So legte sie ihre Unterlagen beiseite und lehnte sich zurück und versuchte, an etwas anderes zu denken. Sie merkte, wie ausgepowert sie sich innerlich fühlte. Nach diesem Projekt, das sie morgen zum Abschluss bringen wollte, würde sie sich einen Urlaub gönnen...... sie arbeitete viel zu viel. Sie wollte die Entspannung von Sonne, Strand, Meer genießen.... einfach nur Unbeschwertheit, bevor das nächste Projekt anlag.
Karl war ebenfalls als Arbeitstier bekannt. Als Geschäftsführer waren Freizeit und Urlaub für ihn lange Zeit Fremdwörter gewesen. Nachdem er mit Bernhard zusammenarbeitete, schaffte er es jedoch, beruflich ein wenig kürzer zu treten. Und während er nun in seinem Liegestuhl auf dem Balkon saß und die beruhigende Aussicht auf den alten Turm genoss, dachte er an seinen bald bevorstehenden Adria-Urlaub auf der Insel Krk in Kroatien... Am Samstag würde es losgehen..... Nein, er wollte keinen Ballermannurlaub - seine Vorstellung war, einen Platz zu finden, wo er sich einfach nur entspannen und die Wärme und das Nichtstun genießen konnte..... fernab von allem, was Arbeit und Termine hieß. Seine Augen wurden schwerer, und allmählich glitt er in einen wohltuenden Schlaf. "Ich fahre ans Meer...." murmelte er im Halbschlaf vor sich hin, bevor er in einen Traum versank.... "Ich fahre ans Meer.............. Die Sonne bewegt sich auf die glänzende Fläche des tiefblauen Meeres zu und färbt es am Horizont nach und nach in ein sattes Rot. Ein leichter Abendwind weht um meine Nase, während ich in einer versteckten Sandbucht liege und die Ruhe und Faszination dieses Sonnenuntergangs genieße. Wie sehr habe ich ihn ersehnt, diesen Urlaub, nach all dem Stress der vergangenen Monate. Neben mir im Strauchwerk zwitschert ein Vogel. Ich kaue auf einem Grashalm und denke an nichts – all meine Sinne konzentrieren sich auf die Schönheit und Ruhe des Meeres, den Duft nach salziger Luft, den Vogelgesang sowie das Plätschern des Meereswassers.
Plötzlich raschelt es in einigen Metern Entfernung und eine Gestalt taucht links vor mir auf. Es ist eine Frau, leicht bekleidet in einem kurzen Baumwollkleid. Sie geht barfuß durch den Sand und hat mich offenbar noch nicht bemerkt. Ihr langes blondes Haar weht im Wind. Ich verhalte mich ruhig und wage mich nicht zu bewegen. Ihr Blick ist auf das Meer und den wunderbaren Sonnenuntergang gerichtet. Offensichtlich übt diese Bucht mit ihrer einmaligen Stimmung eine ebensolche Anziehungskraft auf sie aus wie auf mich. Ihre nackten Füße stehen halb im Wasser, und sie streicht sich durchs Haar, ihre ganze Haltung strahlt Genuss aus. Auch ich genieße in meinem Versteck in der Bucht – jetzt nicht so sehr den Sonnenuntergang, als vielmehr den Anblick dieser anmutigen Frau. Sie steht jetzt ganz nah, ohne sich meiner Anwesenheit bewusst zu sein. Meine Blicke gleiten an ihrem schlanken Körper herunter zu ihrem Po und ihren langen Beinen. Ein tiefes Begehren erwacht in mir. Plötzlich dreht sie sich um und schaut direkt in meine Richtung. Sie erschrickt. Schüchtern, ein wenig scheu, lächelt sie mich an. Zögernd kommt sie auf mich zu. Mir fallen ihre blauen Augen auf, die den Himmel widerzuspiegeln scheinen.
Sie setzt sich mit angewinkelten Beinen rechts neben mich in den Sand. Wir schauen schweigend hinaus auf das Meer. Es baut sich ein spannungsvolles Knistern zwischen uns auf. Meine Hand tastet sich langsam zu ihrer und streichelt sie sanft, während unsere Schenkel sich berühren. Meine Hand gleitet langsam an ihrem Arm hoch zum Hals, ich küsse ihn zärtlich, während ich ihr den linken Spaghetti-Träger von der Schulter streife. Meine Lippen nähern sich ihrem Gesicht, ihren sanften, vollen Lippen, dabei befreie ich auch die rechte Schulter. In diesem Moment rutscht das Kleid herunter und entblößt ihre Brüste. Wir sinken gleichzeitig in den Sand hinunter. Meine linke Hand fährt an ihrem Hals hinunter und streichelt in sanften Bewegungen ihre sich rasch aufrichtenden Brustwarzen. Unser beider Atem wird heftiger. Mit meiner rechten Hand wandere ich über ihre schlanken Beine nach oben, während sich unsere Zungen begegnen. Meine Hand hat ihren Slip erreicht und streift ihn ab – sie spreizt ihre Beine und meine Finger betasten ihre merklich feucht gewordene Muschi und suchen sich ihren Weg zwischen die Schamlippen in ihre warme Liebeshöhle. Dabei reiben sie zärtlich ihre hervorgetretene Klitoris.
Sie beginnt lustvoll zu stöhnen, während ich mich von meinen Shorts befreie und meinen glänzenden kräftig angeschwollenen Penis an ihrer Vagina reibe. Ihr Stöhnen wird lauter, ihre Brüste beben unter ihrem heftigen Atem, und ich nehme die festen rosigen Brustwarzen begierig mit meinen Lippen auf. In diesem Moment kommt sie zu einem gewaltigen Orgasmus, der den Boden unter uns zum Erzittern bringt. Mein Penis dringt gleichzeitig tief in ihre Liebeshöhle ein und bereits nach wenigen rhythmischen Bewegungen erreiche ich in unermesslicher Erregung einen heftigen Höhepunkt. Unsere Körper verschmelzen und saugen einander voller Begehren auf. Nur langsam entspannen wir uns wieder. Die Sonne ist gerade im Meer untergegangen. Noch immer haben wir kein Wort gewechselt...."
In dem Moment schlägt die Turmuhr sechs Mal und Karl erwacht abrupt.
Sheryll war inzwischen am Frankfurter HBF angekommen und auf dem Weg in ihre Penthouse-Wohnung. Dabei kam sie an einem Reisebüro vorbei und las dort auf einem einladenden Plakat die Worte "Insel Krk in Kroatien - tanken Sie Sommer, Sonne, Meer - Erholung pur!" Das war doch gerade das, was sie wollte!
Sie betrat das Reisebüro und legte ihren Flug auf kommenden Samstag fest..... Der einzige Nachteil war, dass sie allein reisen musste, da ihre Freundinnen keinen Urlaub mehr übrig hatten.
Sheryll dachte: "Vielleicht mache ich dort eine nette Urlaubsbekanntschaft?" und strich ihr langes blondes Haar aus dem Gesicht über die Schultern nach hinten.



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Eingereicht am 21. Juli 2003.
Herzlichen Dank an die Autorin.
Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise, bedürfen der schriftlichen Zustimmung der Autorin.