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WM 2006 - Papst gehört zur ersten Elf

© Meiko Gutmann


Papst Benedikt vs. WM 2006
Fast ist es nun so weit. Die Weltmeisterschaft im eigenen Land steht ins Haus. Sie findet sogar vor der eigenen Tür statt. Ein Muss für jeden Deutschen, jeden Fußballkranken und all jene, die sich im Licht dieses Jahrhundertevents sonnen wollen. Ein gesellschaftliches Ereignis oberster Güte. Über Wochen richtet die Welt Ihr Augenmerk auf Fußballdeutschland.
Wünschenswert wäre hierbei eine ähnliche Euphorie wie bei der Wahl und dem Amtsantritt unseres Papstes. Bitte lassen Sie uns jetzt nicht den Vergleich Religion vs. Fußball bemühen. Wenn zuweilen bei diversen Fußballclubs von Religion die Rede ist, dient mein Vergleich nicht im Ansatz dazu, Glaube und Sport in einem Atemzug zu nennen.
Vielmehr sollten wir uns auf ein völkerverbindendes Spektakel freuen. Sollten, ebenso wie auf dem Petersplatz geschehen, auch einem Fremden unsere Aufmerksamkeit entgegenbringen. Ungeachtet der Nationalität, die Feste feiern wie sie fallen. Da wird ein Deutscher zum Papst ernannt und die Massen jubeln. Gleichgültig welchem Fußballverein er angehört, egal aus welchem Lande er abstammt, völlig belanglos welche Hautfarbe dieser Mensch hat. Er dient einer Sache, die Millionen von uns auf diesem Erdball bewegt. Den einen mehr, den anderen weniger. Dennoch kann fast niemand der Sache etwas Negatives abgewinnen. Ebenso wie dieser Umstand die Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland begleitet.
Meine Mutter freut sich auf die WM im eigenen Land, wahrscheinlich wird sie nichts desto trotz eher wenig davon mitbekommen. Meine Person ist schon ganz gespannt darauf wie es sein wird, wenn die Brasilianer ins Land einziehen, wenn in den WM-Städten vor und nach den Partien das Leben pulsiert. Jegliche Probleme unseres Landes für wenige Wochen in den Hintergrund rücken. Deutschland im Ausnahmezustand.
Und auch wir haben einer Sache zu dienen. Lasst uns alle, egal welcher Fußballnationen sie angehören, willkommen heißen. Schenkt ihnen den Respekt, die Emotionen, welche 350.000 Menschen auf dem Petersplatz unserem Papst Ratzinger zu Teil werden ließen. Den Berichterstattungen aus dem Vatikan konnten wir kein gellendes Pfeifkonzert entnehmen. Ein bunter Mix aus den verschiedensten Nationen versammelte sich, um dem heiligen Vater teilweise frenetische Ovationen entgegen zu bringen. Stimmung, wie sie selbst Wembley nie erlebte, schwappte in einer Welle der Begeisterung über den Petersplatz.
Gefeiert wurde Hand in Hand, Seite an Seite und Schulter an Schulter. Ein Ereignis welches selbst die nicht- oder nur zum Teil gläubigen Menschen aufhorchen ließ. Welches den Vatikanstaat für einige Tage zum Mittelpunkt der Welt emporhob. So wie es in Deutschland schon ca. 80 Millionen Bundestrainer des DFB gibt, gab es nun ebenso viele Päpste. Ein wahrer Hype entstand um den Mann aus Bayern. Alle wollten mitreden und dabei sein.
Warum also nicht diese Form von Emotion mit ins nächste Jahr transportieren. Sich freuen an der Sache.
Jegliche übertriebene Konkurrenz und Rivalität ad acta legen. Gemeinsam mit unseren hoffentlich zahlreich vertretenen Gästen ein Fest zelebrieren, der Welt die schönste Seite Deutschlands präsentieren.
Im Sommer 2006 werden alle Augen auf unser Land gerichtet sein. Es wird nur ein Thema in Funk und Fernsehen vorherrschen. Es wäre zutiefst enttäuschend, durch negative Schlagzeilen wie zum Beispiel Schiedsrichterskandale, Fanausschreitungen und verwüsteten Innenstädten, einen Schatten über dieses Event zu werfen. Nehmen wir uns an den 350.000 Menschen auf dem Petersplatz ein Beispiel und applaudieren nicht nur bei der Hymne unserer Nationalmannschaft. Vielleicht würde dies die Schärfe aus so manchem Duell zweier Erzrivalen nehmen. Vielleicht könnte man auf so manche Presse- und Redeschlacht während des Turniers verzichten. Dies könnte die Stimmung neben dem Platz bedeutend friedlicher gestalten.
Vielleicht schaffen wir es ein ganz neues Image unserer Nation in die ganze Welt zu transportieren. Zeigen wir ihnen, dass Deutschland sich bewegt, dass allen Unkenrufen zum Trotz kein Stillstand zu verzeichnen ist. Dass gerade wir uns nicht mit dem Erreichten zufrieden geben, an uns arbeiten und der Welt zeigen, dass auch in Zukunft mit einem starken Deutschland innerhalb Europas zu rechnen ist. Wir können sicher sein, dass auch die ausländischen Investoren die Weltmeisterschaft verfolgen, ebenfalls Menschen die sich vergewissern, ob mit Deutschland auch weiterhin zu rechnen ist. Wenn alle an einem Strang ziehen, kann dies für unser Land den benötigten Schub auslösen.
Wieso also nicht die Ärmel hochkrempeln, mit Begeisterung Begeisterndes offerieren und so zur positiven Wende ein Stück beitragen? Die Weichen sind gestellt. Nun muss der Zug sich nur noch in Bewegung setzen.
Also sollten wir uns alle am Beispiel des Papstes orientieren. Nicht fragen und warten, nicht "ich kann nicht" oder "will nicht mehr". So wie der Papst seinem Gott dient, lasst uns unserem Land dienen. Vielleicht wird sich über die nächsten Jahre und Jahrzehnte hinweg keine bessere Chance mehr finden.



Eingereicht am 19. Juli 2005.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
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