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Hamburg - Tor zur Welt

© Lotte Lott


Ich gucke auf die Anzeigetafel und traue meinen eigenen Augen nicht. Es steht tatsächlich eine 1 hinter dem Doppelpunkt. Spanien führt gegen Deutschland. Es steht 0:1 in dem WM-Halbfinalspiel Deutschland gegen Spanien. Die Stimmung ist jedoch erstaunlich gut. Das Stadion ist ausverkauft, spanische Fahnen wehen, und Schals werden hochgehalten. Das vermittelt mir schon fast etwas Urlaubsstimmung. Die Fahnen und Spanier, versteht sich, nicht die Schals. So viele Spanier und das Wetter in Hamburg ist auch ganz schön. Auf jeden Fall scheint die Sonne. Ach ja, nach Spanien könnte ich auch mal wieder fahren.
"Wie findest du das denn?", fragt mich ein Typ neben mir und piekt mir mit dem Finger in die Seite. Der muss hier wohl neu aufgerückt sein, denn vorher ist er mir noch gar nicht aufgefallen. "Wie soll ich das denn finden?", antworte ich völlig aus meinen Träumen gerissen. "Typisch Frau. Du sollst das Scheiße finden. Wenn wir jetzt nicht innerhalb kürzester Zeit ein Tor schießen, dann ist die WM für uns gelaufen." Automatisch schaue ich wieder zur Anzeigetafel. Es sind noch ca. 15 Minuten zu spielen. Also ist noch etwas Zeit, aber das wird knapp. Mit vier Mädels haben wir getippt wie das Spiel ausgehen wird. Leider haben die anderen drei keine Karten für das Spiel bekommen, sodass ich allein reisen musste. Es war ja auch unheimliches Glück, wenn man eine Karte bekommen hat. Wie ich dazu gekommen bin weiß ich gar nicht so genau. Sonst gewinne ich nie etwas. Na ja, von gewinnen kann bei dem Preis auch nicht wirklich die Rede sein, aber immerhin, ich bin dabei! Gestern bin ich mit dem Zug von Paderborn nach Hamburg gereist, habe in einem kleinen Hotel auf dem Land mit Bahnanschluss eingecheckt und bin noch etwas durch den Ort gelaufen. Also, ich muss ja ehrlich sagen, soviel anders als in Paderborn kam es mir dort nicht vor. Aber heute hier in der AOL-Arena ist das schon etwas ganz anderes. Es ist einfach eine unbeschreiblich tolle Atmosphäre! Ich kann mein Glück gar nicht fassen, dass ich heute dabei sein darf. "Hey, sag mal, du musst auch mitmachen", spricht der Typ neben mir mich wieder an. Mitmachen, wobei? Ach so, die machen hier die Welle. Auch schön, also halte ich auch die Hände nach unten, mache munter "ohhhhhhhhhhhhhhh" und reiße die Arme ganz weit nach oben kurz nachdem mein Nebenmann das gleiche getan hat. Ja, das macht Laune, das macht Spaß. Gewinne, Gewinne ...
Mein Tipp für das Spiel ist 2:1 für Deutschland. Da muss aber noch was passieren. Suse hat eine 0:1 getippt. So eine vaterlandsuntreue Person. Drei von uns haben auf Deutschland gesetzt, nur die Suse nicht. Wenn die jetzt gewinnt, dann bin ich echt sauer.
Wieder schaue ich zur Anzeigetafel. 0:1. Da hat sich nichts geändert. Nur die Zeitanzeige hat sich geändert, nur noch 13 Minuten zu spielen. Die Spanier schwenken fröhlich ihre Fahnen und singen Lieder. "Ole, ole, ole" ist das einzige was ich verstehe. Man hat das Gefühl, die feiern schon.
"Schieß doch mal ein Tor!", rufe ich euphorisch. Vielleicht hilft es ja? Der Typ neben mir grinst breit. Das kann ich genau erkennen, auch wenn er neben mir steht. Habe ich was Falsches gesagt? "Hey, du musst lauter rufen. Die hören dich sonst nicht. Pass mal auf, ich zeige es dir. Looooooooooooos nun mach' doch!", schreit er. Tatsächlich, die Nr. 7 der Deutschen setzt den Fuß an den Ball und zieht ab in Richtung Tor. Der Lautstärkepegel im Stadion steigt. Es geht alles so schnell, aber es ist ein Tor für Deutschland gefallen!
Es ist ein Tor gefallen. Mein Nebenmann nimmt mich jubelnd in den Arm. Ich bekomme eine Gänsehaut. Nicht von der Umarmung, sondern von der ganzen Atmosphäre. Es ist einfach unbeschreiblich schön.
Die Anzeigetafel meldet nun 1:1. Die Zeitanzeige zeigt 17:20 an, demnach sind noch 10 Minuten zu spielen. Na ja, es könnte noch zu schaffen sein. Wenn jetzt kein Tor mehr fällt gibt es eine Verlängerung. Dann kann mein Tipp immer noch zutreffen. Also, erst mal bin ich wohl gerettet. Wir haben nicht etwa um Geld gewettet. Nein, wir haben um unseren gemeinsamen Traummann gewettet. Die Gewinnerin darf mit ihm ausgehen. Alex, unser Schwarm, hat sich einverstanden erklärt. Die drei Verliererinnen müssen den Abend für die beiden bezahlen. Kaum auszudenken, wenn ich nicht gewinne. Die Reise nach Hamburg, das Hotel, die teure Eintrittskarte und mein Anteil an dem Abend, den eine andere mit meinem Schwarm verbringt. Woher soll ich denn als arme Studentin das ganze Geld nehmen? Bei der Vorstellung, dass eine andere von uns mit meinem Schwarm ausgeht macht mir Angst. Aber Suse wird es nun schon mal nicht sein, und das ist auch gut so. Bei ihr hätte ich ernsthaft Angst, dass Alex Gefallen an ihr finden könnte. Suse ist raus!
Bleiben Babsi mit ihrem 3:2-Tipp und Beate mit ihrem 5:4-Tipp. Vielleicht sollte ich den Typen neben mir noch mal animieren die Deutschen anzufeuern, das hat doch eben auch geklappt.
Ich drehe mich zu ihm um und mustere ihn unauffällig. Es ist größer als ich, schlank, hat dunkle kurze Haare und die Augen kann ich gerade nicht erkennen. Ich schätzte ihn mal auf Mitte Zwanzig. Um das rechte Handgelenk hat er locker einen Fan-Schal gebunden. Außerdem trägt er ein Deutschland T-Shirt, Jeans und Turnschuhe.
"Looos, schieß doch", rufe ich einfach. Die Situation auf dem Spielfeld war geradezu prädestiniert für diesen Ausruf. Die Nr. 27 der Deutschen war gerade am Ball und nicht allzu weit vom gegnerischen Tor entfernt. Aber nichts passiert, weder dass ein Tor fällt, noch dass mein Nebenmann in den Chor einfällt, noch dass er sich zu mir umdreht und ich die Augenfarbe erkennen kann. Manche Fans sind ja so mutig, dass die einfach anfangen zu singen und auf einmal singen alle mit. Mutig war ich eben auch, aber es hat nicht einer mitgesungen. Vielleicht kannte den Spruch einfach keiner? Oder ich hätte es mehr singen müssen, so ungefähr "Los, lauf mal einer vor, dann schießen wir ein Tor!" Das ganze muss man dann mehrmals nacheinander aufsagen, bzw. singen, und dann können es vielleicht alle? Oder ich bekomme hier mächtig Ärger. Oder mein Nebenmann hält mich für total bescheuert. Also sage ich lieber nichts mehr.
Die Anzeigetafel zeigt immer noch die 1:1 an. Die Spielzeit beträgt nach meiner Berechnung noch 4 Minuten. Mir fehlt hier ein Kommentator, der ansagt, wie lange noch gespielt wird. Na ja, so rechne ich es mir halt selber aus. Während ich noch am Überlegen bin, ob ich mich auch nicht verrechnet habe, höre ich einen kurzen Pfiff und dann geht ein Johlen durch das Stadion. Das Spiel ist abgepfiffen. Das Spiel ist aus. Es bleibt beim 1:1.
"Na, willst du auch ein Bier?", fragt der Typ neben mir. "Ja, gern. Warte ich komme mit." Wir drängeln uns durch die Massen. Anscheinend sind noch mehr auf die Idee gekommen erst mal was zu Trinken. "Am besten wartest du hier, ich drängele mich mal weiter nach vorn." Auch schön. Also stelle ich mich etwas abseits des Gedrängels hin und beobachte das bunte Treiben. Die meisten Zuschauer haben Fan-T-Shirts an, und ein paar Tücher oder Schals um Hals, Hüfte oder das Handgelenk gewickelt. Gerade läuft ein Mann mit einem HSV-Shirt an mir vorbei. Na ja, das muss ja jeder selber wissen. Mit dem HSV kann ich persönlich nichts anfangen und schon gar nicht nach der Geschichte mit dem Schiedsrichterskandal. Ich sage nur, Paderborn gegen HSV. Mit einem Paderborn-Shirt würde ich hier nun allerdings auch nicht auflaufen, da ist HSV wahrscheinlich schon eher angebracht, zumal wir hier ja in Hamburg sind.
Eigentlich könnte ich mal die Toilette aufsuchen, aber ich sehe schon von weitem, dass vor der Damentoilette mal wieder eine Schlange ist. Es sind doch bestimmt mehr Männer als Frauen hier im Stadion, aber bei den Männern ist nie Stau. Das ist gemein. Die konzentrieren sich halt auf das Wesentliche. Wir Frauen machen uns dann halt noch mal schnell (?) frisch, was soviel heißt wie: Schminken, Kämmen und Klönen. Ob das nun aber hier im Stadion zutrifft, das weiß ich nicht.
"So, da bin ich wieder", sagt mein Fußballfreund und gibt mir das Bier. "Ich heiße übrigens Matthias und du?"
"Ich heiße Anja. Also, dann, auf dass die Deutschen gewinnen! Am besten mit 2:1."
"O.K., Prost Anja. Aber wieso mit 2:1?"
In ein paar kurzen Sätzen schildere ich ihm unsere Wette samt Preis. Er wundert sich über den ungewöhnlichen Wetteinsatz. Nun weiß er, dass ich ein Single auf der Suche nach dem Mann fürs Leben bin. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ihm das gefällt.
Wir gehen zusammen zurück in den Fanblock. "Was bekommst du denn für das Bier?", frage ich ihn.
"Also, was hältst du denn von einer weiteren Wette? Der Verlierer muss den anderen zu einem Essen einladen. Das Bier von eben gehört zum Wetteinsatz dazu. Wer verliert muss zahlen."
Oh nein, noch eine Wette. Wenn ich die auch noch verliere, dann bin ich total pleite. Auf der anderen Seite, dieser Matthias ist eigentlich ganz süß, außerdem hat er blaue Augen wie ich mittlerweile festgestellt habe. Das ist meine Lieblingsaugenfarbe. Heute Abend habe ich auch noch nichts weiter vor, außer zu diesem kleinem Hotel zurückzufahren. Warum also nicht.
"Na gut, wie du meinst. Ich tippe immer noch auf 2:1 und was ist dein Tipp?"
"Also, ich tippe auf einen Sieg der Deutschen beim Elfmeterschiessen. Das langt als Tipp. Bei einem 2:1 gewinnst du und wenn es ins Elfmeterschiessen geht mit einem deutschen Sieg habe ich gewonnen. Sonst einigen wir uns auf unentschieden und ich bekommen noch 3 EURO von dir für das Bier."
Ist das gerecht? Keine Ahnung, ist mir auch egal. Ich schlage ein. Bei einem 2:1-Sieg bin ich eh fein raus. Zwei Verabredungen mit zwei ganz süßen Typen. Da werden die anderen Mädels aber Augen machen!
Auf der Anzeigetafel tut sich jetzt was. Es wird ein Foto eine spanischen Spielers angezeigt. Juan Fernandes steht daneben. Hinter mir schreit einer ganz laut in mein Ohr "Arschloch!". Ich zucke zusammen, so eine Gemeinheit, der sieht doch ganz gut aus, der Juan. Das nächste Foto erscheint, Carlos Luis mit der Nr. 5. "Arschloch!", rufen fast alle aus unserem Fanblock. Ach so, jeder Spieler, der neu eingewechselt wird, wird so begrüßt. Na dann, beim Dritten schreie ich auch lauthals "Arschloch!", genauso wie Matthias. Ich habe an einen Kommilitonen bei dem Ausruf gedacht, nicht an den eingewechselten Antonio. Das ist toll, da werden Aggressionen abgebaut. In der Uni kann ich ja schlecht aus vollem Halse "Arschloch" schreien, wenn ich mich mal wieder über den besagten Kommilitonen ärgere.
Bei den Deutschen wird nur ein Spieler ausgewechselt. Was die Spanier gerufen haben konnte ich nicht verstehen. Im Zweifel "Ole", oder?
Das Spiel wird wieder angepfiffen. Die Spanier jubeln und singen. Da kann man sagen was man will, es hört sich immer nach Urlaub an, wenn man diese spanischen Laute hört.
Anpfiff. Die Verlängerung beginnt. Die Spieler laufen über das Spielfeld und die Zuschauer feuern ihre Mannschaft an. Unsere neu eingewechselte Nr. 17 hat schon den Ball, na ja, der ist ja auch fit und ausgeruht. Er spielt zur Nr. 10 rüber, aber da kommt dann schon das eine von den drei Arschlöchern der Spanier dazwischen und nimmt ihm den Ball ab. So geht's eine ganze Weile hin und her und so richtig passiert nichts. Ich schaue mir den blauen Himmel über dem Stadion an, da ist nur eine kleine Wolke, sonst nichts. Es sieht toll aus. Mein Blick schweift ab und bleibt bei der Werbung hängen. Hier werden hauptsächlich Lebensmittel beworben, schon fängt mein Magen an zu knurren. Wenn ich es mir so überlege, dann wäre es doch so langsam mal Zeit was zu essen. Automatisch schaue ich zu Matthias, aber der ist voll beim Spielgeschehen dabei und er ärgert sich gerade über einen Spieler, wie die anderen um mich herum auch. Da habe ich wohl was verpasst. Ach so, die erste Hälfte der Verlängerung ist schon zu Ende und es ist kein Tor gefallen.
Oh weh, hoffentlich gibt es kein Elfmeterschiessen, ich habe HUNGER! Außerdem will ich gewinnen!
In der kurzen Pause taucht das Maskottchen der WM auf dem Spielfeld auf. Es ist ein überdimensional großes Plüschtier, das über alle vier Backen grinst. Eigentlich ganz süß, aber etwas groß. Einer der Spieler boxt ihm in den dicken Bauch, das Maskottchen grinst immer noch. Mit seiner großen Hand haut es zurückt. Also, wenn die Nr. 7 gleich schlecht spielt, dann weiß ich woran es liegt. So einen Schlag steckt man nicht so einfach weg.
Das Maskottchen verlässt grinsend das Spielfeld und es geht weiter.
Anpfiff. Es steht 1:1 in der zweiten Verlängerung des WM-Halbfinalspieles Deutschland gegen Spanien. Verstohlen gucke ich schon wieder zu der Kekswerbung. Lecker, lecker. Matthias stößt mich an. Was ist denn nun schon wieder? Alle haben die Arme nach vorn gestreckt und machen "Ohhhhh....", eine neue Welle der Euphorie ist im Anmarsch. Allerdings nicht nur so, um die Stimmung anzuheizen, sondern die Deutschen sind im Ballbesitz und sind dem gegnerischen Tor verdammt nah. "Ohhh.....". Unsere Nr. 17, immer noch frisch und munter, bekommt den Ball zugespielt, schießt und Toooooooooor. Alle Arme schnellen hoch. Tor! Schnell schaue ich zur Anzeigetafel. Da steht "Toooor". Ja, weiß ich doch. Nach meiner Berechnung sind noch 10 Minuten zu spielen. Die können lang sein. Himmel hilf, es muss bei einem 2:1 bleiben. Bitte, bitte. Aber beim Fußball hilft kein Bitten und kein Betteln es ist ein knallharter Kampf. Dabei fällt mir ein Spruch eines Kommilitonen ein, den er regelmäßig in der Mensa als so eine Art Tischgebet daherbetet: "ohne Mampf kein Kampf". Ich verhungere hier noch. Die immer noch sichtlich angeschlagene Nr. 7 schnappt sich den Ball und läuft mit diesem etwas antriebslos über den Rasen. Die spielen jetzt auf Zeit, ist doch klar. Die haben auch Hunger und sind kaputt. Mir ist jetzt etwas langweilig. Bitte abpfeifen. Die restliche Zeit vertreibe ich mir mit ein paar Spielchen. Auf die Zehenspitzen stellen und dann wieder auf den ganzen Fuß. Das ist gut für den Kreislauf, außerdem habe ich Plattfüße vom Stehen. Wenn ich auf den Zehenspitzen stehe, dann bin ich fast so groß wie Matthias, fällt mir dabei auf. So mache ich weiter. Auf. Ab. Auf und wieder ab. Die Spieler laufen hin und her und die Spanier versuchen vergebens in die feindliche Spielhälfte einzudringen. Auf einmal höre ich ein Pfeifen. Das Spiel wird abgepfiffen! Das Spiel ist endlich zu Ende. Jubel bei den Spielern, jedenfalls bei den Deutschen. Die Deutschen jubeln mächtig. Das Spiel ist gewonnen! Ich kann es nicht fassen. Mein Tipp ist eingetroffen. Matthias und ich fallen uns in die Arme. Auch andere Menschen um uns herum nehmen mich in die Arme. So viele gute Freunde hatte ich noch nie auf einen Haufen. Alle umarmen wir uns, alle haben wir uns lieb. Jawohl, Fußball verbindet. Da hat man so ein Wir-Gefühl, es ist unbeschreiblich. Deutschland steht im Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland und ich durfte die Qualifikation dafür miterleben. Ich kann sehen und fühlen wie sie sich freuen, die Deutschen. Wie ICH mich freue.
"Also, ich schlage mal vor, wir machen uns so langsam vom Acker und suchen uns ein schönes Restaurant, schließlich müssen wir das feiern. Außerdem bist du jetzt ja eingeladen. Wettschulden sind Ehrenschulden, ist doch klar", sagt Matthias, nimmt einfach meine Hand und zieht mich hinter sich her. Widerstand ist zwecklos.
Wozu auch? Vielleicht gefällt mir dieser Matthias ja sogar besser als Alex? Wenn ich es so überdenke, eigentlich ist der Alex ja total oberflächlich, wenn es ihm egal ist, mit wem von uns vier Mädels er ausgeht. Außerdem interessiert der sich auch gar nicht für Fußball, die Fußballwette hat er nur mitgemacht, weil er davon profitiert, einen Abend lang umsonst Essen und Trinken, da sagt der Alex nicht nein. Dabei macht es doch so viel Spaß gemeinsam ins Stadion zu gehen und die Mannschaft anzufeuern. Gemeinsam zu jubeln und sich zu freuen.
Matthias hält mich immer noch an der Hand und so langsam merke ich, wie mir warm wird. Theoretisch kann das auch mit der Außentemperatur zu tun haben, es IST warm. Aber das ist nur so eine Theorie, vielleicht liegt es auch an Matthias, aber nur vielleicht.
"Sag mal Matthias, wo kommst du eigentlich her?"
"Nicht aus Hamburg, und du?"
"Ich auch nicht. Aber wo kommst du denn dann her?"
"Aus Bielefeld. Spannend, oder? Ich weiß, "Hamburg - Tor zur Welt" hört sich irgendwie cooler und weltoffener an. Na ja, kann ja noch werden. Und wo kommst du her, ich hoffe mal es ist nicht allzu weit von Bielefeld entfernt, damit wir uns mal treffen können."
Treffen? Das hört sich gut an. "Hamburg - Tor zur Welt" hört sich auch gut an, passt irgendwie. Und Bielefeld hört sich toll an, denn das ist nicht weit von Paderborn entfernt.
"Aus Paderborn" antworte ich lachend und mir ist immer noch warm, obwohl gerade ein kühler Wind aufkommt.



Eingereicht am 03. Juli 2005.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise, bedürfen der schriftlichen Zustimmung der Autorin / des Autors.


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