Abenteuer im Frisiersalon. Kurzgeschichten aus dem Internet. Edition www.online-roman.de  Dr. Ronald Henss Verlag, Saarbrücken.  160 Seiten 10 Euro ISBN 3-9809336-0-1
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Ein Beitrag zum Kurzgeschichtenwettbewerb "Im Frisiersalon"

Gespräche im Friseursalon!

Eine Kurzgeschichte von Marion Nibbenhagen


Eigentlich hatte ich mir meine Haare gerade wieder schneiden lassen. Eine ganz neue Frisur ist es geworden. Im Friseursalon sah sie wirklich sehr gut aus. Es gefiel mir halt. Eine elegante und doch sehr moderne Frisur, mit Strähnchen und allem drum und dran. Einfach klasse. Die Prozedur dauerte etwa 1 Stunde und ich hatte mich sehr gut unterhalten. Die Friseurin war sehr nett gewesen. Meine Frisur war vorher einfach grausam. Ich hatte einen sehr braven Pony und meine blonden Haare gingen mir bis zu den Schultern, aber irgendwie war ich nicht mehr zufrieden gewesen. Plötzlich passte es nicht mehr zu mir. Irgendwie waren wir auf das Thema Kondome gekommen. Wie es passiert war, wussten wir später selber nicht mehr. Aber es war ein sehr amüsantes Gespräch. Ich glaube, es fing damit an, dass wir über unsere Kinder gesprochen hatten. Meine Älteste war nun endlich 16 Jahre alt. Und mein Kleiner war 10 Jahre. Und über die Geburt sind wir dann zu dem Thema gewollt oder ungewolltes Baby gekommen. Wie das alles einen Zusammenhang bekommen hatte, ist mir noch immer unverständlich. Meine Freundin, die rechts neben mir saß, meinte nur, dass sie ihr erstes Kind nicht wirklich gewollt hatte. Damals war sie gerade 17 gewesen, als sie schwanger wurde. Der Vater war getürmt und ihre Eltern hatten sich von ihr abgewandt. In dem Moment, als sie ihre Lebensgeschichte begann, dachte ich daran, dass ich wirklich Glück mit meiner Tochter hatte. Sie war vernünftig und würde nie im Leben jetzt schon mit einem Mann ins Bett steigen. Es war schon verblüffend, welche Wendung unser Gespräch dann genommen hatte. Gerade waren wir noch beim Schwanger-Sein, und eine Sekunde später waren wir auch schon bei den Geburtsschmerzen, die wir erleiden mussten. Jetzt konnte ich über diese erlittenen Schmerzen lachen, aber damals war es doch schon unmenschlich schmerzhaft. Und dann kamen wir auf das Kondom. Bei meiner Freundin wäre es geplatzt, meinte sie. Aber so ganz glauben konnte ich das nicht, denn dazu war sie mit ihrer Tochter jetzt sehr zufrieden. Wir waren in unserem Gespräch vertieft, als ein junger, attraktiver Mann in den Friseursalon trat und sich neben mich setzte. Er lächelte mich freundlich an. Als er mitbekam, welches Gesprächsthema wir hatten, stimmte er herzhaft mit ein. Wie kam er eigentlich dazu, dass er etwas zu diesem Thema sagen konnte? Ich wollte meinen Kopf gerade wieder zu meiner Freundin wenden, als ich diesen einen Satz hörte, der die Wendung des Gespräches beginnen ließ. Was wäre, wenn man ein Kondom erfinden würde, das man danach essen kann. Ich legte meine Stirn in Falten. Wie kam er plötzlich darauf? Wieder sah ich meine Freundin an. Sie sah aus, als ob sie sich jeden Moment übergeben würde. Doch das Gespräch verlief von da an wirklich sehr amüsant. Wir hatten eine Menge zu Lachen. Später, als ich fertig war, bezahlte ich kurz und ging anschließend nach Hause. Meine Tochter wartete schon auf mich. Als ich die Tür schloss, ahnte ich bereits nichts Gutes. Ihr Gesichtsausdruck war sehr ernst. Komm, Mutti, wir müssen uns unterhalten, meinte sie nur kurz. Ich nickte, ging mit ihr ins Wohnzimmer und setzte mich auf die Couch. Schließlich begann meine Tochter mit dem einen Satz, sie sei schwanger. Meine Augen nahmen eine unglaublich weit aufgerissene Stellung ein. Hatte ich nicht im Friseursalon noch davon geschwärmt, wie anständig meine Tochter sei? Das dachte ich zumindest. Tja, falsch gedacht. Meine Tochter war doch nicht so anständig, wie ich immer geglaubt hatte. Ich nahm es einfach so leicht wie ich konnte und fragte sie nur ganz keck, ob sie denn zumindest ein Kondom benutzt hätten, das sie zum Schluss verspeist hätten. Dafür erntete ich einen verwirrten und geschockten Blick. Ich glaube, sie hielt mich in diesem Moment für eine Irre.




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Eingereicht am 07. Oktober 2003.
Herzlichen Dank an die Autorin.
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