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Kurzgeschichte Kurzgeschichten

Sport ist Mord

Hannelore Sagorski


Dieser Spruch trifft ja wohl nur auf Spitzensportler zu, die sich für ihren Erfolg bis ans Ende ihrer Belastbarkeit quälen müssen. Ich habe Hochachtung vor jedem Sportler, der sich immer wieder den Wettkämpfen stellt, obwohl er bei schlechten Platzierungen regelmäßig von Presse und Medien verrissen wird. Meine sportlichen Leistungen finden regelmäßig vor dem Fernseher auf der Couch statt. Jedes mal, wenn ich mit unserem Hund völlig außer Puste von einem Spaziergang zurück komme, nehme ich mir vor, etwas für meine Kondition zu tun. Es bleibt aber nur beim Vorsatz. Irgendwie kann ich mich mit meinen fünfzig Jahren nicht aufraffen. Meine drei Mädels sind alle aus dem Haus, und so genieße ich lieber meine Ruhe, wenn ich nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause komme. Das ändert sich, als ich von meinem Arzt mal wieder einen Gesundheits-Check mit einem Belastungs-EKG machen lasse. Mein Gott, ist das anstrengend, mich auf dem Fahrrad die vorgegebene Zeit abzustrampeln. Völlig aus der Puste bin ich, und es dauert eine Weile, bis ich wieder ganz normal atmen kann. Mein Doc grinst, als er sagt: "Deine Blutwerte sind alle sehr gut, aber du hast eine Kondition, wie eine Siebzigjährige." Der Spruch war wie eine Ohrfeige, und ich kann es nicht glauben, wie eine Siebzigjährige fühle ich mich wirklich nicht. Der Arzt bleibt aber bei seiner Aussage, und gibt mir mit auf den Weg, mich ein wenig sportlich zu betätigen, mit Radfahren, Laufen oder Schwimmen.
Schon auf dem Heimweg überlege ich, womit ich am besten anfange. Es bleibt nicht viel übrig, Laufen hasse ich, und zum Schwimmen müsste ich in den nächsten Ort fahren, also hole ich meinen Drahtesel aus der Garage, und fahre in den nahe gelegenen Wald. Ich stoße sehr schnell an meine körperlichen Grenzen, mein Arzt hat ganz einfach Recht. Ab jetzt werde ich jeden Tag eine kleine Fahrradtour machen, und meine Ausdauer jeden Tag etwas steigern.
So vergehen die nächsten Wochen. Ab und zu begleitet mein Mann, oder eines meiner Kinder mich bei meiner Tour. Irgendwann finde ich es aber langweilig, oft allein mit dem Fahrrad durch die Gegend zu fahren. Eine andere Sportart muss her, und immer häufiger schaue ich bewundernd den Inlineläufern hinterher. Als ich im Fernsehen dann noch sehe, wie die Frau von Bundespräsident Johannes Rau Inliner läuft, steht mein Entschluss fest, Inliner müssen her. Von meiner jüngsten Tochter Sina weiß ich, dass sie sich mal welche gekauft hat, aber nicht damit läuft, also bitte ich sie, mir diese Dinger beim nächsten Besuch einmal mitzubringen. Ich sehe für mich eigentlich kein Problem, schließlich bin ich früher Rollschuh und Schlittschuh gelaufen.
Am kommenden Samstag gegen Mittag ist es soweit Grinsend stellt Sina mir den Karton mit den Inlinern vor die Nase, "Aber vorsichtig, nicht, dass du dir gleich die Knochen brichst", sagt sie neckend. Danach ist sie mit ihrem Freund verschwunden, und ich beschäftige mich noch bis mein Mann zur Kaffeezeit nach Hause kommt, im Garten. In aller Ruhe wird Kaffee getrunken und Kuchen gegessen, danach juckt es mir aber in den Fingern. Langsam streife ich mir die Inliner über die Füße, ganz schön stabil, guter Knöchelschutz, umknicken kann ich schon mal nicht. Mein Mann schüttelt den Kopf, "du willst doch wohl nicht mit den Mörderdingern rumlaufen", meckert er. Du wirst dich noch wundern, wenn ich erst die ersten Kunststücke vorführe, denke ich. Nach den ersten Schritten habe ich meine Kunststücke aber vergessen. Wild mit den Armen fuchtelnd torkel ich durch die Wohnung, immer begleitet von dem Kopfschütteln meines Mannes. Nach etwa fünfzehn Minuten habe ich den Bogen raus und kann mein Gleichgewicht schon gut halten. Langsam werde ich mutig und will nach draußen, aber vorn auf die Straße, wo mich jeder sehen kann, muss ja auch nicht gerade sein. So nehme ich den Weg durch die Terrassentür, überlege noch kurz, ziehe ich sie zu, oder lasse ich sie auf. Da ich nicht möchte, dass mein Mann rumjammert, dass ihm kalt wird, ziehe ich sie zu. Dabei komme ich ein wenig in Rückenlage, meine Beine laufen mir davon, und ich falle rückwärts auf den Boden. Ein stechender Schmerz durchzieht meinen Arm. Solange ich etwas spüre, lebe ich, aber aufstehen kann ich nicht. Mir ist kotzübel, und mein Umfeld beginnt sich zu drehen. Mein Blick geht durch die Scheibe ins Wohnzimmer, der Alte könnte sich auch mal um mich kümmern. Jetzt kommt er endlich raus, und ich bitte ihn meine Beine nach oben zu halten. Schlecht sieht er aus, wie ein weißes Laken, aber ich glaube, ich sehe auch nicht besser aus. Während mein Mann meine Beine hoch hält versuche ich meine Knochen zu sortieren. Der rechte Arm ist in Ordnung, aber die linke Hand sieht etwas merkwürdig aus. "Die Hand ist gebrochen, wir müssen ins Krankenhaus", höre ich meinen Mann sagen, während er mir die Inliner von den Füßen zieht. Ich protestiere nicht, denn ich habe ziemlich starke Schmerzen, und jammern kann ich auch nicht, schließlich hat mein Mann mich oft genug gewarnt.
Wenig später sitze ich im Auto, und bin auf dem Weg in eine kleine Unfallchirurgie. Mein Mann sagt kein Wort, und ich hänge meinen Gedanken nach. Wenn ich nicht solche Schmerzen hätte, würde ich lachen. Diese Geschichte kann ich sowieso keinem erzählen, die lachen sich doch alle halb tot. Mal sehen, vielleicht ist ja alles nur halb so schlimm, und ich habe nur eine Verstauchung. In der Klinik ist nicht viel los, nur eine ältere Dame wird gerade behandelt. Dann bin ich dran, röntgen, die Hand wird hin und her gedreht, tut ganz schön weh, aber ich lasse die Prozedur über mich ergehen. Das Ergebnis ist allerdings so ernüchternd, dass ich fast vom Stuhl falle. Ich habe einen komplizierten, verschobenen Bruch am Handgelenk, der so schnell wie möglich gerichtet werden sollte. Der Arzt gibt mir eine Überweisung fürs Städtische Krankenhaus. "Sie brauchen aber nur zwei oder drei Tage im Krankenhaus bleiben", tröstet mich der Arzt. Bei mir schrillen sämtliche Alarmglocken, ich, ins Krankenhaus, sofort, und das mit den ollen gammeligen Gartenklamotten, das geht nicht. Aber mein Mann lässt sich nicht erweichen noch mal mit mir nach Hause zu fahren , um mich umzuziehen. Also rufe ich meine älteste Tochter an, die im gleichen Ort wohnt, und bitte sie, mir ein paar Sachen ins Krankenhaus zu bringen.
Im Krankenhaus geht alles ziemlich schnell, man beschäftigt sich hier nur noch mit den Röntgenbildern, und fragt, wann ich zuletzt etwas gegessen habe. Da ich mir den Bauch gerade erst mit Kaffee und Kuchen vollgeschlagen habe, rechnet man sechs Stunden bis zum OP-Termin. Dieser wird auf zweiundzwanzig Uhr festgelegt. Außerdem werden alle notwendigen Untersuchungen, wie Blutabnahme und EKG gemacht. Dann spricht noch eine Narkoseärztin mit mir, und verabschiedet sich mit den Worten "Ja, dann sehen wir uns heute Abend." Irgendwie hat die Sache mich total überrollt, der Katzenjammer setzt ein. Wie bin ich nur auf die absurde Idee gekommen, ich könnte Inliner fahren. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen, denke ich mir, und Spott werde ich die nächste Zeit bestimmt reichlich ernten. Eine Schwester kommt herein, und sagt: "Dann bring ich sie jetzt auf die Station, ihre Tochter ist übrigens auch schon da." Gott sei Dank, da kann ich wenigstens frische Wäsche anziehen. Durch die offene Tür sehe ich sie auf dem Flur sitzen. Sie schaut mir ins Gesicht und fängt an zu lachen. Eindeutig, sie weiß Bescheid. Auch ich muss lachen, nur die Schwester wirft uns einen unverständlichen Blick zu. Mein Mann verabschiedet sich von mir, weiß er mich bei meiner Tochter in guten Händen, und auf geht die Fahrt durch ein Labyrinth von Gängen auf Station. Dort erklärt die Stationsschwester mir, dass sie voll belegt sind, und mich nur bei zwei alten Damen im Zimmer mit unterbringen kann. Für mich kein Problem, erstens mag ich alte Leute, und zweitens ist mir eh alles egal. Die beiden Damen sitzen am Tisch und nehmen gerade ihr Abendessen ein, ich glaube sie haben mich nicht einmal bemerkt. Meine Tochter räumt meine Sachen in Schrank und Bad, und hilft mir beim Ausziehen Wir lassen uns gleich ein OP-Hemd geben, da bin ich gleich fertig für die OP. Danach schicke ich meine Tochter nach Hause. Die wird jetzt bestimmt erst mal ihre Schwester anrufen, um ihr zu erzählen, was ihre Inliner angerichtet haben.
Inzwischen ist ca. eine Stunde vergangen, meine beiden Damen sitzen immer noch am Tisch, und ihre Konversation besteht darin, sich anzuschweigen. Na ja, auch gut, da hab ich wenigstens meine Ruhe. Ich versuche noch ein wenig zu schlafen, aber gerade als ich ins Traumland abgleiten will, kommt Leben in die Bude. Zwei Schwestern kommen ins Zimmer, und meine beiden Damen werden für die Nacht fertig gemacht. Keine meiner Damen kann sich alleine ausziehen oder ins Bett steigen. Mit dem Rollstuhl werden sie ins Bad gefahren und anschließend mit Windeln ins Bett gepackt. Schwerstarbeit für die Schwestern. Gegen acht Uhr ist dann auch schon dunkel und ruhig in meinem Zimmer. Ich höre die gleichmäßigen Atemzüge meiner Zimmergenossen, und weiß, sie schlafen. Dafür überfällt mich eine innere Unruhe, ich fühle mich schrecklich allein, und bin den Tränen nahe. Und dann noch der Gedanke an die Vollnarkose, wer weiß, ob ich wieder aufwache. Mit zunehmender Zeit schmerzt meine Hand aber immer mehr, mir wird langsam alles egal, und ich sehne den Zeitpunkt herbei, wo ich endlich abgeholt werde. Wenn wenigstens die Schwester mit der Pille kommen würde, die ich eine halbe Stunde vor dem Eingriff nehmen soll, da hätte ich wenigstens ein Zeitgefühl. Außerdem soll die Pille schläfrig machen, da krieg ich vielleicht gar nicht mehr mit, wenn man mich in den OP schiebt. Es dauert aber noch eine Weile, bis die Schwester erscheint und mir meine heiß ersehnte Pille gibt. Gleichzeitig geht das Telefon bei ihr in der Tasche. "Das war ein Anruf aus dem OP; sie werden gleich abgeholt", sagt sie zu mir. Na toll, da hätte ich mir die Pille eben auch sparen können, die wirkt jetzt sowieso nicht so schnell.
Ein Pfleger schiebt mich in einen Fahrstuhl und durch endlose Gänge. Es wirkt alles ein bisschen gespenstisch, denn überall brennt nur die Notbeleuchtung. Vor einer Tür mit der Aufschrift OP 2 wird das Bett abgestellt, "Einen Moment dauert es noch", sagt der Pfleger, nimmt meine Unterlagen und verschwindet damit im OP. Von drinnen dringt Gelächter an mein Ohr, ich weiß zwar nicht, worüber die Damen und Herren sich unterhalten, aber ich finde es reichlich makaber. Ich werde zur Schlachtbank geführt, und das OP-Team hat seinen Spaß. Da kommt auch schon der Pfleger zurück und schiebt mich in den Raum. Ich schließe meine Augen, denn ich will das Elend gar nicht sehen. Das grelle Licht überredet mich aber doch die Augen zu öffnen. Vermummte Gestalten stehen um mich herum, und dann fällt mein Blick auf eine große Uhr. Zehn Minuten nach zehn, mal sehen, wann ich wieder aufwache. Man legt mich auf den OP-Tisch, und beginnt mich mit allen möglichen Geräten zu verkabeln. Die Narkoseärztin drückt mir eine Maske aufs Gesicht, spricht noch kurz mit mir, und dann bin ich weg.
Als erstes höre ich ein paar verschwommene Stimmen. "Die Patientin kann wieder auf Station." Ich versuche meine Augen zu öffnen. Mein Blick fällt auf die große Uhr. Sie zeigt auf zehn vor elf. Es ist also alles vorbei. Erleichterung macht sich breit, während ich zurück auf die Station gebracht werde. Dort wird meine operierte Hand an einen Galgen gehängt, und der andere Arm kommt an einen Tropf. Bewusst nehme ich noch mal alle Umrisse des Zimmers war, ich bin glücklich, denn ich bleibe der Welt noch ein wenig erhalten. Die Nacht verläuft ziemlich unruhig, an tiefen erholsamen Schlaf ist nicht zu denken, aber das ist im Krankenhaus ja immer so. Der Morgen beginnt, wie der gestrige geendet hat. Meine beiden Damen werden aus dem Bett geholt und durch das Bad geschleust, um sie anschließend zum Frühstück an einen Tisch zu setzen. Nichts können die beiden alleine, wenn ich das so sehe, möchte ich nie alt werden. Als die Schwester damit fertig ist fragt sie, ob sie mir noch etwas helfen kann. Aber ich lehne ab, schließlich bin ich kein alter Tattergreis. Im Bad kann ich mich so richtig austoben. Fünf Versuche brauche ich, bis ich endlich Zahnpasta auf meiner Zahnbürste habe, ohne dass sie mir vorher ins Waschbecken fällt. Das Waschen geht dann auch etwas einfacher, und endlich kann ich mein OP-Hemd gegen ein frisches Nachthemd tauschen. Am Kopf sehe ich aus wie eine Vogelscheuche, kann ich aber im Moment nicht ändern. Normalerweise wasche und föne ich mir jeden Morgen die Haare, aber wie das mit einer Hand gehen soll, weiß ich auch noch nicht. Als ich zurück ins Zimmer komme, wird gerade das Frühstück serviert. Ich hab auch schon richtig Kohldampf und freue mich besonders auf den Kaffee. Zwei Brötchen, Wurst, Käse und Marmelade, dazu noch die üblichen Butterpäckchen, richtig lecker, mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen. Aber wie schneide ich mit einer Hand die Brötchen durch? Hilfesuchend schaue ich zur Schwester, die gerade damit beschäftigt ist, die Brötchen für meine beiden Damen zu schmieren. "Ich komme gleich", antwortet sie auf meinen hilflosen Blick. Von ihr lasse ich mir allerdings nur die Brötchen durchschneiden, den Rest will ich alleine schaffen. Als erstes kämpfe ich mit den Butterpäckchen. Es ist nämlich gar nicht so einfach, die Butterpäckchen zu öffnen, und die Butter auf den Brötchen zu platzieren. Aber nach einem kleinen Kampf schmecken die Brötchen noch mal so gut. Meinen beiden Damen schmeckt das Frühstück nicht so gut. Die Schwester muss ihnen gut zureden, damit sie überhaupt etwas essen. Danach werden sie wieder zurück ins Bett gebracht. Es kehrt Ruhe ein, und bei mir Langeweile. Ich frage die Schwester, ob sie vielleicht ein paar Zeitschriften für mich hat. Schon kurze Zeit später legt sie mir einen Stapel auf den Nachtschrank, so sind die nächsten Stunden für mich erst mal gerettet. Bis zum Mittagessen beschäftige ich mich mit den Zeitschriften, nur unterbrochen von dem Besuch einer Ärztin, die fragt, wie es mir geht. "Wann kann ich nach Hause?", ist meine erste Frage. Sie lacht: "Morgen, oder übermorgen." Na, das hört sich ja schon mal gut an.
Nach dem Mittagessen mach ich erst mal ein kleines Nickerchen. Ich werde erst wieder wach, als Sina plötzlich an meinem Bett steht. "Mama, ich glaub es ja wohl nicht, wie hast du das denn gemacht?" Dabei schüttelt sie mit dem Kopf und betrachtet meinen reichlich eingewickelten Arm, und dann muss ich ihr haarklein erzählen, wie alles passiert ist. Die Sache ist zwar ernst, aber wir müssen zwischendurch immer wieder lachen. Etwas später kommt auch mein Mann, der tut mir jetzt schon leid, muss er doch den ganzen Haushalt die nächsten Wochen allein erledigen. So vergeht auch der Nachmittag recht schnell, und gegen Abend kommt noch ein Neuzugang ins Zimmer. Alte Dame, überhaupt nicht ansprechbar, aber schnarcht, als würde nebenan ein Erdbeben stattfinden. Ich vertreibe mir die Zeit mit lesen, und denke, eine Nacht noch, dann bin ich hier weg.
Gegen acht Uhr abends ist auch wieder totale Ruhe bei mir im Zimmer, bis auf das Geschnarche meiner Bettnachbarin. Es ist zwischendurch auch mal einige Zeit ruhig, aber wenn sie dann anfängt zu schnarchen, wackeln die Wände. Die Ärztin kommt noch mal zu mir, und macht mir den Vorschlag, mich über Nacht auf den Flur zu schieben. "Wenn ich morgen nach Hause kann, werde ich die eine Nacht wohl überstehen", sage ich. "Na dann angenehme Nachtruhe", sagt sie; und drückt mir ein Paar Ohrenstöpsel in die Hand. Trotz der Ohrenstöpsel werde ich in dieser Nacht öfter geweckt, und ich bin heilfroh, als die Nacht endlich vorbei ist. Die Visite kommt schon vorm Frühstück. Der Verband wird aufgeschnitten, und die Wunde begutachtet. Sieht richtig ekelig aus, und dann kommt der ersehnte Satz. "Sie können dann das Krankenhaus verlassen, ich gebe Ihnen einen Brief für den weiter behandelnden Arzt mit." Gott sei Dank, nachdem mein Arm wieder mit Verband und Gipsschiene versehen ist, rufe ich meine Tochter an. In ein bis zwei Stunden will sie mich abholen, da habe ich noch genug Zeit um zu frühstücken und meine Sachen einzupacken. Auf einmal kommen mir die letzten zwei Tage wie ein Traum vor, aber der Blick auf meinen Arm holt mich schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.
Inzwischen sind vier Wochen voller Ungeduld und Schmerzen vergangen, und der Arzt hat gesagt, dass ich acht bis zehn Wochen rechnen muss, bis ich meine Hand wieder gebrauchen kann. Auch kann ich schon darüber lachen, dass man mich im Bekanntenkreis als Eiskunstläuferin oder Elfe bezeichnet. Die Inliner sind wieder abgeholt worden, und ich weiß jetzt schon, dass meine sportlichen Aktivitäten wieder auf der Couch, vor dem Fernseher stattfinden.



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Eingereicht am 26. April 2004.
Herzlichen Dank an den Autor / die Autorin.
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