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Eine Begegnung mit dir

dark-desire


Ich hörte einen Song, war ganz darin versunken, verinnerlichte den Text und lies mich vom Rhythmus in meine Tagträume reißen. Ich fühle etwas an meiner Schulter, eine Wärme an meiner Schulter. ich drehe mich um. Nichts berührt mich. Aber du stehst hinter mir, deine Hand nach meiner Schulter ausgestreckt. Du schaust mich an mit deinen Augen. Blau. Nur Kontaktlinsen. Trotzdem denke ich nur: wunderschön. Du schaust mich überrascht an. Als hätte ich dich bei etwas ertappt. Es war nicht gut. Ich hätte mich nicht umdrehen dürfen. Ich hätte nicht ahnen dürfen, dass du hinter mir stehst. Ich hätte deine Anwesenheit nicht wahrnehmen dürfen. Es tut mir leid. Es tut mir leid, dass ich dich verwirre. Verwirre ich dich überhaupt? Ich denke schon. Denkst du oft an unsere Küsse, an die Berührungen, an die zärtlichen Augenblicke. Er war nicht da als es geschah, und mir war s als existiere er überhaupt nicht. Aber ich weiß genau, jedes Wochenende, wenn ich alleine in meine Bett liege, dann ist er bei dir. Jeden Tag, wenn ich dich nicht gesehen habe, dann hast du zumindest mit ihm telefoniert, ihm eine kleine süße sms geschrieben, denn so bist du nun mal zuckersüß, mit einem bitterherbem Nachgeschmack, der einem noch lange auf der Zunge liegt. War es mein Fehler? Sicherlich habe ich genau gewusst, dass jede deiner Berührungen meine Haut verbrennen, jeder Kuss mein Herz verschlingen könnte.. doch ich wollt's nicht wahr haben.. hab daran geglaubt, dass es n spiel wäre.. ich hab doch auch schon mit Typen geschlafen ohne sie zu lieben, was sind diese kleinen Zärtlichkeiten schon dagegen, versuchte ich mir einzureden.. aber du bist kein Mann, das ist der Unterschied, der es mir unmöglich machte keine Gefühle mit ins Spiel zu bringen... aber bin ich deshalb schuld? Weil ich meine tobende Leidenschaft auszuleben versuchte.. du hast es doch auch gewusst. Du kannst viel sagen, aber glauben würde ich dir trotzdem nicht, dass du s nicht gewusst, nicht geahnt oder noch nicht mal mit dem Gedanken gespielt hättest, dass ich mehr für dich fühlen könnte... und wenn du das gewusst hast und trotzdem mit mir rumgemacht hast, dann musst du doch auch viel für mich empfinden, sonst hättest du dein Verlangen zurückgestellt um mich zu schützen. War es zu stark? Sicherlich konntest du dich nicht zurückhalten, hast innerlich mit dir gerungen.. oder es war dir scheißegal.. nein, sicher nicht. So bist du nicht. Du bist so wundervoll also könntest du niemals so skrupellos sein.. nein.. nein.. nein.. so bist du nicht.. "Hey" du reißt mich aus meinen Gedanken. "Von wem träumst du denn?" Ein kühles Lächeln, der Satz war mehr wie ne Aussage als wie ne Frage betont, du weißt es ganz genau, ist mein einziger Gedanke. "Von was Besserem", antworte ich kühl... denn ich meinte meinen Traum von dir.



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Eingereicht am 22. März 2004.
Herzlichen Dank an die Autorin.
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