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Kurzgeschichte Kurzgeschichten

Lauf der Dinge   (gewidmet denen, die es wissen)

Harald Hämmerle


Es gibt Dinge im Leben eines Menschen, die passieren einfach. Ich spreche hier nicht von "unseren Freunden" im Straßenverkehr oder egoistischen Beiseitedränglern in der U-Bahn. Die kannst du dir selbst zurechtlegen - in deinem Kopf rechtfertigen. Als abgrundtief grausam oder suizidgefährdet würde ich derartiges nicht bezeichnen. Schließlich hält das jemandem am Leben und lässt nicht verzweifeln.
Dann gibt es andererseits Geschehens, das lässt sich im Namen von irgendjemandem nicht verdrängen. Gott will ich nicht schreiben - das wäre mir zu orientiert. Ich spreche hier von Dingen, die unabhängig von Hautfarbe, Religion oder politischem Glauben sind - dies betrifft allesamt Milliarden von Menschen - denn letztendlich sind wir alle gleich (das nicht überlesen, sondern wirklich zu Gemüte führen, tut mir den Gefallen) - und wenn auch noch so ein Unterschied gemacht wird. Ethisch, moralisch, idiotisch. Neuundneunzig komma neun und null komma eins ergibt unser identes Genmaterial. Absolut subjektiv - klar. Alles ist biologisch, gleichzusetzen. Bis auf einige Äußerlichkeiten. Das sollte man nicht klassifizieren, sondern als geschenkte Vielfalt ansehen und schätzen. Von wem auch immer das kommen mag - ich verurteile ihn nicht.
Vom Eigentlichen abzukommen werde ich nicht lassen können.
Letztendlich - ganz gleich welche Kultur oder Erziehung - ist alles in uns ein Streben nach Glück. Eher die Suche oder das Warten darauf. Dem Leitspruch zufolge, dass man das, was man will, sich schon selbst holen muss, bringt viel an Verzweiflung mit sich und lässt erstarren und - warten. Ein einziges Über-sich-ergehen-lassen.
Dies ist kein Bekenntnis irgendeiner autobiographischen Tragik - so schreibt sich alles. Niemand wird verneinen. Denn Begebenheiten, die uns treffen, lassen sich nicht rechtfertigen. Nicht vor anderen, oder am wenigsten vor dem Menschen, den es betrifft, selbst. Das ist die Rechnung die wir bezahlen, wenn wir mit dem Wichtigsten ausgestattet sind - mit dem Empfindlichsten, dem .... dem sogenannten Pumporgan. Ich will es gar nicht niederschreiben, da dieser ... ich will schon fast sagen "Aufsatz", im Großen und Ganzen - wenn nicht überhaupt schon - eher zum Bloßstellen neigt. Fehler des Ausdrucks. Keine Melancholie - daran will ich mich nicht orientieren. Und ich wehre mich gegen Verurteilung jeglicher Art.
Ich bezweifle, verständlich zu wirken. Man stirbt nicht nur einmal. Jedesmal ein Teil, wenn das geht, was sich im Laufe eines Lebens als Teil von einem erwies. Das ist nicht wissenschaftlich zu interpretieren - nicht in den Genen - die Voraussetzung dazu schon eher. Wie sich eben Genanntes dann entwickelt, stellt eine unvorstellbare Individualität dar. Das reicht an Ausdruck. Ich muss schließen - nicht nur hiermit. Das Einholen von Erinnerungen ist uns nicht vorbehalten. Das sei jemand anderem zugeschrieben. Wahrscheinlich viel hartnäckiger - zum Glück. Das anzunehmen, fällt mir zwar schwer, aber stellt eine unwahrscheinliche Notwendigkeit dar. Jene, die notwendig ist, um zu leben - und das Streben nach Glück zu lassen - es kommt ganz von selbst. Alles was gefühlt wird ist gegenwärtig. Ganz gleich unter welchem Umständen. Echtheit.



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Eingereicht am 18. März 2004.
Herzlichen Dank an den Autor.
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