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Kurzgeschichte

Schwarzer Whisky

© Sven Draht


1
Dieser Morgen war wie jeder andere in Black Whisky. Der Name, so komisch er klang, hatte eine Bedeutung. Tatsächlich gab es hier sehr starken Alkohol zu erwerben, was zu einer Zeit der stetigen Neuerung, nichts besonderes mehr war.
Die Stadt hatte am Anfang nur Bauernhöfe.In der Mitte hatte sich in den letzten Jahren, Wohnhäuser und eine natürliche Strasse gebildet. Arbeiter kamen hinzu, Unterkünfte worden errichtet, in mitten der staubigen Landschaft. Dann kamen ,ein Lebensmittelladen, der Totengräber, ein Barbier und drei Gaststätten. Die Anzahl der Bauernhöfe war auf sechszehn gestiegen. Darunter auch einige Züchter die es auf eine beachtliche Anzahl von Rindern, Pferden und Schweinen gebracht hatten. Der Boden war hier gut. Und es gelang nach jahrelangem Probieren, eine gute Ernte an Mais und Weizen zu bekommen. Manche versuchten mittlerweile exotische Früchte an zu pflanzen und einige Sorten von Obst und Gemüse mussten schon nicht mehr von weitem hergebracht werden. Und in dieser Zeit, in der sich das Angebot der Waren und technischen Errungenschaften
ständig erneuerte, wachte Sherrif Thomson auf und stand an diesem Tag einer persönlichen Neuerung gegenüber. Wie es schon in den letzten dreissig Jahren Dienstzeit gewesen war, ging er diesen Tag skeptisch an.
Die Wache stand in der Mitte der Holzbudenreihe an der Hauptstrasse., als einzigste mit freier Fläche und Abstand zu den Geschäften an den Seiten, für eine eventuelle Vergrösserung der Zellen. Draussen schien die Sonne. Tom Thomson erwachte zu spät. Totz dieses Ärgernisses, blieb er ein paar Minuten liegen. Das Geräusch eines Pferdewagens riss in aus dem Halbschlaf, der eine Zerknittertheit zurückliess, um an zu merken, das er älter und müder wurde
"Verdammt", nuschelte er. Es war das dritte Mal diese Woche, die Leuten würden sich langsam lustig machen. Nicht mehr lange. Ab Morgen konnte er auf seiner Veranda sitzen, sich mittags wie die meisten anderen auch betrinken und Pfeife rauchen.
"Aber noch nicht", sagte er und setzte sich auf. In seinem Schlafanzug, der den ganzen Körper bedeckte, enganliegend mit langen Ärmeln und nur durch die Halsöffnung durch zwei Knöpfe einen Einstieg zuliess, zog er sich seine Jeans, das rote Hemd und die braune Weste über. So schnell er sich angezogen hatte, liess er sich Zeit bei der Rasur. Um den grauen Schneuzer herum bildeten sich die üblichen grau schwarzen Punkte. Die Schwellungen um die Augen würden sich bis mittags wenigstens ein bisschen verzogen haben. Unfug, heutzutage musste jeder gut riechen, für die Frauen. Früher hatte Schweissgeruch noch etwas bedeutet. Nämlich das ein Mann seinen Hof führt, die Gestzte der Stadt und des Lebens kennt
Er rasierte sich fertig, betupfte die Wunden mit Alkohol, das Ritual jeden Morgens und zog sich die Siefel an.
Draussen merkte man erst wie sich die Hitze zwischen die Häuser legte. Ein paar Leute schoben Karren hin und her.
Bekannte Gesicher liefen herum, die er nicht grüssen wollte wegen schlechter Laune. Fremde waren es sowieso nicht wert. Er hatte eine Ruf zu verlieren und auf die letzten Tge ein netter, alter Mann zu werden lag nicht in Thomsons Sinn.
"Schau mal, der Sheriff trägt keinen Hut..", schrie ein kleiner Junge. Zwei weitere standen um ihn herum mit offenen Mündern. Thomson blieb starr. Jetzt kam auch noch das Gefühl der Nervosität hinzu und das von so einer kleinen Rotznase. Die Lawinen von Wut und Entsetzen behinderten sich gleichzeitig seine Sinne zu erreichen. Eine Frau kam angelaufen, gab dem Kleine eine Backpfeife, entschuldigte sich und die vier waren wieder weg. Kurz blieb er stehen und schaute sich um. Alle gingen ihrem Geschäft nach, obwohl er wusste das eben alle Blicke auf ihn gerichtet waren.
Er holte den grossen Schlüsselbund heraus und schloss die Wache auf , die direkt neben seinem Haus lag.Der Sheriff hatte Anrecht auf das Haus daneben. Das war sogar schriftlich fetsgelegt worden. Ob er jetzt umziehen musste war noch nicht geklärt. Für ein neues Haus fehlte ihm die Kraft und das Geld. Es lag auch nicht in seiner Art Wünsche zu äussern.
Henry, der Deputy, war noch nicht da. Verdammt, da war sein Hut. Anständig aufgehängt auf dem Bügel. Der Coltgürtel baumelte daneben.
Der Geruch des rostigen Stahls der Zellen, und das trockene Holz zogen durch die Luft. Die Pfeife schmeckte hart. Es fiel kaum Licht herein und der Gestank der Latrine, hiner dem Haus schlich nach vorne. Na toll, dachte er. Alles was diese Stadt an Schutz noch zu bieten hat. Ist ein Gefängnis das nach Scheisse stank und ein alter Mann, der den Leuten sein weisses, zerzauseltes Haar zur Schau stellte. Diese Gedanken vergnügten ihn. In seinem Gesicht regte sich nicht die geringste Falte. Daher kam auch sein Name, der bekannt war . Schlangen Tom nannte man ihn. Weil man ihm und diesen Tieren nie ansehen konnte welche Gefühlsregeung sich in ihrem Gesicht abspielte. Es gab noch Poker Tom oder Granit Tom. Aber Sheriff Thomson war der beste, den er sich vorstellen konnte. So ging er seinen Gedanken nach, die Beine auf den Tisch gelegt und den Rauch geniessend, der schon so Trocken geworden war, das sich Hustenanfälle nicht mehr vermeiden liessen. Deswegen rauchte er nicht in der Öffenlichkeit. Sechsundsechzig Jahre, kaputte Knie und immerzu müde . Tja alter Junge, das ist übrig von dem jungen Cowboy der vor lauter Kraft nicht wusste, wohin ihn sein Weg eigentlich führte. Als diese Anstellung den jungen Mann festlegte in seinem Bestreben Abenteuer zu erleben, hatte die Realität ihn damals unsanft eingeholt , doch er stand als letzter . Bis heute und das war was wert. Stolz befällt nur Narren, dachte er. Die Tür ging auf. Für einen kurzen Moment verschwand die Sonne.
Guten Morgen Sheriff Thomson. Ich war schon hier, doch es war noch nicht auf".
Thomson schaute scharf zurück.
"Ich meine... sie hatten wichtigeres zu tun und ich hab kurz...".
Es war vorbei, nichts fiel Henry Mason noch ein. Ein fetter schwitzender Mann mit Bart, dessen Arme keine Form, aber Masse hatten.
"Komm jetzt". Er nahm seinen Hut, liess die Pistole zurück und blieb vor dem rausgehen vor seiner Hilfskraft stehen.
"Hör mal zu Mason, du stinkst. Du schwitzt und du stinkst. Wen das noch einmal vorkommt darfst du die Zellen schrubben und die Latrine. Verstanden?".
"Verstanden.. Sherrif".
Thomson wusste, das der Mann den Rest seines Lebens diesen Geruch hinter sich her schleppen würde. Seine Statur hatte schon geholfen in eingen Auseinandersetzungen. Aber irgendwann reichte es. Doch genauso wie er wusste warum sein Ärger aufkam, wusste er auch das es damit nicht vorbei sein würde. Sein Nachfolger konnte sich auf etwas gefasst machen. Wahrscheinlich war es so ein blonder Schönling. Frisch aus dem Krieg gekommen, mit Medallien behangen. Überall in der Gegend bekam jeder kleine Scheisshaufen, der sich als Stadt bezeichnen konnte einen Sheriff. Der Zusammenschluss von Banden, die sich alles so holten wie sie es brauchten, eine Zeit wie damals wo es selbst verständlich war, kostete den Staat zuviel. Es sprach sich herum und hing an Plakaten in den Bahnhöfen. Der nächste Bahnhof lag an die zwei Tagesritte weit weg. Vor Jahren hatte Thomson ihn besucht und es war absehbar, das es ein schöner Bahnhof wird. Heutzutage schwemmten die Züge alles mögliche an Hautfarben, Waren und neuen technischen Errungenschaften an. Gesetzte bewahrten den Frieden.
Beide gingen nebeneinander die Hauptstrasse von Big Whisky entlang. Von weitem sah man nur einen dünnen Mann mit geraden Gang und einen Hühnen mit Schweissflecken die sich auf dem dunkelblauen Hemd abzeichnten. Von nahem machte sich die Härte des Sheriffs durch Autorität, die das ausgemerkelte, ernste Gesicht ausstrahlte.
Mehr Leute und Pritschen schwirrten umher. Vor dem Rathaus standen Schlangen von Besuchern. Big Whisky war keine Perle, in den Wurzeln der Leute hier lag die Feldarbeit, das Züchten und das Saufen.Manche neigten hier zur Gewalt. Heute weniger.Wie er selber wusste, hatten der Wohlstand durch den Warenverkeh hier mehr bewirkt, als diese verdammte Kirche es jemals hätte machen können, wen sie mal fertig gestellt werden sollte. Die Mädchen trugen schönere Kleidung. Es gab mehr zu Essen. Dinge wie Gaslampen oder Wasseraufbereitung vereinfachten alles. In erster Hinsicht hatte auch Thomson all des so früh wie möglich eingeläutet. Jetzt gab es den Bürgermeister, der ein guter Geschäftsmann war, dem aber keiner so traute wie ihm. Aus einem Haufen von Rüppeln war das hier entstanden. Stolz befel ihn,es würde immer seine Stadt bleiben.
All diese Gedanken bekam Henry nicht mit. Der Sheriff redete selten mit ihm über Persönliches. Auch wusste er, das der Job des Mannes mit dem Stern nie seiner werden würde. Er sah Thomson zu, wie er vor ihm herging, die Leute grüsste, manches hier und da begutachtete und ihn, seinen Deputy nur selten beachtete.
An den Job war er vor zwei Jahren gekommen, als er betrunken im Saloon sass und zwei Leute Ärger machten. Die fingen einfach an auf das Klavier zu ballern und meinten das würde sich schöner anhören. Und der Sheriff redete mit einem und der andere kam von hinten mit einem Messer. Henry ging hin, ein für seine Masse, schneller Kerl und schlug sie um. Er war kein schlauer Junge, aber das Talent, Leute unschädlich zu machen, erkannte der Sheriff und gab ihm eine Arbeit, die sogar neu erfunden wurde, für ihn, den nicht mal die Kinder ernst nahmen. Er sah dem Sheriff zu wie dieser bei den Pferden etwas nachfragte und dann ins Rathaus ging. Henry setzte sich schwitzend auf die Treppe und guckte den Leuten zu. Den silbernen Stern auf seiner Brust liebte er über alles . Angst befiel ihn , das er weg sein könnte, es würde Ärger geben, den sein kindlicher Verstand spielte ihm diesen Streich des öfteren am Tag . Dann griff er an die Stelle, ohne hin zu schauen und freute sich sehr bei jedem Mal, den kalten, runden Kreis zu fühlen.
Eduard Greenmaker sass hinter seinem Schreibtisch vor ein paar Anträgen. Manche unleserlich und mit idiotischen Forderungen , andere stattlich beglaubigt und mit Stempeln versehen. Wo soll er da einen Unterschied machen, wer hatte Recht und wer nicht. Er bliess Rauch von seiner selbstgedrehten in den Sonnenschein, der durchs Fenster fiel. Ohne anzuklopfen, ging die Tür auf, das konnte nur einer sein.
"Sheriff kommen sie rein, machen sie es sich bequem. Wollen sie etwas zu trinken. Oder darf ich ihnen die Harre schneiden ?".
"Ed, hast du keine Arbeit zu erledigen oder befummelst du dich selber hier oben. Der Bürgermeister sollte nicht soviel mit Tratsch der Strasse zu tun haben".
Greenmaker lachte. Er war ein hektischer, dicker Mann, das natürliche Gegenteil Thomsons.
"Tom, wen ich nicht wüsste das du ein so humoriger Mensch wärst müsste ich dich jetzt verhaften lassen".
Beide lachten. Thomson legte seinen Hut auf den Tisch, setzte sich und liess sich Kaffee einschenken.
"Ja Danke, bin noch garnicht dazu gekommen".
"Ich hab Angst das diese schwarze Haushälterin dich noch verhungern lässt. Ich brauch noch jemanden zum Karten spielen für den Ruhestand".
"Sie ist schon Okay".
"Ja ja, ich mein ja nur. Kennst mich doch. Aber wen du auch hier bist um nach dem Neuen zu fragen....der war noch nich hier", sagte er und liess sich grinsend zurück hängen.
"Man muss keine Angst davor haben in Ruhestand zu gehen. Der Vorteil ist das man nicht mehr arbeiten muss. Auch wen du Taten vollbracht hast, die ich wie kein anderer bewundere, solltest du dich freuen".
"Es ist nur weil ich mich nicht so auskenne mit den neuen Dingen.Kann das nicht so.Aber man wird sehen was passiert."
"Schaun wir mal".
Beide sassen da. Unter ihnen der Lärm der Leute.
"Also ich kann mich nicht beschweren. Die Geschäfte laufen besser und besser.Wen der nichts ist, jagen wir den zum Teufel und das wars. Soll die Army mal schauen, das die besser keine Kinder hier hin schicken."
Steve Mcvin, fiel trotz des Rumpelns der Kutsche, kurrzeitig in Schlaf. Früh hatte er heute morgen raus gemusst und der Reiseantritt vom Bahnhof hatte sich verzögert . In dieser Gegend , kannte man viele der Dokumente nicht, die ausgestellt wurden für Reisende im Auftrag des Staates. Viele konnten nicht lesen und hatten ihm gegenüber eine raue Art an den Tag gelegt. Aber, das wusste Mcvin, war nur ein Spiel wie es in so abgelegenen Ortschaften noch gespielt wurde. Entweder du scheisst dir in die Hose oder hälst dagegen. Als Fremder war man immer der Feind, obwohl die Leute mittlerweile wie die Ameisen herum zogen. Damit alles nicht ausser Kontrolle lief wurden Sheriffs auf die ganze Ebene verteilt, in jedes kleine Kaff und viele wenig erfreut, da die Einwohner noch dickköpfig dagegen hielten. Ein gutes Gefül bekam ihn auch nicht an seine neue Stelle. Nur die Army, dachte das gute Verdienste einen dort weiter brachten. Viele waren noch Jünglinge und er selber zählte gerade zwanzig. Blondes Haar, dünne , lange Statur und ein kurzer, franziger Bart, der ein paar unbewachsene Stellen offenbarte.
Sorgfältig war alles verpackt worden. Schreibnotizen, um einmal monatlich den Bericht abzugeben, eine Schrottflinte und zwei Colts, frisch eingeölt und gesäubert., Kleidung, Schlafsack, Geschirr, eine Telegraphenanleitung, Münzen, bissfest und durchaus eine ansehnliche Menge.
Nicht zu vergessen, viele amtliche Dokumente und Vollbemächtigungen die ihm wahrscheinlich einen Scheiss nützen würden. Man kannte die Leute hier auch wen fast nie einer, der grossen Station einen Besuch abstatteten. Alle hatten sie diesen misstrauischen Blick, doch ungelenke Finger zum Schiessen. Man sah es an den Bewegungen und der Art zu stehn, ohne Gefühl von Ehre, nur Ärger im Sinn, das stand einem im Weg , den man verlor die Aufmerksamkeit.
Es galt auch den Bau der Kirchen und Schulen zu unterstützen, für Steve war es das Hauptziel. Es gab ihm ein Gefühl der Ruhe zu wissen das es nicht nur darum ging, für Ruhe zu sorgen.Ein unkluger Gedanke war es, damit direkt anzufangen, das Ganze würde Zeit brauchen.
Der Kutscher brüllte etwas. Er steckte den Kopf raus in das heisse, blendende Licht. Die hölzernen Umrisse der Stadt waren wabbernd am Horizont zu erkennen.
Am Osteingang der Stadt, dessen beide Haupstrassen in der Mitte ein Kreuz ergaben, stellten sich die Pferde der Kutsche an die Tränke. Mit einem gewissen Vergnügen stieg Steve aus und schaute sich die Leute an.
Ein wilder Haufen, sicherlich. Er stutzte seinen weissen Hut zurecht und marschierte zum Gefängnis.
Lärm riss Thomson aus seinem Halbschlaf. Fast wäre er vom Stuhl gefallen. Schlimmer noch, wen ihn jemand erwischt hätte. Der Dicke schnarchte laut auf der Pritsche, in der Zelle.Draussen war Geschrei, wie er es lange nicht mehr gehört hatte
Er ging raus um nach zu sehen. Mitten auf der Strasse hatte sich ein Kreis gebildet. In der Mitte stand jemand mit einem weissen Hut der rumgeschubst wurde und beschimpft. Steve fragte sich selber wie schnell es passierte das er jetzt umgeben war von aufgebrachten Leuten. Ein grosser Mann mit Dreck im Gesicht packte seinen Kragen.
"Ratet mal Leute, die Ratte hier kauft sich seine Sachen im Frauengeschäft" . Ein Schwall des Lachens ging über die Strasse. Der dicke Arm hielt ihn ohne Mühe fest.
"Wir wollen hier keine Kinder hä hä".
"Der soll auf seinem Pony wieder abhauen".Wieder Gelächter.
Steve bekam Angst, noch nie war ihm so eine Wut entgegengekommen, jeden Moment konnten sie auf ihn einschlagen.
"Ich..ich..habe Dokumente die mir..".
Patsch!
Der Grosse klatschte ihm eine mit der flachen Hand und Steve ging zu Boden, das Lachen wie ein Deckel über ihm. Dann verstummten alle. Ein alter, dünner Mann trat durch die Menge die Hand erhoben, was alle zur Ruhe kommen liess. Steve sah den goldenen Stern und wusste das er Thomson vor sich hatte, dünner als erwartet, dachte er.
Man konnte den Blick nicht von seinem Gesicht lassen.
"Was ist den das. Werden hier so neuerdings Besucher unserer Stadt begrüsst?Schande über eure Höfe. Verdammter Haufen, wll mal sehen ob ihr bei der nächsten Schiesserei, weiss Gott will ich das am wenigsten, aber, will mal sehen ob ihr dann auch so tatkräftig dabei seid."
Verwundert sah Steve, das die Leute mit dieser gefährlichen Dummheit in den Augen, den Kopf senkten, wie ertappte kleine Kinder.
"Weiter jetzt, es gibt viel zu tun heute", sagte er und ging zum Gefängnis zurück. Die Menge zerlief sich.Das konnte nur ein böser Traum sein.
Steve stand langsam auf und begab sich in die gleiche Richtung.Den staubigen Hut, der liegen geblieben war, schnappten sich ein paar lachende Kinder und verschwanden damit.
Im Gefängnis war es dunkel und der Geruch von Scheisse sprang einen an. Der Sheriff schien uneinschätzbar. Jetzt lachte er hämisch, die Beine auf den Schreibtisch gelegt.
Denk dran warum du gekommen bist. Denk an deine Ausbildung verdammt, so etwas war einfach zu erwarten.
"Ich denke Sir, das ist nicht zum Lachen",kam es wackelig hervor
"Jahaha..ich weiss...aber mit einem weissen Hut so rum zu laufen. Haha".Tränen liefen ihm schon über das Gesicht. Für einen Moment, wollte Steve auch mitlachen, sich, wen es auch kurz war, entspannen, da sah ihn der Alte schneidend an.
"Gringos sind hier nich erwünscht Kleiner. Das ist hier nicht mehr der Wilde Westen, aber der Sheriff ist nun mal,nun ja, wie soll ich das sagen....,er weiss zumindest wie er sich verhalten sollte, so das man ihn nicht am nächsten Baum erhängt. Weiss Gott kommt das noch selten vor. Zeig mir deine Papiere Junge".
Mit leicht zitternder Hand holte er es aus seiner Hosentasche. Der Alte beäugte das gelbe Papier genau. Es schien aber keine Erkenntnis zu bringen.
"Guter Schütze ähh? Kann mit Telegraphen umgehen und diese auch errichten. Ts ts.."
"Ich bin voll ausgbildet Sir und ich mache Fehler lieber direkt, als später".
Zeigs dem Alten, genau, du bist hier der Neue. Auch wen er ein bekannter Revolverheld ist.
"Ausserdem voll ausgebildet in Lesen und Schreiben, Gebäudebau und Umgang mit Artellerie".
Bei dem Wort regte sich erstmals eine Reaktion im Gesicht des Sherrifs. So etwas wie ein Staunen in seinen Augen.
"So , so, sagte er abwesend, ohne ihn anzuschauen.
"Dann komm mal mit raus Junge. Keine Angst , nur ich werde zuschauen wie der Meisterschütze mir eine Lehrstunde gibt".
Steve fühlte sich erschöpft. Das war die reine Hölle hier. Draussen in der Hitze schauten alle zu ihnen rüber. Sie gingen nach rechts. Vorbei an der ungebauten Kirche und eine paar Gebäuden, an denen sich Handwerker zu schaffen machten. Sie verstummten direkt , als beide vorbei Schritten. Der Alte fasste sich vorne an den Hut und grüsste die Leute mit einem leichten Nicken. Steve war sich immer noch sicher, über dieses Chaos walten zu können.Es kamen ein paar verlassene Ställe. Den ganzen Weg über hielt Steve sich hinter ihm .In dem dunklen, langen Stall bewegten sich die Pferde. Es war das erste, was Steves Vorstellungen von einer Kleinstadt entsprach, kräftig und gesund waren sie.
Auf eine Entfernung von dreissig Metern vom Tor entfernt, waren ein Dutzend Pfähle in den Boden gerammt worden. Die Glassplitter glänzten in der Sonne und drei grüne Falschen standen noch, auf den rechten Pflöcken.
"Das wir hier einen Schützen bekommen haben, beruhigt mich ja. Aber ich will sehen ob du auch eine ruhige Hnad hast. Viele können heutzutage Schiessen. Die Waffen werden sowieso immer besser, aber du wirst zielen, bis du es im Visier hast. Dann schaust du hinter dich und schiesst" :
Auf diese Art hatte Steve es nie probiert. Bei den Schiesswettbewerben im Camp, hatte man geschossen und die Ziele immer weiter entfernt. Seine Spezialität war das Gewehr mit Vergrösserungsglas, welches jetzt weit entfernt in seiner Tasche lag. Diese Aufgabe war einer veraltete Prüfung, die unweigerlich viel zu schwer war.
"Okay", sagte er.
Thomson gab ihm seinen Colt. Eine schwere und alte Waffe, dachte Steve. Ob sie gerade schoss wusste man, erst wen man es ausprobierte.
Steve visierte die mittlere der drei Flaschen die nebeneinander standen an.Kurz sah er das grüne Glas, durch das Flimmern der Luft, ganz nah. Ein paar Sekunden, dann drehte er den Kopf und schoss.Er schaute, nichts war passiert. Nochmal, er nahm die Pistole näher ans Gesicht, ein paar Sekunden mehr, drehte den Kopf und schoss.
Wieder nichts. Wut stieg in Steve hoch, das war unfair.
"Der Colt ist nicht manipuliert, mein Sohn. Für so ein altes Ding schiesst er grader, als ich pissen kann. Jawohl. Los noch einmal".
Diesmal nahm er noch mal die Mitte. Der Schuss hätte sitzen müssen. Er zielte so genau wie möglich, drehte sich wieder den Arm ausfgestreckt und zog ein wenig nach links mit dem Arm um dem Rückstoss entegegn zu arbeiten. Steve glaubte unter dem hohen Ton des Schusses ein Klirren zu hören. Sie stand noch immer da. Doch nein, das rechte Glas war weggefegt worden.
"Ich wollte dich wegjagen, falls du es nicht schaffts. Falls es überhaupt die Flasche war, die du treffen wolltest. Nun gut, das war ganz gut. Aber genug mit den Spielereien." Auf einmal, stand er so nah an dem jungen Mann, das dieser Schweiss riechen konnte.
"Mach deine Arbeit. Dich nicht weg zu schicken ist eine härtere Strafe als du dir vorstellen kannst...", er hörte mitten ihm Satz auf. Dann schlenderte er zurück und Steve sah was er auf den Boden geschmissen hatte. Den Sherrifstern, blank poliertes Gold das in der Sonne strahlte.

2
Steve hätte nie gedacht, das es noch jemand schlimmeren gab als seine Ausbilder, oder den Schiesswütigen, die kein Verhältnis zum Leben anderer hatten.Er sass auf dem Holzstuhl für die Besucher . Nur der dicke Typ lag auf der Pritsche und schaute gelangweilt, er schien nicht ganz helle zu sein, eine gefährliche Mischung bei diesem wuchtigem Körper .
"Um eins klar zustellen. Thomson ist mein Chef, verstanden? Ich brauch den Job und deswegen..", kurz hielt er inne, um nach dem richtigen Wort zu suchen.
Dann stand er auf umfasste Steves Arme.
"Ich mach Urlaub", sagte er grinsend und ging. Duschen wäre eine notwendige Einrichtung, dachte Steve angeekelt, den sauren Geruch noch in der Nase.Er öffnete die Tür und verschwand nach draussen.
Zehn Minuten kam Steve selber wieder. Er hatte seine Tasche geholt. Er starrte noch zehn Minuten auf den Whsikey, den er als Begrüssungsgeschenk mitgebracht hatte und setzte die Flasche an.
Seine Versetzung war eine Strafe. Dafür das er ein Regelbrecher war und bei den Vorgesetzten unbeliebt, trotz guter Bewertungen.. Das hatte ihm nicht viel Freunde gebracht und hier konnte er lange danach suchen.
Es dämmerte draussen und niemand kam in den folgenden drei Stunden zur Wache. Das Wetter schlug um . Der heisse Tag ging über in einen dunklen, regnerischen Abend mit dunkelblauen Himmel. Die Flasche war zur Hälfte leer und er sass im Dunkeln, die Füsse auf den Tisch gelehnt.. Draussen begann der Regen und zwei Stunden später , vernahm man Gelache vom Saloon, nachdem kein Lebewesen mehr von der Strasse zu hören war. Er schaute aus dem Fenster und es war das einzige Gebäude in dem noch Licht brannte.
Hin und wieder war da da Geräusch eines Klaviers, Frauenstimmen und Gegrölle. Steve sah, wie durch den Regen fünf Leute auf ihren Pferden, auf der Mitte der Strasse angetrabt kamen. Mit den langen Regenmänteln und den grossen Hüten, wirkten sie imponierend. Einer schaute rüber zu seinem Ausblick und ruckartig zog Steve den Kopf weg.Das Wasser ran durch die kleinen Metallstäbe des Ausgucks auf den Boden. Er rutschte aus und knallte auf den Rücken,. Als er wieder nachschaute waren sie fast aus seinem Blickwinkel.Sie schauten sich um. Das könnte nichts bedeuten, oder doch.
Die Fünf bewegten sich von den Ställen auf den Saloon zu, niemand war sonst zu sehen. Zwei gingen den Seitenweg entlang um wahrscheinlich hinter das Gebäude zu gelangen. Steve stand am Fenster mit seinem Gewehr, das jetzt schwer und kalt in seiner Hand lag. Die anderen drei redeten und man sah das Aufglimmen der Tabakstengel im im dunklen Regenschauer. Steves Herz schlug bis zum Hals , nachdem die drei reingegangen waren und er durch den starken Regen hinterherging.
Der Regen prasselte stark gegend das Hemd, das augenblicklich klitsch nass wurde. Nicht direkt von vorne, sei nicht dumm. Du bist besoffen, du wirst dich nicht wieder blamieren. Steve ging vor dem Saloon Fenster auf die Knie. Thomson war da, eine Menge anderer Leute die spielten oder soffen. An den Tischen sassen fette Tanzdamen. Die drei, sassen als einzige an der Theke, mit dem Rücken zu allen. Niemand reagierte, niemand schien etwas zu befürchten. Die meisten Besucher sahen schon von Natur alle wie harte Burschen aus, man befürchtete nichts weil man sich unter seines gleichen fühlte.
Um das Haus waren zwei gegangen, wahrscheinlich wegen dem Hintereingang und da sein Auftauchen hier nur schlecht enden konnte, war es das wert, als unfähigster Sheriff in die Geschichte ein zu gehen..

3
Thomson spielte und verlor dabei. Das lag daran das er die Gesichter der drei Unbekannten im Kopf durchging. Aber es fel ihm nichts ein. Dabei war seine Laune heute Abend blendend. Gemessen an der Reaktion der anderen, die sonst misstrauisch wie Füchse waren, schien alles in Ordnung zu sein.
Entspann dich , lass mal gut sein.Vielleicht sollte ich mal nach dem Jungen schauen und ihm raten das er sich was anderes suchen sollte. Genau als er das dachte sprangen die Schwingtüren auf. Steve stand in der Tür. Ausser dem nassen und müden Anblick, den er machte, wirkte er jetzt ruhiger. Muss daran liegen, dachte Thomson, das er sturz betrunken und doch dümmer sein musste als er geschätzt hatte.
Alle drehten sich um und die bekannte Stille des Klaviers trat ein. Auch die drei schauten nach hinten. Steve setzte sich in Bewegung zur Theke ,langsam ohne auch nur zur Seite zu schauen. Sollten sie ihn doch umbringen, es war ihm scheissegal. Der Weg schien ihm unendlich lang zu sein. Das Holz knarrte, Leute riefen etwas .Er merkte es durch einen Schleier hindurch, die drei drehten sich wieder nach vorn, er musste sie rausbekommen; zum Vordereingang und dann als erster raus.
Steve stellte sich links daneben. Ihre Gersichter waren dünn, behaart und mit verkniffenen ,kleinen Augen ausgestattet. Allein am Aussehen, war erfassbar, wieviel erfahrener und härter sie wirkten als er selber. Er verschluckte das Gefühl sich vor allen übergeben zu müssen und hielt sich an der Theke fest.
"Whiskey",sagte er. Der Keeper machte einen ohne grosse Anstalten. Die Drei schauten ihn an. Sie schienen sich zu fragen was ein so hübscher, reiner Gringo hier machte. Und sich dazu lebensmüde verhielt.
"Ich möchte".., begann Steve mit erhobener Hand,"...das alle Höllenhunde auf dieser Erde sterben werden,jawoll", dann kippte er die Flüssigkeit herunter.
Dann lehnte er sich rüber bis ihm der Geruch der Ledermäntel in seine Nase drang .
"Ich glaube wir sollten raus gehen.Jetzt", sagte er so verständlich es ging.
Dann, er glaubte zuerst der Typ mit dem übelsten Gesicht der drei, sein Sitznachbar, hatte nicht verstanden was er wollte. Da liess er das natürlichste Lächeln, das Steve seit langem gehört hatte, zu Tage kommen.Und auch er beugte sich nach vorne, bis schlechter Atem zu Seve drang.
"Und mit wem von uns dreien, willst du vorlieb nehmen, mein Söhnchen".
"Alle drei".
Und alle drei lachten, so als hätten sie einen guten Witz gehört und wirkten wie ein paar normale Saufkumpanen die nichts böses im Schilde führten.Steve spürte die Augen aller im Nacken Das klappte nicht, es klappte einfach nicht.Er stemmte sich auf.
"Jetzt sofort ihr stinkinden Ratten",flüsterte er. Der mittlere zog sich als erster mit heruntergezogen Mundwinkeln hoch .
"Du kleiner Pisser, wir werden dich auffressen, du Maulheld." Steve wendete sich dem Eingang zu, das Torkeln war jetzt nicht mehr zu vermeiden, in der Hoffnung die Typen würden ihm folgen. Thomson stand auf.
"Ruhe, hier jetzt. Das ist eine vernünftige Stadt, keiner erschiesst irgend jemanden."
Verdammt, verdammt, dachte Steve, der Alte vermasselt mir alles.
"Diese vier Herren",und dabei wandte er sich an alle,"werden uns jetzt verlassen".
Und blitzschnell stand er bei den dreien und lächelte. Sie schienen Angst zu bekommen, die Augen aller ruhten af ihm.Keiner sagte einen Ton. Und als der Fette sich erhob und auf Steve zukam, knallte die Hintertür neben der Theke auf und zwei dunkle Schatten waren zu erkennen. Ein ohrenbetäubender Knall ertönte und rotes Blut umschwirrte in Tropfen den Rücken Thomson. Noch ehe der Junge das Vorhaben des mittleren mitbekam und dieser die Knarre auf ihn richtete, sprang er zur Tür. Ein Peifen glitt vorbei . Ein Punkt an seinem Oberschenkel explodierte so heiss wie Feuer. Still blieb er liegen, nachdem er aufkam auf den Holzdielen.
Bei der zweiten Explosion platzte der Bauch des Dicken auf, er erbrach sich über einen Tisch und knallte nach vorne mit dem Gesicht, auf einen Tisch mit Karten. Geschrei überall.Einer der Gangster rief, sie sollten sich alle hin setzen. Steve versuchte sich raus zu ziehen, nur ein paar Meter. Die Mänener redeten laut. Dunkle Stimmen irgendwo. Aber genau das, schien den Schmerz zu dämmen Es ist deine Schuld, jetzt ist Thomson Tod.Du musst ihn rächen. Und er erreichtedie Tür. Draussen war es dunkel und kalt. Der Regen glitt wie eine Erlösung auf sein Gesciht, keiner achtete auf ihn. Die fünf Männer standen jetzt in der Mitte des Raums.
"Wir wissen, das es hier ein Gelddepot gibt. Das , wie wir ganz genau wissen, eine Ansammlng von schmierigen Geschäften ist, die hier gelaufen sind". Dann lächelte er breit in die Runde. Schwarzes wirres Haar und hellblaue Augen stachen unter dem schweren Hut hervor.
"Wir wollen bloss das Geld, dann hauen wir ab". Er ging auf eine Frau zu. Sie hatte ein altes zerissenes Kleid an. Er packte sie am Arm und zog sie hoch um sie zu küssen.
"Bääh, die schmeckt beschissen, du kannst sie haben", er schubste sie und sie flog hin. Dann hielt er seine Pistole auf ihren Kopf.
"Wo ist das Geld?",brüllte er.Mit einem Gesichtsausdruck, als würde er kleinen Kindern etwas erklären, sagte er,"Ich fange mit ihr an und dann gehts weiter".Knallend flog ihr Körper zu Boden, den Kopf voran. Das Blut sickerte aus dem gebrochenen Schädel hervor, in eine anschwellende Pfütze
Der Blauäugige, verantwortlich für dieses blutrünstige Vorgehen, war Bloody Bill. Und Blody Bill hatte so etwas schon öfters getan. Sein Problem war, das er bei so etwas Zeit verlor durch inkompetente Mithelfer oder verängstigte Waschlappen, die zu nichts mehr imstande waren, wen sie sahen, das einem die Lichter ausgelöscht wurden. Problematisch auch, weil wenig Zeit ein höheres Risiko bedeutete und ihn das sauer machte. Auch er war ein bekannter Mann und jetzt wo Thomson tot war, mein Gott, er war jetzt unantastbar. Dieser Höhepunkt, dauerte für Bill nur einige Sekunden, den wie es im Wilden Westen schon eine Regel war, nahm seine Karriere als Bandit, auf ihrem Höhepunkt ein überraschendes und unabwendbares Ende . Zuerst hörte er das Klirren des Glases und dann das Blitzen von Metall. Ganz deutlich lag das Bild der zwei kleinen Rohre, vor ihm, die durch das gesplitterte Glas schauten., kurz vor dem Schuss. Es war als könnte er jede Faser des Metals deutlich sehen und fragte sich wie das wohl möglich sein konnte.
Steve drückte ab und es war nicht schwer den Kopf des Mannes zu erwischen.In Vorsorge, hatte er sein Scharfschützen Gewehr draussen versteckt. Feige ,aber hilfreich, hätte sein Ausbilder, jetzt gesagt.
Bill stand zwei Meter entfern von seinen Männern und diese schrien auf als sein Kopf explodierte und sie bedeckt wurden von Fleischstücken, die sich selbstständig machten. Steve sass dort ganz ruhig, er hatte gute Aussichten. Eine gute Stelle zum Schiessen und niemand in seinem Rücken. Ohne die Augen vom Ziel zu nehmen legte er mit dem linken Daumen den Hebel an der Seite hoch, drückte nach vorne und liess ihn wieder einrasten. Keiner in der Schussbahn ausser den Pappfiguren , dachte er.
Derjenige, der versuchte hinter die Theke zu springen, bildete ein vorbildliches Ziel, für den Moment als er in der Luft hing. Die Kugel rasierte ihm einen grossen Teil der Schulter weg, als er rüberrollte.
Dann kam der erste Rückschuss. Er flog einen Meter an ihm durchs Holz vorbei. Das Herz hämmerte ihm bis zum Kopf. Es war ein gewaltsamer Akt jemanden nieder zu schiessen und er fragte sich selber wieso er noch nicht schmerzwindend am Boden lag. Das angeschossene Bein zuckte weg, als er sich drauflehnte.Wohl auch, da er er wieder dran dachte. Für ein paar Sekunden wurde es schwarz. Das alles sollte nicht passieren. Tränen kamen vor Schmerz, er wünschte der alte Mistkerl lebte noch.

4
Von Drinnen kam kein Geräusch. Der Regen prasselte und die Männer riefen sich etwas zu, was er nicht verstand. Die Postion war gut gewählt, da er mit einer hohen Nachladezeit, an einem enternten Ort sass. Es fehlte noch eine Kugel für den letzten ,falls es soweit kommen würde.
Er zog sich zur Tür, spähte auf Bodenhöhe nach innen und sah einen hinter dem Klavier hocken. Für die Schulter würde es reichen. Ein anderer Rundtisch war umgekippt und er vermutete die beiden anderen dahinter. Die Kugel würde es locker durch das Holz schaffen.
Ein Mann stand auf, aus der Ecke in der er sass auf und rannte zur Tür, bekam einen Schuss in den Rücken und knallte auf halben Weg, kurz vor der Tür hin. Es schrie schon keiner mehr von den anderen und die Deckung war jetzt vermasselt.
"Hey Junge. Komm rein und wir klären das wie Männer". Fast hätte er sich automatisch in Bewegung gesetzt. Zu schön war der Gedanke das es endlich vorbei war. Das Bein war nass von Blut, es war kalt. Die Konzentration fiel ihm schwer, der Drang die Augen zu schliessen, schrie in ihm auf. Dann schossen sie. Es war nicht viel Fläche zwischen Fenster und Tür und daher leicht aus zu machen wo er sass. Ein, zwei Kugeln schafften es durch. Splitter flogen herum.
Alles wurde schwer, einfach liegen bleiben, nur liegen bleiben. Dann kamen Schritte.
Steve drehte sich auf den Rücken, winkelte das Gewehr an und hoffte das er durch die Tür kommen würde, sein Arm wurde taub.Schritte kamen näher, aber nicht von drinnen. Steve konnte sich nicht halten und fiel zurück. Er sah über sich einen Schatten der von der Hinterseite herum gekommen war und schnellte mit dem Lauf in die Richtung, während er auf dem Rücken lag, über sich. Und schoss.
Der schwarze Mantel bog sich nach hinten durch als wäre kein Mensch dort drin und landete rücklings im Matsch. Steve schrie auf , da der Rückstoss seine Hand auf den Boden krachen liess. Die Dunkelheit fiel wie ein Tuch über alles. Schritte und Geschrei,...jeden Moment...dann ist es vorbei. Und wieder fiel ein Schuss und er bekam einen Würgkrampf bei diesem Geräusch, dessen er mehr leid war; als alles was er kannte.
Er meinte die Stimme von Thomson zu hören . Steve machte wieder die Augen auf.
Keiner war draussen zu sehen.Mit letzter Kraft bäumte er sich auf und sah durch das Loch, was mal ein Fenster gewesen war. Thomson, stand blutdurchtränkt auf den Beinen.Der vierte lag schon am Boden und er hielt den Colt auf den letzten, der seine Knarre genauso auf ihn hielt.
Dann, als wäre es eigentlich selbstverständlich gewesen, zog ein jüngerer Mann aus der rechten Ecke, neben der Theke, seinen Colt und schoss dem fünften Mantel in den Rücken.
Immer hatte es geheissen, das nur Feiglinge in den Rücken schossen. Steve musste feststellen , das es am Ende egal war, hauptsache man überlebte.Jetzt war er müde, ein bisschen Ausruhen würde gut tun. Er hatte viel gelernt in dieser kurzen Zeit. Steve sackte abermals runter und es waren die letzten Gedanken, bevor er starb.

5
Es dauerte Stunden des Schrubbens und nie wirklich ging das Blut heraus und erinnerte an die Schiesserei. Eine der letzten Schiessereien, die in dieser Region bekannt waren.
Fünf gesuchte Männer starben. Deputy Henry war direkt Tod und der Junge hinterliess eine Pfütze aus Wasser und Blut, als man ihn fand, auf dem Gehsteig des Saloons..
Normalerweise hätte man ihm auf einem Pferd nach Osten geschickt, in die Wüste. Er wurde in einem schwarzen Holzsarg vor der Stadt begraben. Nicht viele erschienen zur Beerdigung und selten sprach jemand über das Greenhorn, das sie alle gerettet hatte. Thomson sass auf seiner Veranda und dachte manchmal über den Jungen nach.
Eine Aussnahme gab es, in der Anteilnahme dieser rauen und einfachen Leute. Zu den Erntefeiern kamen neue Güter, darunter auch eine Kiste dessen Inhalt teuer und unüblich für die Gegend waren. Gegen Abend der Feierlichkeiten war die Kiste leer und die meisten benutzten den Inhalt, als Andenken an die Nacht, nach der sich etwas verändert hatte.Die Kinder freuten sich am meisten, die weissen Hüte zu tragen.



Eingereicht am 08. April 2006.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
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