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Kurzgeschichte

Dialog mit dem Schicksal

© Marlies Woywod


Sie: Hey, DU!!! ..........Wir müssen miteinander reden!
Es: So müssen wir das? Ich sehe keine Veranlassung dazu!
Sie: Aber ich! Es gibt da einiges was mir gar nicht gefällt in meinem Leben.
ES: Ach Gottchen.!!!! Wieder einmal die ewige Unzufriedene. Egal WAS ich auch mache es gefällt Dir nicht.
Sie: Na hör mal. Erst wirfst Du mein ganzes Leben durcheinander und dann erwartest Du, dass ich damit zufrieden bin und es ohne Kommentar hinnehme?
ES: Was willst Du? Ich habe doch nur versucht alle Deine Wünsche zu erfüllen! Und wie ich das mache - DAS ist doch wohl meine Sache.
Sie: Meine Wünsche erfüllen? DAS ist aber mal was ganz Neues. Also ich kann mich nicht daran erinnern Dich um dieses Chaos welches zur Zeit mein Leben ausmacht gebeten zu haben.
ES: Ach nein? Wer hat denn immer über die viele Arbeit gejammert und das er zu wenig Zeit hätte für sich und seine Interessen? Warst das nicht DU?
Sie: Doch, schon. Aber es war auch alles ein wenig zuviel. Mann, Kinder, Haus, Beruf, Freunde. So ab und an eine Stunde für mich allein wäre auch sehr schön gewesen.
ES: Na siehst Du. Und jetzt hast Du Zeit. Soviel Du möchtest. Habe ich also etwas verkehrt gemacht?
Sie: Ja, ALLES!!!!!!!!!!!
ES : Wieso? Ich habe doch nur in Deinen Sinn gehandelt.
Sie: In meinen Sinn? Träumst DU?
ES: Moment mal...wer hat denn immer behauptet auch ohne Mann zurecht zu kommen? Für sich selber sorgen zu können? Und das die Kinder alt genug wären jetzt ihr eigenes Leben zu führen? Na....wer war das wohl?
Sie: Ja, das habe ich gesagt, wenn ich mich mal wieder geärgert hatte. Aber..........................
ES: Kein Aber! Und wer hat immer darüber gemeckert Haus und Garten würden zuviel Arbeit machen. Und ständig würden einem die Freunde mit ihren Problemchen in den Ohren liegen!
Sie: Ja, das habe ich gesagt. Aber musstest Du alles gleich so wörtlich nehmen? Man äußert doch vieles unbedacht, wenn man mal unzufrieden oder wütend ist.
ES: So So!!!!!!!!!
Sie: Es war doch nicht immer alles ernst gemeint. Und ich wollte doch wirklich nur mal ab und zu nur eine kleine Verschnaufpause haben.........mehr nicht!
ES: Nun, die hast DU ja jetzt!!!! Also was willst Du dann von mir? Warum dann diese Diskussion?
Sie: Ich habe jetzt zuviel Zeit und ich weiß nicht was ich damit machen soll!
ES: WIE BITTE????????
Sie: Ja! Mein kleiner Haushalt macht nicht viel Arbeit. Die Kinder benötigen mich nur noch selten. Meine angeblichen Freunde kommen mit ihren Problemchen und dergleichen plötzlich selber klar.
ES : Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wo das Problem bei Dir liegt. Jetzt kannst Du doch alle jene Sachen machen, für die Du früher nie Zeit hattest. Z.B. ein gutes Buch lesen!
Sie: Und mit wem kann über das Gelesene reden oder diskutieren?
ES : Dann geh spazieren oder mache Ausflüge. Du wolltest doch immer gerne Reisen und was aufregendes erleben. Bitte, jetzt hast Du die Gelegenheit dazu!
Sie: Und wem kann ich davon berichten? Und allein macht es auch keinen Spaß!!!
ES : Meine Güte! Nun stell Dich nicht so an! Weißt Du wie viele Dich um dieses Leben beneiden? Frei und ungebunden zu sein, ohne Verpflichtungen einem anderen Menschen gegenüber. Du bist auch mit gar nichts zufrieden!!!!!!!!!!
Sie: Beneiden????????????? Das ich nicht lache. Es ist zu still und zu ruhig in meinen Leben geworden. Das gefällt mir nicht!
ES: Wie ich bereits sagte- die ewig Unzufriedene. Erst ist zuviel Action- dann zuwenig. Wie ich es auch mache....es ist verkehrt.
Sie: Konntest Du nicht ein vernünftiges Mittelmass finden? Musst Du immer gleich in die Extreme gehen?
ES: Warum sollte ich nicht. Ich bin das SCHICKSAL!!! DEIN Schicksal!
Sie: Du gefällst mir aber nicht!
ES : Es liegt nur an Dir daran etwas zu ändern. ICH habe nur versucht Deine Wünsche zu erfüllen. Was DU daraus machst ist doch Deine Angelegenheit.
Sie : Meine Angelegenheit?
ES : Klar! Ich kann doch nur die Grundlagen liefern. Der Rest ist Deine Sache. Also Beschwerde Dich nicht sondern fange endlich an zu handeln. Wenn Dir dein jetziges Leben nicht gefällt---sorge für Abhilfe.
Sie: Du bist gut....erst für Chaos sorgen und dann sagen sieh zu wie Du damit fertig wirst!
ES: Tja, so bin ich nun mal. Man sagt nicht umsonst: Launisch wie das Schicksal!
Sie: Auf diese Launen hätte ich sehr gut verzichten können!!!!



Eingereicht am 27. März 2006.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
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