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Naturerlebnis

© Belinda Fuchs


Ich liebe die Natur und natürlich die ländliche Gegend, in der ich lebe. Hier habe ich auch so etwas wie einen Lieblingsplatz. Ein Platz, der meine Sehnsucht stillt und mir meine innere Ruhe wieder gibt. Dieser Ort der Ruhe und der Schönheit ist ein Hochplateau. Es ist nicht sehr hoch, da wir hier keine so hohen Berge haben, aber für mich ist es hoch genug.
Ich gehe über einen Feldweg und über Wiesen, die von Bäumen umgrenzt werden bis zum Ende des Hochplateaus. Hier stehe ich am Rand eines mächtigen Felsens, der steil nach unten abfällt.
Ein Fluss schlängelt sich zwischen Wiesen und Bäumen durch das Tal. Ganz in der Ferne sehe ich ein paar Häuser und links und rechts die bewaldeten Hügel des Flusstales.
Hinter mir steht eine große Kiefer. Unter ihr werde ich wohl meine Decke ausbreiten und eine Weile den ziehenden Wolken nachsehen und meinen Gedanken nachhängen.
Ich drehe mich weiter und sehe sanft geschwungene Hügel und Wiesen mit angrenzenden Wäldern. Auf einem gegenüberliegenden Berg steht eine mächtige Burgruine. Neben der Burg sehe ich einige Drachenflieger, die majestätisch durch die Luft gleiten. Sie sind sehr klein, beinahe wie Vögel.
Ich atme tief ein und rieche die Erde, die ein wenig nach Moder, Pilzen und Wald riecht. Ich rieche das Harz der Bäume.
Ich bin überwältigt von diesem Anblick. Ich habe das Gefühl grenzenloser Weite und Freiheit.
Es ist still. Keine durch Menschen verursachten Geräusche stören mich. Ich höre das Knistern, das die Tannenzapfen von sich geben, weil die Sonne sie dazu zwingt, sich zu öffnen.
Ich höre die Vögel, die nur für mich singen.
Ich spüre den Wind, der über meinen Körper streicht und ich fühle die Sonne, die mich liebkost.
Ich gebe mich diesem Naturerlebnis einfach nur hin und sauge es in mich auf.
Es gibt fast nichts, was dieses Gefühl ersetzen könnte. Und es gibt bestimmt nicht viel, das es an Schönheit mit dieser Gegend aufnehmen könnte. Deshalb frage ich mich, warum wir Menschen immer alles Schöne kaputt machen müssen.



Eingereicht am 06. März 2005.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
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