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Der Ärger mit dem Verkehr

© Jana Walther


Nein, ich widme mich nicht dem Verkehr im sexuellen Sinne. Sicher, auch da gibt es genug Ärger mitunter. Aber lieber Mann und Frau im Bett, als im Auto mitten im Berufsverkehr.
Jedes Mal wenn ich mit meiner "Besseren Hälfte" eine Autofahrt überstanden habe, schwöre ich, dass ich mir das nie wieder freiwillig antun werde. Überhaupt kann ich nur raten, wenn man frisch verliebt ist und sich noch in der Entdeckungsphase befindet, erstmal mit dem Angebeteten eine Autofahrt anzutreten. Dort kommen nämlich die versteckten, abgründigen Charakterzüge zur vollen Geltung. Unbeherrschtheit, Jähzorn, Selbstdarstellung und Aggressivität sind nur einige davon.
Ich frage mich sowieso, wie "Mann" sich so aufregen kann. Mein Gott, dann fährt der vor uns eben mal genau nach Verkehrsregeln. Und schließlich ist es doch auch völlig normal, dass "Nichteinheimische" bei der Zielsuche mal vom Gas gehen müssen, weil schnell fahren und nach der richtigen Hausnummer spähen nun mal schwierig ist. Ja und auch die Omi an der Ampel mit zwei Krückstöcken kann nicht per Sprintschritt über die Straße rennen. Nein auch nicht, wenn man das Fenster runterkurbelt und ihr noch motivierende unhöfliche Wörter zuruft.
Völlig unverständlich sind vor allem diese Wettrennen an der roten Ampel. Daher habe ich mir auch das Lesen im Auto abgewöhnt. Ich weiß noch, als ich völlig versonnen einen Artikel las und mit einem plötzlichen Ruck in meinen Sitz gepresst wurde und mit meinem Nacken an die Kopflehne knallte. Ja klar war es übertrieben von mir, mich darüber aufzuregen. Ich meine, solche Wettrennen sind nun mal wichtiger als meine Gesundheit.
Und dass ich dann natürlich auch zu blöd bin zum Lesen der Autokarte wird gleich vorausgesetzt. Da muss "Mann" eben während des Fahrens die Karte aufs Lenkrad legen und selbst suchen. Die können das nämlich gleichzeitig. Mir wird dabei jedoch speiübel. Dann lass ich mir schon lieber im Winter die Schlitterei mit angezogener Handbremse um sämtliche Kurven gefallen. Das hat dann nämlich schon wieder was vom Karussell fahren.
Na ja, ein wenig Risikofreude sollte "Frau" eben einfach haben. Und Beifahrerin zu sein ist nicht das Ende vom Übel. Das ist es erst, wenn "Mann" diese Position einnimmt. Gott, reden wir erst gar nicht da drüber.



Eingereicht am 31. Januar 2005.
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