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Große Wäsche

Gaby Schumacher


Es ist nicht einfach damit getan, die Wäsche in die Maschine zu stopfen.
Vorher suche ich sie aus allen Ecken der verschiedenen Zimmer zusammen. Ein sehr zweifelhaftes Vergnügen. Vor allem, wenn es um Strümpfe geht. Von denen ist nämlich unter Garantie jeweils nur einer da. Der Zweite hält sich, aus welchen Gründen auch immer, verschämt versteckt. Besonders gerne irgendwo unter dem Bett.
Also beweise ich, dass ich trotz meines fortgeschrittenen Alters noch ausgesprochen gelenkig bin und krabbele drunter. Natürlich stoße ich mir dabei jedes Mal gründlich den Kopf. Holz kann ganz schön unnachgiebig sein. Deshalb weiß ich es dann auch überaus zu schätzen, wenn ich mit nur einem blauen Flecken davon komme.
So, der erste Arbeitsgang wäre damit erledigt. Ich schnappe mir den übervollen Wäschekorb und trage ihn nach unten in die Waschküche. Dort wartet schon der nächste Spaß auf mich. Wie fast erwachsene Teenager bzw. angehende junge Damen der Gesellschaft so veranlagt sind, knautschen sie ihre Kleidungsstücke bunt durcheinander gewürfelt in die verschiedenen Wäschekörbe. Die zu sortieren, ist ja lästig und bedeutet "Mühe". Und da klingelt bei meinen reizenden Töchtern ganz laut die innere Alarmglocke. Das(!) ginge ihnen gewaltig gegen den Strich.
Notgedrungen durchwühle dann ich diese Behältnisse, damit wir nach dem Waschen unsere Kleidung doch noch wiedererkennen können und nicht am laufenden Band neue Farbkombinationen der bizarresten Art bewundern müssen.
Nachdem auch das erledigt ist, begleitet von selbstverständlich nur leisem Fluchen (... können die denn nicht mal ...?!), fülle ich endlich die Trommel mit der ersten Ladung und stelle aufatmend die Maschine an.
Und dieser Arbeitsablauf wiederholt sich dann 3-4x an diesem Tage.
Ach, halt! Ich habe ja noch etwas vergessen: Manche Kleidungsstücke bestehen ja darauf, aufgehängt zu werden. Aber, wo(!) bloß...um Himmels willen??
Wie kann es auch anders sein?
Natürlich sind wieder einmal sämtliche Wäscheständer belegt!!!
Wie finden Sie das?



Eingereicht am 18. Januar 2005.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
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