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Wolf-Rüdiger Krohne


" .... ja, Mann! Volle Kanone, Mann!"
" Du sagst es, mein Lieber. Und wenn du nicht augenblicklich deine verdammte Fresse hältst und dich bemühst, dich in allzu naher Zukunft nicht mehr wie ein verfluchter, abgewrackter Penner aufzuführen, könnte ich fast schon geneigt sein, stolz auf dich zu sein, mein Sohn." Der Meister hatte gesprochen und man sollte gut daran tun, ihm nicht in die Quere zu kommen von wegen, man hätte ihm aber noch einen anderen, womöglich viel tougheren Vorschlag zu unterbreiten. Das wäre fatal, so etwas zu tun und er wusste es nur zu gut, als dass er nun mit irgendeiner Scheiße anfangen würde, nur um sich vor Sid zu profilieren oder versuchen zu wollen ihm zu imponieren, und er wusste es. Die Sonne stand inzwischen tief, keine Wolke trübte den klaren Blick auf den Himmel, absolut windstill. Nein, halt! Ein laues Lüftchen wehte ihnen um die Ohren, ein leichter Hauch von Wind war es wirklich nur, nicht der Rede wert, eigentlich, doch darf in diesem Hinblick auch der Hauch eines Windes nicht unterschlagen werden, um ein möglichst detailliertes Bild von dem zu geben, was sich hier abspielte, ein sonniger, normaler Tag wie jeder andere es auch immer gewesen war und es noch viele sein werden. Seine Augen schweiften ab. Mit den Tränensäcken und Falten sah er mehr wie sein eigener Vater aus, als er im Geringsten seinen Kumpel oder vielleicht auch spirituellen Führer verkörpern könnte ; das vermochte sentimentale Gefühle in dem Einen oder Anderen wecken zu können, doch das soll hier nichts zur Sache tun. Die Kanone, Mann! Sie wurde noch ein weiteres Mal bedächtig geprüft, in der Hand abgewogen, wie als wollte Sid sich im Supermarkt nebenan, ihr wisst schon der Neue, Klimatisierte, mit dem großen und abwechslungsreichen Sortiment, das all die kleinen Tante-Emma-Läden notwendigerweise in den Ruin zwingen muss, weil sie mit den Dumping-Preisen nicht auch nur ansatzweise mithalten können, als wollte er sich also da irgendein Gesöff kaufen, mit dem er sich dann am Abend in irgendeinem von diesen abgefuckten Hotelzimmern, das kalt nur ein paar Mäuse kostet, die Birne verwässern. Er hat also die Wumme in der Hand und scheint nachzudenken oder ist irgendwie nur verwirrt oder zu müde um nachzudenken, darüber, warum er sich gerade die ganze Zeit über die Wumme anguckt, und der Spittel, Fab, dürrer Knochen in seinem weißen Trägerunterhemd, steht glotzend und völlig untergeben neben ihm, unfähig sich zu rühren. Dann, wie aus dem Nichts, lädt er die Kanone und stürmt in den Laden, den großen, der bald all die kleinen Tante-Emma-Läden vom Markt verdrängen wird, ohne dass es auch nur eine Menschenseele interessieren wird, rennt wie ein verdammter Hurensohn drauflos, kommt ins Rutschen, droht schon im Eingangsbereich hinzufallen, fängt sich glücklicherweise noch einmal, sucht mit den Augen die Kassen ab. Nur zwei sind besetzt und er entschließt sich, den pickligen Kassierer mit den strubbeligen, roten Haaren für sein kleines Abzock-Spiel, wie er es hin und wieder nennt, auszuwählen. Natürlich hat schon der gesamte Laden hier gemerkt, was Sache ist, dass man lieber nicht mit Sid spaßen sollte, ist er einmal in Rage gekommen, mit seiner Pistole in der Hand, die womöglich nicht mal geladen ist, da Sid immer auf die Wirkung des bloßen Anblicks der Wumme vertraut hat, ja ..." Her mit der Kohle! Geht das auch schneller ?!" schreit er den pickligen Jungen, der diesen undankbaren, blöden und stupiden Job in meinen Augen, wohl nur macht, damit er sich nach zwei Monaten harter Arbeit das neuste Videospiel zu kaufen gedenkt, nur, dass dieses besagte Spiel wohl in zwei Monaten längst schon in sämtlichen Läden der Kleinstadt ausverkauft sein wird, out sein wird oder der Grün-Hinter-Den-Ohren-Junge bis dahin das Interesse an diesem Schrott, in meinen Augen, wird verloren haben. Eilig und mit vor Angst verzerrten, fast bis hin zur Unkenntlichkeit entstellten, Gesicht, stopft er die Scheine in die Plastiktüte. Das Rascheln der Tüte und die anwachsende Geldmenge machen Sid wohl nervös, nervöser als er eh schon gewesen ist, denn dicke Schweißperlen haben sich inzwischen auf seiner Oberlippe gebildet, die langen, aschblonden Haare mit dem Grauton im Haaransatz kleben verschwitzt an seinem Nacken, verdecken für einen kurzen Moment die Fettröllchen, die er nicht mehr versucht hat zu kaschieren, mit einem lächerlichen gelben Halstuch oder Ähnlichem, seit er nach seinem Rauswurf aus der Firma, vielmehr ein größeres Schrotthandelunternehmen, bei dem er als leitender Angestellter quasi die Befehlsgewalt über einige Mitarbeiter hatte, nun aber von den ganz großen Fischen gechasst worden ist, seit er nach dem Rauswurf ein schlampiges Leben führt. Das Bübchen hat inzwischen das gesamte Geld in die Plastiktüte gepropft. Fast schon musste man ihn belächeln, die Hände zittrig und mit seinen kleinen Fingern das Geld zückend, sah er aus wie ... Schwer zu beschreiben. Jedenfalls sehen wir ihn das Geld, das nicht gerade viel war, ein paar Scheine, die höchstens reichen würden, die nächste Rate für den Fernseher oder die Miete für die Wohnung zu bezahlen, überhaupt, um seinen riesigen Schuldenberg, der sich inzwischen über sie Jahre angehäuft hatte, abzustottern ; auf großem Fuß ließ es sich von dem Häuflein aber gewiss nicht leben, doch die leuchtenden Augen, die aus Sid's Schädel strahlten, jeden Schein einzeln betrachteten, wie er die Tüte beherbergte, ließen anfänglich völlig Konträres vermuten. Nun wollte Fab nicht in Ungnade fallen und half brav mit, die Leute, die den Markt verlassen wollten, freundlich mit einem Wink der Beretta darauf hinzuweisen, sie mögen doch Ruhe geben und sich auf den Boden werfen, um weitere Komplikationen zu vermeiden.
Derweil sich Sid und Fab also des Geldes, sowie der Kunden und Kassierer annahmen, begab es sich, dass eine Straßenecke weiter, genauer gesagt, die Ecke, an der Haupt- und Nebenstraße sich treffen, doch nicht dass ihnen Zeit bliebe für ein Stelldichein, denn schon muss der Focus gerichtet werden, gerichtet auf eben die besagte Straßenecke, an der nun also Barkley hinter dem Steuer seines alten Buicks sitzt, eine Zigarette in der rechten Hand haltend seine ertragsreichste Hure aus angemessener Entfernung beäugt, natürlich, um sicherzugehen, dass die Geschäfte laufen, wie sie zu laufen haben, wie er es sich vorgestellt hatte, damals, als er vor knapp fünf Jahren begonnen hat den großen Daddy für die Mädchen zu markieren, um als Gegenleistung mehr als fünfundneunzig Prozent der Einnahmen einzukassieren, die sie sich durch Schwerstarbeit erarbeitet hatten. So spielt das Leben. Als er aus dem Fenster schielt, streicht er langsam mit der Handoberfläche über seinen fetten Leib und stellt sich womöglich gerade mal wieder Dinge vor, von denen hier nicht die Rede sein soll. Ob er Ähnlichkeit hat mit Elvis? Tatsächlich ähneln die Brille und der weiße hochgestellte Hemdkragen, das aufgeknöpfte Hemd, die weißen Lack-Cowboyschuhe den Requisiten, die Elvis ausgezeichnet haben, als er noch am Leben war, ja heute noch jedem Fan Tränen in die schon faltenumspielten Augen treiben. Erinnerung und Nostalgie verbunden mit ein wenig Stumpfsinn und einem Quäntchen Altersstarrsinn machen eine teuflische Mischung aus, deren Ausmaße an Borniertheit schwer auszumachen scheinen, die Jüngeren mögen dies jedenfalls als Meinung vertreten können. Wenige Menschen nur hier heute, an diesem besagten Ort, und doch scheint etwas in der Luft zu liegen, dass selbst die Hunde, ob nun streunende oder nicht, gut - lassen wir sie des Klischee -Bildes amerikanischer Kleinstädte wegen, der Paper-Boy hat morgens schon, zur selben Zeit wie jeden Morgen versteht sich, die Zeitung an die Tür klatschen lassen, diesem Bild entsprechend, streunende, ausgemergelte Hunde sein ; Hunde die nun also selbst in ihrer Eigenschaft als Streuner nicht ihrer urgegebenen Tätigkeit des Streunens nachgehen zu wollen scheinen, vielmehr sich gar nicht erst zeigen. One step ahead musst du immer sein, sagte Barkley zu sich selbst als er immer noch im Auto saß, inzwischen war eine halbe Stunde vergangen. Sid und Fab spazierten, wie gehetzte Hunde, versucht keine Aufmerksamkeit zu erregen an seinem Buick vorbei, die Tüte hatte Sid fest in seiner rechten Pranke gefangen, wollte sie nie wieder loslassen. Hey, Mann. Wir haben's tatsächlich geschafft, Alter !!!" Er schrie es, wieder einmal, viel zu laut in den Himmel und gleich darauf in Fab's häßliches Gesicht, so dass der völlig verstört seinen Blicken, irre wie sie nun mal waren, versuchte auszuweichen, was ihm nicht gelingen wollte. Das störte und wurmte ihn sehr in diesem Augenblick, du konntest es spüren, wirklich. Gerade in dieser Sekunde stürmten Fab und Sid an der Karre von Barkley vorüber, Geldscheine flatterten durch die Luft und wurden von der warmen Luft, die aus den U-Bahn-Schächten strömte und nach Pisse und Abgasen stank, dass es zum Gottserbarmen war, durcheinandergewirbelt. Völlig unmaskiert, für jedermann sichtbar und so auffällig, dass man es in einer Großstadthölle, wie dies es eine war, fast nur noch ignorieren konnte, denkt man nur an die ganzen Menschenmassen, wie sie scheinbar zielgerichtet, innerlich aber verloren und ausgehöhlt, umherirren, jeder mit seinem Aktenkoffer unterm Arm, dem Laptop in der Tragetasche um die Schulter geschnallt, so stolperten sie an seinem Auto vorbei, als die fleischige Hand wieder über den Wanst streicht, bedächtiger diesmal und viel intensiver in der rituellen Ausführung.
Es ist zum Ersticken schwül, darum in T-Shirt, mit Kragen allerdings, wie erwähnt, deswegen wohl die nervös erscheinenden Streichbewegungen über den Wanst. Um von der Hitze abzulenken? In der Tat sah Sid nur zwei Kinder auf dem Bürgersteig, die sich mit einem Gartenschlauch abkühlten und herumalberten. Gott weiß woher der kam, wo sie ihn geklaut hatten, von wem sie unerlaubterweise kostbares Nass in solchen harten, glühendheißen Zeiten zu stehlen gewagt hatten. Es sind doch noch Kinder, Mann! Das schien eine Stimme ihm zugleich zurufen zu wollen, hatte es ihm bereits zugerufen oder war im Begriff dies zu tun, denn jedenfalls lächelte er kurz, rannte weiter, fiel in einen leichten Trab, bevor er langsamer lief, dass Fab ihm in den Rücken gepoltert kam und beinah die Tüte mit dem Geld aus seiner Hand gerissen hätte, nur weil der Vollidiot sich an irgendeinem noch so kleinen Zipfelchen festzuhalten gedachte.
Der Weg mit den Huren darauf war es, der ihre Wege verändern sollte. Nämlich geschah es, das Sid plötzlich aus heiterem Himmel nervös zu werden schien, sich eine der besagten Huren griff, sie hinter sich her zerrte, ihr dabei die Knarre an den Kopf hielt und nervös um sich blickte, überhaupt andauernd den Schädel nach allen Seiten wandte, ja, schleuderte, oder was für Ausdrücke man noch herunterspulen mag, um jene simple Bewegung, Drehung des Kopfes zu besingen. Sie zappelt also ganz schön in seinem Würgegriff, kreischt und zetert, ruft vergeblich um Hilfe, was komisch erscheinen mag, da doch noch immerhin einige Passanten ihre Wege kreuzten. Sie laufen an Barkley vorüber, steigen in einen knallgrünen Wagen, der knalliger und schreiender gar nicht hätte sein können, was die Frage aufwerfen mag, wieso gerade der Wagen nicht abgeschlossen gewesen war, noch dazu, wie sie es wohl hinzukriegen gedacht hatten, ihn anzulassen, so ganz ohne Schlüssel. Kurzschließen? Nichts da. In der Panik sahen sich beide nicht dazu in der Lage, sitzen also in dem Wagen gucken sich nur blöd in ihre Versagerfressen und denken sich bestimmt gerade, was für einen Mist sie da gerade gemacht haben, zumal sie nicht nur in ein" Fluchtauto" gesprungen sind, ohne Schüssel zu haben, sondern obendrein auch noch ....
Barkley kommt ins Spiel. Er sieht nur, wie zwei Deppen ihm seine erfolgsversprechendste Hure kidnappen und wird zum Tier, will noch mal allzu gern den Beschützertypen raushängen lassen, aber viel lieber möchte er irgendeinen Grund haben, mag er noch so hirnrissig sein, irgend so einem Typen den Schädel zu rasieren, polieren und wie man das in Fachkreisen so nennt ; ganz egal, weil im Detail eher unerheblich. Szene des letztendlich doch gelungenem Kurzschließens unerheblich. Wie in den unzähligen Gangsterfilmen schon etliche Male gezeigt, rasen beide Autos mit qualmenden Reifen davon, der Wagen von Barkley immer dicht hinter ihrem geklauten Froschauto." Verdammte Scheiße, Mann! Sind das die Bullen, da hinter uns?" rief Sid entsetzt, Augen in den Rückspiegel gerichtet, an dem allerlei Klimbim und Kettchen und sonst noch einige Talismane hingen, auf die der rechtmäßige Besitzer nicht verzichten konnte." Sieht eher nach ..." Fab war nicht in der Lage seinen Satz zuende zu führen, denn schon schlug Sid das Lenkkrad nach links ein, der Wagen bäumte sich auf und schlitterte um die Kurve, bog aber schließlich doch, wie gedacht, in die St.John's Street ein. Keine Huren mehr. Einige Alte, die auf dem Bürgersteig saßen und irgendein Brettspiel spielten, man konnte gerade noch aus den Augenwinkeln erkennen, wie der Eine alle Figuren mit einer wütenden Handbewegung vom Spielbrett beförderte, lauter kleine Steinchen auf dem Asphalt umherhüpften. Sid durfte nicht lachen, musste sich aufs Fahren konzentrieren, anders als Fab, der als Beifahrer ja quasi nur aufzupassen hatte, dass es hin nicht bei jeder Kurve gegen die Fensterscheibe oder Sid's Schulter schleuderte. Also umklammer den verdammten Griff oberhalb der Tür und sei brav, wenn du dein kleines erbärmliches, was sag ich, verschissenes Versagerleben gedenkst weiterzuführen! Barkley im Heckfenster im Zoommodus zu sehen. Stoßstange an Stoßstange. Jetzt rammte er sie auch. Man konnte spüren, wie die Gläser der Bremslichter barsten, nicht wie Sid wieder Schweißausbrüche bekam, er ließ sich seine Angst nicht anmerken, hatte schließlich eine Art Vorbildfunktion gegenüber dem etwas Jüngeren neben ihm auf dem Beifahrersitz, ja die hatte er wohl und es ging ihm in diesem Moment auf, als er wieder auf die Hauptstraße zurückkehren wollte, es nicht tat, da viel zu viel Verkehr. Der Altersunterschied zwischen den beiden Männern war nicht allzu groß und doch hatte Fab eine Heidenachtung vor Sid, allein weil sein Auftreten ihn umhaute. Der Wagen fuhr die Straße ab, der Asphalt schien porös, die Reifen griffen nicht immer, wie sie eigentlich sollten und die Sonne senkte sich allmählich, man konnte zum Teil nicht einmal mehr erkennen, welche Farbe die Häuser hatten, an denen sie vorbeirasten, da die Sonne tief stand und blendete. Innen im vorderen Wagen schwangen die vielen Ketten und Kreuze, an dem Innenspiegel befestigt, hin und her, nervten Sid aber in keinster Weise, konzentriert war er bis in die Zehenspitzen. Fab's Schluck aus der Whiskey-Flasche, die unter dem Sitz gelegen und während der Fahrt verrutscht sein muss, draußen Veränderung des bisher gewohnten Bildes, da man die Stadt verlassen hatte und nun auf irgendeiner Interstate sein musste, beide waren sich nicht gerade sicher oder schienen zu aufgeregt, um sich auf ein solches Detail zu konzentrieren. Der Buick war verschwunden. Aufatmend lehnt sich Sid weiter zurück, macht es sich fast schon richtig bequem in dem gestohlenen Wagen, zu bunt und schrill war der für diese Welt, jeder, der nicht solch einen Wagen ebenfalls gekauft hatte, würde es ihm bestätigt haben, dessen war er sich sicher und wollte Fab darauf eigentlich ansprechen, der bediente sich gerade genüsslich an dem Whiskey, der ebenfalls nicht ihm gehörte, an dem schon jeder versoffene Penner gelutscht haben mag, ihn störte es nicht. Die Interstate oder was für eine Straße es gewesen sein mag, verlief schnurgerade, ein anderer Wagen fuhr schräg vor ihnen auf der linken Fahrbahn, die Felgen verchromt und die weißen Fahrbahnmarkierungen verzerrt darin gespiegelt ; laute Rockmusik drang aus dem Radio an ihre Ohren, lange braune Haare, ob Männerhaare oder Frauenhaare, war nicht auszumachen, sehr zum Ärger der Typen im gestohlenen Buick, die soeben versetzt hinter dem Rocker, wie man ihn im Geiste nannte, vielleicht eine heiße Rockerbraut ?, her cruisten. Das Verdeck hatten sie inzwischen geöffnet. Um der Frau, falls es überhaupt eine war, zu imponieren, in diesem Wagen, den sie sich nie würden leisten können - und das wussten sie nur zu gut? So sauber der Wagen von außen auch ausgesehen, was für einen guten, fast makellosen Eindruck er doch zuerst auf Fab gemacht haben mag, wozu man erwähnen sollte, dass sein Geschmack nun eigentlich nicht der Beste ist, was Autos anbelangt, das Interieur hatte mit den Jahren doch gelitten, die Hinterbank war ziemlich zerschlissen, an einer Stelle war das Polster aufgeplatzt, sah fast aus, als hätte man es in einem spontanen Wutausbruch gezielt verschandeln wollen.
" Kannste mir einen Gefallen tun? .... Nein, ich will nichts davon wissen, lass mich damit ín Ruhe, okay. Ich hab dir aus der Scheiße geholfen, als sie dir damals bis zum Hals stand, du erinnerst dich doch hoffentlich an die Aktion, die du damals gebracht hast ...... Nein, deswegen brauchste den Kerl doch nich' gleich umzunieten, Mann! Von wegen, er hat dich bedroht. Mit was ?! Einem Baseballschläger ?! Und du musst ihn gleich wegpusten? Hat er denn nicht gesehen, dass du bewaffnet gewesen bist, war er einfach nur lebensmüde? Das soll keine Entschuldigung sein, für das, was da abgegangen ist, damals. Also, was ist? Hilfst du deinem alten Partner, oder nicht ?! ... Hätte ich auch nicht anders erwartet. Geht in Ordnung. Und noch mal danke, Mann. Das Geld findest du in dem Kofferraum des Wagens .... Ach, bevor ich's vergesse : Könntest, wenn so schon dabei bist, auch die Kleine aus dem Kofferraum verschwinden lassen, ja? Kann doch nicht ahnen, dass irgendsolche Idioten in mein verdammtes Auto einbrechen ....."
Der Schuss fiel urplötzlich, aus dem Hinterhalt vermutlich, ein Passant, der eben noch ganz unscheinbar an dem Wagen vorbeigepirscht war ; war er es, der den einen und die fünf weiteren Schüsse auf Fab abgefeuert hatte? Blut überall. An den Scheiben Blutspritzer, auf den Sitzen, selbst Sid, der eigentlich auch Opfer hätte sein sollen, dessen war er sicher, war nicht verschont geblieben von der Schweinerei, sein Hemd und vor allem seine rechte Gesichthälfte. Dass nun die Hure abgehauen war, als sie den Wagen bestiegen hatten, wäre vor diesem Hintergrund nicht im Geringsten erwähnenswert. Doch was für einen Grund hätte ein Passant gehabt, ihn umzunieten? War es doch ein Geisteskranker gewesen, wie es ihm zuerst durch den Kopf geschossen war, als es Fab durch den Kopf geschossen hatte? Möglich ist alles heutzutage in dieser abgefuckten, ungerechten Welt voller Idioten und Kinderschänder. Kinderschänder. Was musste in einen gefahren sein, wie krank muss man sein, dass man sich an kleinen, wehrlosen Kindern vergehen kann, ohne sich der Perversion seiner selbst bewusst zu sein? Doch sein Kumpel hatte es erwischt, bestimmt war kein Kinderschänder hier am Werk gewesen, und doch könnte er schwören, dieser miese Kerl hatte sich schon mal an kleinen Kindern zu vergehen versucht, hatte es nicht auf die Reihe gekriegt, hatte also in seiner sexuellen Frustration beschlossen Fab, seinen Kumpel und Weggefährten zu erschießen, die einzige halbwegs plausible Erklärung, die Sid in diesen Sekunden und Minuten für sich finden konnte. Bestimmt war es so gelaufen. Ganz bestimmt und sowieso war es jetzt zu spät sich den Kopf darüber zu zerbrechen, weswegen er sich eine Pall Mall ansteckte, während er immer noch am Straßenrand stand und auf den Toten neben sich blickte, nicht ohne Schaudern. Wer sollte die Reinigung für den Wagen bezahlen? Scheiß auf die Reinigung, der Wagen war ja gestohlen und er lachte kurz auf, als es ihm wieder einfiel. Was sollte er tun? Fab einfach aus dem Auto werfen und hoffen, dass ihn die Straßenreinigung aufsammelte? Er wusste es wirklich nicht und beschloss also, weiterzufahren, den Toten neben sich auf dem Sitz, Blut an der Windschutzscheibe, was sicher bald für Aufsehen sorgen würde, doch das war ihm im Moment egal. Wieso hatte es ihn nicht auch erwischt, war die Frage, die er sich immer wieder stellte, für die er aber keine Antwort finden konnte. Egal. Er musste hier weg. So schnell wie nur irgend möglich. Der Wagen rollte wieder die Straße entlang, er beschloss in eine Autowaschanlage zu fahren, egal, ob ihn nun irgendjemand unterwegs sehen würde oder nicht. Gesagt, getan. Unglücklicherweise musste er feststellen, dass vor ihm bereits ein Wagen in die Anlage eingefahren war und sich der ganze Vorgang also um Minuten herauszögern würde, was nicht gerade förderlich für ein zukünftiges Leben in Freiheit sein mochte, zumal bloß irgendeine verstörte, übereifrige Mutti zum Hörer zu greifen, und dem um die Ecke wartenden Cop das Autokennzeichen seines Wagens brühwarm mitzuteilen brauchte, bis es hier in der Gegend nur so von diesen Scheißern wimmeln würde. Ruhig Blut. Keine Panik. Panik ist in solchen Situationen, obgleich man zugeben wird, dass solche Situationen sicher nicht alltäglich auftreten, völlig fehl am Platz. Sid sitzt in dem Wagen wie ein Mann, dessen Beine abgestorben sind und der deswegen nicht befähigt ist, sich aus der Dampfsaune zu retten, die ihm langsam aber sicher den Atem abschnürt, weil jemand von außen stetig die Temperatur erhöht, nur um ihn leiden zu sehen. Leiden. Der Schweiß schoss ihm auf die Stirn und seine Gelenke knacken, als er die Hände um das Lenkrad windet. Draußen ist noch alles ruhig. Kein Bulle fährt in seinem Streifenwagen die Straße entlang, um zu sehen, ob in der Waschanlage ein Killer gerade eventuelle Spuren zu beseitigen beabsichtigt, Glück gehabt. Oder? Wieder suchen die zittrigen, wässrigen Augen, die Pupille zusammengezogen vor Anspannung, die Gegend ab. Nichts. Wirklich. Die Tankstelle nebendran war mehr schlecht als recht besucht und der fette Typ hinter dem Schalter machte eher den Eindruck, als sei er mehr an seinem vor ihm liegenden Pornoblättchen interessiert, als dass er Anstalten machen würde wollen, in Sids Schicksal einzugreifen. Feine Wassertröpfchen, Wasserstaub, gepaart mit einem alles durchdringenden Geruch nach Chemie, legten sich wie ein Schleier auf die Scheibe des Buick. Um draußen nicht noch mehr aufzufallen fuhr er den Wagen in die Waschanlage, stieg aus, wurde dann bis auf die Knochen durchnässt, das störte ihn aber nicht im Geringsten, begann, mit einer Spezialbürste die Scheibe von innen, als auch den mit Hirn und Knochensplittern geschmückten Ledersitz zu säubern, bis kaum noch Spuren eines Mordes von außen zu erkennen gewesen sein mochten, verließ die Tankstelle und fuhr wieder Richtung Süden, die Richtung, die er zu Beginn eingeschlagen hatte. Seinem Kumpel, der nunmehr Leiche, die neben ihm hockte, setzte er einen Strohhut auf, damit nicht jeder gleich auf die Idee käme, ihn, seinen Freund, als Hirnlosen zu beschimpfen, sollte sich irgendein reicher Fatzke Fab's Erscheinung wegen, über ihn lustig machen. Strohhüte sind nämlich nicht angesagt in einem Viertel wie diesem, dachte Sid und lachte.
Die Fahrt verlief ohne weitere Zwischenfälle. Ab und an steigt er aus dem Wagen, um sich an irgendeiner Tankstelle ein Sixpack Bier zu kaufen, den Tank aufzufüllen und wieder einzusteigen um weiterzufahren. Am Besten zu Big Mac, seinem alten Freund, der hoffentlich immer noch in seiner vergammelten Wohnung in einer dieser Blocks mit den Feuerleitern an der Außenwand wohnte, nichts ahnend, was auf ihn zukommen würde. Man konnte es deutlich erkennen, wie sich die äußerlichen Erscheinungsbilder der Mietwohnungen, hin und wieder auch Eigenbehausungen, Müll stapelte sich bis auf vor die Straße, zum Schlechten bis Grausamen wandelte, wie schwarze Crackabhängige und andere Junkies ihrem Alltagsgeschäft in den Seitengassen nachgingen, wenn sie sich noch überhaupt die Mühe machten, sich vor irgendwem zu verstecken, der sie beobachten könnte. Die Nadel im Arm lagen, vegetierten sie in der Gosse vor sich hin, ragte ein Arm oder Bein aus den Müllsackhaufen hervor, und man wusste nicht, war der Betroffene nun tot, bereits drauf und dran zu verwesen, würde er die nächste Sekunde wieder aus dem Koma erwachen und sich auf wackeligen Beinen von dannen schleichen, um sich die nächste Ladung zu besorgen. Würde er nicht. Auch im, wenn auch hinausgezögerten, Vorbeifahren konnte Sid die Ratten ausmachen, die sich gerade am Gedärm zu schaffen machten, während wenige Meter daneben ein ausgemergelter Schwarzer mit massivem Haarausfall und blutunterlaufenen Augen die Nadel in seine schon verhunzte Vene presste, sich den finalen Gute-Nacht-Schuss zu setzten war seine Absicht, seine lechzenden Augen, deren Glanz nunmehr nur in solchen Momenten des Glücks noch aufleuchten wollten, ansonsten zu schwach, sie waren die eines Halbtoten und Sid musste den Kopf abwenden. Als die Übelkeit in ihm hoch kroch, trat er wieder aufs Gaspedal und zwang sich weiterzufahren ohne aus dem Fenster zu blicken, so weit zu fahren, Radio zur Ablenkung eingeschaltet, viel zu laut, bis er den Block erreichen würde, in dem sein besagter Freund hoffentlich aufzufinden sein würde. Was tun, wenn er die Wohnung leer auffinden würde? Die Leiche in den nächsten Müllschlucker werfen? Wahrscheinlich. Schließlich würde sie bald zu stinken anfangen. Und dann? Fröhlich weiterfahren? Mit heruntergekurbeltem Fenster, damit der Geruch abziehen konnte? Neonlicht irgendwelcher Werbetafeln und rotes, grünes, oranges Licht der Ampeln gespiegelt im Chrom der Felgen, als der Blick wieder schweift, Huren am Straßenrand einfängt, wieder freilässt und sich neue Opfer sucht. Hindurchgeschnellt durch dicke Nebelschwaden, die aus den U-Bahn-Schächten steigen. Als kleiner Junge hat er sich früher immer die Nase zuhalten müssen, wenn er an ihnen vorübergehen musste. Jede U-Bahn-Fahrt war eine Qual für ihn, damals, als die Verpestung der Stadt noch nicht so weit vorangeschritten war, als dass man sie annähernd mit der heutigen vergleichen könnte, mit den Müllbergen, die sich in den Elendsvierteln, wie dies es eins war, überall wucherartig vergrößerten und dabei nicht den Anschein machten, als würde diese Katestrophe jemals behoben werden, die Not dieser Menschen jemals gelindert werden können. Big Mäc, der Name in seinem Personalausweis war Ronald Lotman, Ronald wie der Reagan, der Verstorbene, vor Kurzem, er also hatte Sid vor einigen Jahren in einer Bar in Pennsylvania, irgendwo dort jedenfalls, kennen gelernt, als er, also Lotman, pleite gewesen und gerade aus dem Knast entlassen worden war, nachdem man ihn wegen Drogenschmuggels mehrere Jahre eingebuchtet hatte. Irgendwie haben sich beide im angetrunkenen Zustand zusammengerauft und Lotman hatte Sid überreden können, ihm ein paar Hunderter zu borgen, die Sid übrigens nie wieder gesehen hat, um über die Runden zu kommen, wie er gesagt hatte. Das war wohl übertrieben und zu theatralisch gewesen, denn wenige Stunden später hatte er schon wieder alles versoffen, doch nach einigen Jahren war für Sid die Sache bereinigt und er nicht mehr sauer auf den Mann, der ihn nur benutzt hatte. Warum auch immer. Wohl zu gutmütig und christlich für diese dreckige Welt, hatte er sich seither als eigene Ausrede mit einem Lächeln zurechtgelegt, wenn er über seine Leichtgläubigkeit von damals sinnierte. Der Block in dem er wohnte befand sich mitten in der gottverdammten Stadt. Den Wagen mit der Leiche parkte er in einer Seitengasse, bevor er sich aufmachte, in das Treppenhaus zu gehen, in dem es nach Pisse und anderen ekligen Sachen, die hier nicht erwähnenswert sind, roch. Einige Stufen bröckelten unter seinem schweren Schritt etwas ab, seine Finger glitten sacht über kaltes Geländer, das ursprünglich mal blau gewesen sein mochte. Schreie aus einigen Wohnungen. Manche aus Verzweifelung, manche schmerzerfüllt und wiederum andere, die so dumpf klangen, dass Sid annahm, dass entweder gerade jemand erstickt wurde oder so was in der Art. Nummern kennzeichneten die Zimmertüren und wiesen Big Macs Bude als die von ihm angegebene Nummer 10 aus. Die Tür öffnete sich. Er fiel ein in die Wohnung. Fuchtelte wild mit den Armen in der Luft herum, konnte sich nicht richtig beruhigen, hatte er sich auch zuvor geschworen, ruhig und cool zu bleiben, ganz gleich, ob er nun zuhause sein würde oder nicht. Er war zuhause.
Jetzt komm erst mal wieder runter, Mann! Was is'n mit dir los, gottverdammt ?!
- Ich hab ne verdammte Leiche in meinem Wagen sitzen. Kennste Fab noch? Ja? Der sitzt da nämlich ...
Fab ?! Verdammt! Was habt ihr Motherfucker nun wieder gemacht?
- Er wurde von irgendeinem Scheißkerl, der am Wagen vorbeiging, erschossen. Einfach so, Mann! Wo hätte ich denn hingehen sollen?
Er rauft sich die Haare, zündet sich wieder eine Zigarette an und stößt den Qualm sofort wieder aus der Lunge hervor. Dieses Szenario wiederholt sich einige Male, ehe sein Gegenüber genug davon hat und seinen Arm festhält.
- Was hast du dir dabei gedacht mit dieser Leiche bei mir aufzukreuzen? Soll ich ihn etwa wieder zusammenflicken? Weißt du eigentlich in was für eine Lage du mich hier bringst, Mann?
Ich dachte, du könntest vielleicht ....
- Was ?! er schrie ihn regelrecht an, dass die Haare für eine Sekunde von dem heißen Atem aus seiner Kehle wie von einem Windstoß umhergewirbelt und zerzaust wurden.
Sein Spitzname passte wie die Faust aufs Auge. Nicht, dass Sid nicht zugeben würde, einsehen würde, dass er mindestens auch zur Liga der nicht gerade Schlanken gehörte, aber Lotman ... Beinah hätte er seinen Satz darüber vergessen, als er seine Augen über seinen verschwitzten Fettberg von Körper huschen ließ, examinierte, wie die Haare unter seinen Armen hervorlugten, der gelbe Schweißrand auf dem ärmellosen Trägerhemd, er war nicht erst neu entstanden, es war, als wäre er in diesem Hemd geboren worden. Sid wusste nicht, wie er ihm beibringen sollte, ihn dazu bringen sollte, ihm aus dieser Scheiße, die ihm nun wirklich bis zum Hals stand, wenn nicht schon bis unter die Nasenflügel, herauszuhelfen. Nervös kaute er an seinem Fingernagel. Demselben, an dem er immer zu kauen pflegt, ist ein einer brenzligen Situation wie dieser. Nicht dass er solche Situationen tagtäglich durchmachen würde, aber ...
04:23 p.m. vor zwei Tagen
Der Schuh drückt. Und zwar ziemlich stark, doch Sid steht weiterhin eisenhart ausharrend vor der Zimmertür 77 im Block so und so um seinen Kumpel Fab zu besuchen, einfach, wie sich alte Kumpel hin und wieder besuchen, um Dieses und Jenes zu bereden, einen trinken zu gehen und so weiter. Der Schuh drückt, als er die Klingel betätigt und auch, als er die Tür wieder hinter sich schließt, sich nunmehr mitten in einem Saustall sondergleichen, der vergeblich nach einem Wort der Beschreibung verlangt, es lässt sich mit nichts in der Welt vergleichen. Der Dreck steht bis unter die Decke, dreckige, triefende Teller stehen gestapelt in der Spüle und ihm versagt jedes Mal die Sprache, wenn er diese Wohnung betritt, was auch immer ihn jedes Mal dazu bewegen mag.
Fab tänzelte vor Aufregung und Freude über diesen Besuch in der Bude umher, ohne recht zu wissen, was er nun tun soll, da er seit Monaten einmal wieder von echten Menschen Besuch bekommen hat, sonst wahrscheinlich die Gummipuppe, die rechts in der Ecke hinter dem Sofa an der Wand lehnt, wie zur Verzierung des Raumes, sein einziger Ansprechpartner ist. Er jedenfalls scheint mit dieser von Sid angenommenen Beinah-Tatsache zufrieden, so denkt Sid. Kaffee ist wohl erst vor einigen Minuten aufgesetzt worden, der Geruch ist wie eine Wohltat, ein Parfum, das den Muff des Alltags für kurze Zeit zu verdrängen vermag. In einem Hinterzimmer, das angeblich, so hat Fab es in früheren Tagen verlauten lassen, sein Gästezimmer, für die imaginären, wie Sid verschmitzt im Geiste hinzufügen musste, nicht abreißen wollenden Gäste- Ströme sein sollte, dorthinein begab er sich zögerlich, zunächst. Flockender Staub wirbelte bei jedem Schritt auf, also zog er sich wieder aus dem Krisengebiet in die doch etwas weniger katastrophal anmutende Küche zurück, ein gefrorenes Grinsen seines Kumpels zuliebe auf den Lippen. Sid hatte dieses ganz große Ding geplant, wie er sagte, wie er es mit den schönsten und optimistischsten Worten auszuschmücken verstand und wie es nun Fab schmackhaft gemacht werden sollte. Doch das war kein so leichtes Unterfangen, wie er sich das anfangs noch vorgestellt hatte. Mit flinken Beinen rannte er regelrecht um den Stuhl, in der Mitte der Küche stehend, auf dem Fab inzwischen, die Beine abwartend überkreuzt, platzgenommen hatte, wohlweißlich, dass ihn jetzt ein weiterer der berüchtigten Geistesblitze, die hin und wieder ja doch Sid's Hirn entspringen, erwartete, und so kam es dann auch. Einen Supermarkt ausrauben. Das würde sie beide für eine Weile aus der prekären finanziellen Lage befreien, in der sich beide befanden, da beinah alle Firmen pleite machten oder Konkurs anmeldeten, war es nun also doch dazu gekommen, dass man sie entlassen hatte, unabhängig voneinander, der Eine bei dem Schrottunternehmen, der Andere bei dem großen Textilunternehmen beschäftigt. Bis zuletzt. Der Plan war einfach und verdiente fast den Namen eines solchen nicht, da es doch bloß das Bedrohen eines dämlichen, pickligen, zudem womöglich pubertierenden Kassierers sein würde, den es nicht großartig einzuschüchtern galt, die Voraussetzungen, das kindischen Eingeschüchtertsein bis hin zum Erbrechen vor lauter psychotischen Angstzuständen, die schien der Kleine, allein durch genetische Veranlagung, mitzubringen. Gute Voraussetzungen also, um die Sache ruhig angehen zu können, Sorgen wegen, im Endeffekt doch nicht eintretenden Eventualitäten waren unangebracht. Noch plagte Fab die Tatsache, dass für Sid nun die Sache als beschlossen und bereit zur Ausführung sein sollte, denn tief in seinem Innersten war er eben nicht der Macher, der Draufgänger, der jeden Plan sofort in die Tat umzusetzen gewillt ist. Ganz anders sein Gegenüber, das geradezu vor Enthusiasmus zu sprühen schien. Die Decke senkte sich. Beinah kam es einem so vor, als breche sie jeden Augenblick über einem zusammen und das sahen nun beide als Anlass, den Plan in die Tat umzusetzen, den pickligen Kassierer, wenn nötig, wegzupusten, nur musste am Ende das Resultat stimmen. Geld musste endlich in beider Geldbeutel, in dem bis vor kurzem noch gähnende Leere geherrscht hatte. Ihr Lebensstandard würde sich gewaltig verbessern. Sie würden sich alle ihre sehnlichsten Wünsche erfüllen können und über ihre Verhältnisse leben können, genau so, wie es ihnen ihrer Meinung nach zustand, für die Jahre der Ausbeutung ihrer kostbaren Arbeitskraft, die sie bislang hatten durchleben müssen. Die Pistolen waren leicht zu besorgen in einem solchen Viertel, in dem sie beide aufgewachsen waren, als Kinder schon mit alten, nicht mehr funktionstüchtigen Waffen, die sie von den Älteren in die Hand gedrückt bekommen hatten, in Berührung gebracht. Es war wahrlich ein Kinderspiel hier an Waffen heranzukommen. Wenn er manchmal zurückdachte an diese Zeit, die viele Leute ihre Kindheit nennen, die Zeit, in der er sich mit Bandenkriegen und seinem versoffenen Vater auseinandersetzen musste, fiel ihm Enzo ein. Ein kleiner Junge war er gewesen, der noch nicht recht wusste, was mit einer Waffe anstellen. So kam es dann eines verregneten Tages, dass sich Enzo und sein Spielkamerad Sid, dessen strohblondes Haar schulterlang und fast engelsgleich im Wind wehte, dass es einem weh werden konnte ums Herz, so schön sah er früher aus ... Ein richtig prächtiger, pausbäckiger Bub eben. Heute hängen die einst als niedlich empfundenen Bäckchen schlaff herunter. An diesem verregneten Tag begab es sich, dass Sid mit ansehen musste, wie ein anderer Junge in dreckigen Shorts, die Schnürsenkel seiner Schuhe ungebunden, ein dreckiges Grinsen ebenfalls im Gesicht, auf seinen Freund zielte und ihn mit vier Schüssen tötete." Peng! Peng!" Er schien damals nicht zu begreifen, was er soeben getan hatte, dafür war er zu jung, dachte Sid immer wieder. War er heute noch traumatisiert durch diesen Mord eines kleinen Hosenscheißers an einem Hosenscheißer, klein und wehrlos, wie Enzo, Enzo der vor den Beiden in seinem eigenen Blut lag, einem See aus Purpur, dessen Quelle Dämme bei starkem Regenfall standhielten? Der See bricht über die Ufer. Überschwemmt die gesamte Landschaft.
Schnee vom Himmel. Er befand sich direkt am Geländer oberhalb der Gracht, Hausboote liegen festgebunden am Kai, schaukelten gemächlich, und schwankten gegen die grünen Maueren. Peer atmete seufzend, gefrorene Luft strömte aus seinem Mund. Der Schal war fest um seinen Hals, als auch sein Kinn geschlungen. Niemand würde ihn vermissen, so viel war sicher. Die Frage war nur, ob er selber auch wirklich den Mut würde aufbringen können, wenn es darum ging, selbst Hand an sich zu legen und vorzeitig aus dem Leben zu verschwinden. Natürlich nicht vollkommen spurlos, vielmehr so reich an Spuren, in Form seines Gehirns, überall über die Tapete und sauberen Bettlaken irgendeines Hotels der Stadt verteilt, dass der Gestank, wenn schon nicht der Schuss, die Menschen auf sein Ableben würde aufmerksam werden lassen, der Gestank seines langsam verfaulenden Körpers würde es. In naher Zukunft. Doch noch war Zeit. Er wollte noch so vieles tun ; Probleme, ungeklärte Fragen, gelöst, beziehungsweise beantwortet wissen, dass sich ein stillvergnügter Mann, rückbesinnend auf diese Sicherheit, die er durch sein jederzeit herbeiführbaren Tod zu haben glaubte, ja auch hatte, so schien es ihm nur allzu einleuchtend, diese Freiheit auszukosten gedachte, bis es wirklich nicht weiter ging. Seine schulterlangen Haare hingen ihm, nun, als er, die Unterarme auf das Geländer gestützt, aufs Wasser sah, ins Gesicht. Traurig wanderte sein trüber Blick von Boot zu Boot, über Brücken hinweg, an Menschen vorüber, die ebenso schnell gingen, wie sie eben noch in seinem Blickfeld aufgetaucht waren. Einige Stunden zuvor hatte ihn seine Frau verlassen und beide Mädchen mitgenommen, die Eine, die immer grinste, auch, wenn es nichts gab, was sie zwingend dazu hätte veranlassen müssen, die Andere, die trotz ihres Alters noch am Daumen nuckelte, hin und wieder. Er kannte den Grund wohl insgeheim, doch wollte er es nicht einsehen und sich schon gar nicht im Nachhinein schuldig fühlen, Gefühle heraufbeschwören, die er die ganze Zeit erfolgreich zu verdrängen versucht hatte. Alkohol hatte ihm die Stunden vertrieben, der Geschmack stieß ihm unangenehm auf, er wusste, er konnte nichts unternehmen, die Zeit zurückzudrehen. Wollte er es denn? Gleichgültig war er geworden, Wind blies ihm kalt ins bärtige Gesicht und selbst die blau gefrorenen Finger schmerzten nicht, während glitzernde Augen die Gracht nach irgendetwas absuchten, das er selbst nicht kannte. Er hatte enorm zugenommen, seit er erfahren hatte, dass es für seine Frau nichts mehr an ihrer Ehe zu retten gab, wo sollte er in Zukunft leben, nachdem er so rüde aus ihrem Haus geschmissen worden war, sie hatte es bezahlt, von einem doch nicht allzu hohem Gehalt. Louise. Vierunddreißig Jahre und schon so müde. Ihre Augen, ihre Körperhaltung, alles an ihr schien ihre Gefühlslage originalgetreu widerzuspiegeln, für die sie ihren Mann verantwortlich machte, schon immer gemacht zu haben schien, er dachte es zumindest in dem Augenblick, als er so am Geländer lehnte, sehnsüchtig, nach ihr und dem Wasser, klar und rein, in Wirklichkeit dreckig-brackig. Doch seine Gedanken ließen auch nach einiger Zeit nicht von ihr ab, was ihn die Welt, immer dann, wenn er sie dachte, diese wehmütigen Erinnerungen, Gedanken erfüllt mit Liebe, an sie, all dies ließ die Welt für einen Moment, anfangs war der Zustand Monotonie und Hetze, in Melancholie verwandelt sein ; es ließ ihn die Welt mit anderen Augen sehen. Doch mit der Zeit, in der Schnee auf seiner Jacke schmolz, schlugen die anfänglich noch ruhig, melancholisch anmutende Gefühle um in Gleichgültigkeit gegenüber sich und seinem Leben, gepaart mit Hass und Rachsucht auf seine Ex-Frau. Niemand sollte es, ohne die Konsequenzen zu spüren zu bekommen, wagen, ihm die Kinder aus den Armen zu reißen, theatralisch, doch, obgleich metaphorisch gedacht, der Realität nahe kommend, hatte sie ihm die Kleinste doch förmlich aus dem Arm gerissen, als er ihr, außerstande, ihr begreiflich zu machen, was sich soeben in ihrer Familie für ein Drama abgespielt hatte, dass wohl voraussichtlich Konsequenzen für ihr weiteres Leben haben würde, die sie wohl noch in einigen Jahren vergeblich einzusehen versuchen würde, den letzten salzigen, wie von Shakespear inszeniert, Schmatzer auf die Wange drücken wollte. Doch würde er diesen abgrundtiefen Hass über die Tage retten können, bis er ihn schließlich zum Äußersten treiben würde? Er hoffte es insgeheim. Zu tief saß der Stachel der Verletzung, die sie ihm zugefügt hatte. Oft hatte er schon versucht, die Kinder an ihren Geburtstagen zu besuchen, ihnen in die lachenden, pausbäckigen Gesichter zu blicken, bis ihm die Tränen kommen würden. Jedes Mal hatte sie ihm irgendeinen Vorstadts-Provinz-Hinterweltler-Bullen auf den Hals gehetzt, der ihn aus dem Haus warf, im wahrsten Sinne des Wortes, dass er schnaufend, vor Wut auf der einen, vor Ohnmacht und des Wissens darum, auf der anderen Seite einfach liegen blieb. Das war alles so erniedrigend, so niederträchtig - und kurzsichtig auch hinwieder - kurzsichtig, auch insofern so blauäugig, sich mit der Irrationalität des Gedankens, der Hoffnung auf ein Einlenken und schließlich Resignation seinerseits zu hoffen, denn er würde seine Rache bekommen. Egal wie. Egal wann. Egal auf welche Weise. Er würde es ihr heimzahlen, sie matern, schächten und die ausgebluteten morbiden Überreste den Schiffsschrauben auf den Grachten überlassen oder einem einfachen Verfaulen in den Fluten an der Prinsengracht entgegenfiebernd, sie in den Fluten versenken, so schwarz und undurchsichtig für sein Auge. Sie zogen ihn wie magisch an die kleinen, schaukelnden Wellen, bewahrten das Nass davor, in der Kälte zu erstarren. Es war der Tag, einer dieser Tage, an denen die Welt noch in Ordnung zu sein schien, das Familienglück ewig während erschien und seine Frau gerade von der Arbeit nach hause kam, eine Einkaufstüte, mit allerlei Kram gefüllt, wurde unsanft, begleitet von einem Schnaufen, auf den Kachelboden der Küche abgesetzt. Peer van Oster hatte einige Minuten, waren es Stunden gewesen, in seinem Sessel, dessen Armlehnen schon ganz abgewetzt waren, Platz genommen, in weiser Voraussicht, wie sich herausstellen sollte, denn sogleich sollte eine Tirade von Beschimpfungen über ihn hereinschwappen, einer Welle mit Schaumkrone gleich, riesig und lebensbedrohlich. Was er eigentlich diesen Tag über schon geleistet habe, ob er wenigstens den Müll herausgetragen habe oder auch das zu schwer für ihn sei, zu umständlich. Das dauerte ungefähr noch fünf weitere Minuten an, die er damit verbrachte, gelangweilt aus dem Fenster zu sehen, das eigentlich schon so verdreckt war, dass er sich nur mit Mühe verkneifen konnte, seiner Angetrauten zu empfehlen, viel mehr aufzutragen, alle demnächst wieder zu putzen, das sei doch kein Zustand, in einem Haus zu leben, dessen Fenster so trübe waren, dass man nie herausschauen konnte. Die Wanduhr tickte, das Pendel schwang im immer selben Rhythmus hin und her, ließ die qualvollen Minuten, Sekunden des Schweigens noch länger werden, in denen van Oster das Gewicht seines Körpers von der einen Pobacke auf die andere verlagerte und sich danach besser fühlte. Was hatte es für einen Zweck, sich auf einen lauthals ausgetragenen Streit mit ihr einzulassen, der wie üblich so enden würde, dass die Kinder, weinend die Treppe heruntergeschlichen kommend, Partei für ihre Mutter ergreifen würden, um ihn anschließend mit diesen Blicken gegen die Wand zu nageln, die nicht missverstanden werden konnten. Die Wanduhr tickte immer noch im gleichen Takt und schien nicht damit enden zu wollen, jedenfalls nicht in naher Zukunft, glaubte er behaupten zu können. Alles widerte ihn auf einmal an, wie er es sich nie erträumt hätte. Die keifende Kreatur einer Frau, die vor ihm stand und merkwürdigerweise nicht müde zu werden schien, ihm Vorträge zu halten, über was auch immer. Wahrscheinlich darüber, dass sie das nicht mehr länger mitmachen würde, sich bald scheiden lassen würde, ja die Papiere schon eingeschickt habe. Doch nicht abgeschickt? Noch nicht? Er hatte nicht genau zugehört, sah auf das dreckige Fenster und runzelte die Stirn. Der Kaffee vor ihm auf dem Holztischchen war bestimmt inzwischen erkaltet, genau wie jegliche Gefühle der Liebe es bald in ihr sein würden, dessen war er sich insgeheim wohl bewusst, aber noch war noch nichts verloren. Was regte sie sich denn so auf? Beinah hätte er es laut ausgesprochen, hielt gerade noch rechtzeitig seinen Mund, erahnte er doch, dass dies nur noch lauteres Gezeter nach sich ziehen würde, bestimmt. Er kannte seine Frau, vielmehr glaubte er es.
Der muffige Geruch, der in den Gardinen hing, sie älter erscheinen ließ, als sie waren, roch man diesen Geruch, wenn man unmittelbar neben ihnen stand, verschlug es einem den Atem, so ekelerregend waberte es einem unter der Nase. Man hatte sich im Laufe der Jahre an den Geruch gewöhnt. Überhaupt war das gesamte Häuschen seiner geringen Größe wegen sehr stickig, man atmete sich gegenseitig den wertvollen Sauerstoff weg, sog ihm dem Anderen aus der Lunge, sodass der sich mit Erstickungssymptomen in den nächstgelegenen Raum flüchten musste, wollte er noch eine Überlebenschance haben. Grinsend ob dieses Gedankens, streckte er die Arme und verschränkte sie hinter dem Schädel, der sich unter sein schon schütter werdenderes Haar gezwängt hatte, die Kopfhaut war gespannt, zum Zerreißen, ließ die darunterliegenden Adern pulsierend hervorttreten. Die Welt draußen vor dem Fenster war ruhig, beinah zu friedlich, um wahr zu sein. Winter hatte Einzug gehalten in der Stadt, gerade noch huschte ein vermeintlich menschlicher Schatten an der Eingangstür vorüber, das Gesicht vermutlich leidgeprüft gegen den Wind gepresst, die rechte Hand versucht, den Mantel, an dessen Kragen ein Knopf fehlte, ansonsten recht teuer, jedenfalls dem Anschein nach, zusammen zu halten. Der schneidende Wind stach sich in jedes nur erdenkliche Stückchen Haut, das man nicht verdeckt gehalten. Van Oster stand an der Gracht und dachte nach. Über alles woran er sich noch erinnern vermochte. Seine Frau spukte immer noch in seinen Gehirngängen umher und ließ ihn nicht los, rüttelte ihn immerfort wieder auf, um ihn wieder wehmütig bis verzweifelt werden zu lassen. Die Arme fingen an weh zu tun, er hatte sie die ganze Zeit über auf das Geländer gestützt, während die Zeit verstrich ; entfernt, hinter den Wipfeln der Häuser lugte der Kirchturm hervor und zeigte die Zeit wie gewöhnlich an, mit dem einzigen Unterschied, dass Schnee sich auf die breiten Zeiger gelegt hatte und man sich fragen musste, unweigerlich, wann er, bei welcher Uhrzeit, welchem Stand der Zeiger, er endlich oder letztendlich hinabfallen würde, auf Menschen, die es nicht registrieren würden, auf Menschen, die sich über Schneefall freuen würden, weiß der Geier, wen es letztendlich treffen würde. Gedankenverloren richtete er sich auf und machte sich auf den Weg in irgendeine Richtung, die er nicht näher beschreiben konnte, mochte, was auch immer. Er roch den klaren, reinen Geruch, diesen erfrischenden Hauch in der Nase, fühlte sich unweigerlich an seine Kindheit erinnert, an die vielen Winter, in denen er und seine Freunde im Schnee gespielt, gerauft und Schneemänner aus riesigen Kugeln errichtet haben. Wahre Meisterwerke. Die vielen kleinen Läden, an denen er sonst immer, weil er sich an diese Alltagsmonotonie gewöhnt hatte, vorbeigerauscht war, jene mit den, jetzt um die Winterzeit besonders einladend geschmückten Schaufenstern, die vielen Buden, die am Rathausplatz ihre Süßwaren anpriesen, sie erinnerten ihn an all das. In den Straßen zog sich ein wahres Band aus den verschiedensten erdenklichen Gerüchen, die man mit der Vorweihnachtszeit verbindet, gewoben, an den Häuserfassaden vorbei. Es war ihm, dessen war er sich wohl bewusst, nicht gestattet, sich einfach sang- und klanglos davonzumachen. Was würde ER dazu sagen, geschweige denn, was würde ihn erwarten, ihm blühen? Wieder dieser warme Punsch-und Lebkuchengeruch, er führte ihn wahrlich an der Nase herum. Schweifend vorbei an Männern mit roten, gequollenen Nasen, einem dämlichen Grinsen in die Mundwinkeln gemeißelt. Wir ziehen weiter, arbeiten uns vor, hindurch durch die fette, mit Würstchen und Punsch vollgestopfte Traube Menschen, immer zu kleinen Grüppchen zusammengeschlossen, als suchten sie verzweifelt Halt, an wem oder was das auch gewesen sein mag. Ja, er war verpflichtet sich selbst gegenüber, seine Mordgedanken, die er gegen die Mutter seiner Kinder hegte, hintenanzustellen, zugunsten der Mordgedanken, die sein Chef, dessen Namen er nicht einmal kannte, all die Jahre hindurch, die er für ihn, man mag es so nennen, obgleich" arbeiten" in diesem Zusammenhang doch recht makaber klingt, also gearbeitet hatte; Mordgedanken, die sein Chef gegen irgendwelche Strolche hegte, die ihm sein Auto samt Koks und Leiche irgendeiner Frau darin, geklaut hatten." Was hat er denn zu verlieren?" murmelte er fast verschmitzt und richtete somit das Wort an sich selbst, denn es war eine Marotte von ihm, sich hin und wieder selbst in der dritten Person anzusprechen.



Eingereicht am 06. Dezember 2004.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise, bedürfen der schriftlichen Zustimmung der Autorin / des Autors.


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