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2. Starbike Days Edersee 2004 (Aus der Sicht einer Frau, die zu Hause blieb)

Von Andrea Röttgen


Mein Mann ist gerade mit dem Bike los - Richtung Edersee. Endlich! Waren das aufregende Monate. Er freute sich so auf das Treffen, wie ein kleiner Junge, der am Heiligen Abend endlich seine Geschenke aufmachen darf. Ich stand mit meiner Malteserhündin auf dem Arm, unten auf der Straße und winkte ihm ein wenig ängstlich hinterher. Immer den Gedanken im Kopf: "Hoffentlich kommt er da gut an".
3 Tage sind wir nun getrennt, aber ich wollte es ja so. Höre noch immer seine bettelnden Worte: "Komm doch mit, das wird bestimmt schön und den Hund geben wir zu deiner Mutter...BITTE".
Nein! Ich wollte nicht und stehe auch dazu. Mache mal ne kleine Tour mit und das reicht mir auch. Das ist sein großes Treffen und ich freute mich so sehr für ihn.
Endlich bekam er die Chance die Jungs und Mädels aus dem Forum mal kennen zu lernen. Jeden Abend lief bei uns das gleiche Ritual ab. Erst wurde ich und dann unser Hund begrüßt und schon kam der mir bekannte Satz:" Schatz, ich mach mal den Computer an. Mal sehen, was die Jungs so aus dem Forum machen" Ich zog mich dann meist in die Küche zurück, um das Abendessen zu machen. Ne... ne Männer. Aber jeder sollte ein Hobby haben, oder? Bei ihm ist es halt das Bike und bei mir der Hund und natürlich Kurzgeschichten schreiben. (Naja, hoffe immer noch auf meinen großen Durchbruch).
Habe versucht, mich abzulenken. Ja, hatte auch ne super Idee. Schoppen gehen mit Muttern in der Stadt. Natürlich war das nix mit dem Ablenken. Musste andauernd auf mein Handy schauen, ob schon eine SMS angekommen ist. Freute mich riesig, als das Telefon klingelte. Stand gerade an der Kasse, um wieder einmal Sachen zu kaufen, die ich natürlich überhaupt nicht brauche (Frustkauf). Hörte bloß ein paar abgehakte Sätze wie: "Noch ne Stunde, dann sind wir da". Klasse! Hatte ich doch nun die Gewissheit, dass es ihm gut geht. Konnte es kaum erwarten wieder zu Hause zu sein, um sehnsuchtsvoll auf einen Anruf zu warten.
Um 18:30 Uhr bekam ich den von mir ersehnten Anruf, dass er am Edersee ankommen ist. Puh..., da war ich aber erleichtert. Er wollte sich noch mal melden, wenn er das Zelt aufgebaut hat. Gut, dachte ich und wartete...und wartete. Nahm mir natürlich vor, nicht anzurufen. Na, wie sieht das denn aus? Frauchen kontrolliert ihren Mann. Ne, so was mache ich nicht. Legte mich auf mein Sofa um Fern zu sehen. Ertappte mich aber schnell dabei, wie ich nur am Umschalten war.
Um 22:00 Uhr klingelte das Telefon. Ich schleuderte gekonnt meine Kuscheldecke von meinem Körper (ja ich weiß, ist doch viel zu warm für eine Kuscheldecke, aber mir war nun mal kalt) und stolperte auf meinem Weg über ein getrocknetes Schweineohr von unserem Hund. Konnte mich noch schnell am Sekretär festhalten. Kurze Verschnaufpause und weiter lief ich Richtung Telefonhörer.
Ja, es war mein Mann. Schnell sammelte ich mich wieder, um gespannt seinen Worten zu lauschen. Oh, wie freute ich mich, als ich hörte, dass die Leute total super nett sind und das Essen klasse war. Natürlich erzählte ich ihm nix davon, dass ich eben fast gestürzt wäre und ich doch schon so lange auf einen Anruf von ihm gewartet hatte. Egal! Er ist glücklich dort und nur das zählt im Moment. Hatte noch lange nach dem Telefonat ein breites Lächeln in meinem Gesicht und war überglücklich, dass alles so war wie er sich das vorgestellt hatte. Ich setzte mich noch ein wenig mit völlig übertriebener Kerzenbeleuchtung auf unseren Balkon (ein vorbei fliegendes Flugzeug hätte denken können, dass hier der nächste Landeplatz ist), um den Abend ausklingen zu lassen.
Ich danke hiermit allen, die dazu beigetragen haben, dass der 2. Starbike Days Edersee 2004 ein voller Erfolg wurde. Vielleicht kann ich euch ja auch mal kennen lernen.



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Eingereicht am 27. Juli 2004.
Herzlichen Dank an den Autor / die Autorin.
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