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Einmal Südafrika und zurück - Eine Mietwagenrundreise für Schnelle

©  Kerstin Röder


Voller Vorfreude auf einen ereignisreichen Urlaub verließen wir, das waren Renate, Burkhard, mein Mann und ich, in Johannesburg das Flugzeug. Als wir jedoch am Flughafen von niemandem in Empfang genommen wurden, waren wir doch etwas überrascht. Nach einem bisschen hin und her und der Reaktivierung sämtlicher Englisch-Schulkenntnisse standen wir dann vor zwei neuen VW Golf von AVIS und hatten ein Handy sowie eine dicke Mappe mit Fahrtrouten, Hotel-Vouches und weiteren nützlichen Informationen in der Hand. Die Fahrt durch Johannesburg zum Hotel ohne Stadtplan und im Linksverkehr stellte sich als überraschend unproblematisch heraus, weil die Fahrtrouten sehr genau beschrieben waren. Und wenn man erst einmal mitbekommen hatte, dass die Straßennamen am Bordstein stehen oder in der Mitte der Kreuzung auf einem leicht zu übersehenden Schild, dann hatte man schon so gut wie gewonnen.
Das Sicherheitsbedürfnis der Südafrikaner ist groß und wird selbstverständlich auch auf die Touristen übertragen. So schloss z.B. bei den Mietwagen kurz nach dem Anfahren automatisch die Zentralverriegelung. Die Parkplätze an den Hotels waren alle bewacht und mit einer Schranke gesichert. Und die Einzigen, die am Abend das Hotel für eine kleine Erkundungstour zu Fuß verließen, waren wir. Man geht dort eben nicht zu Fuß, wozu gibt es Autos!? Nun ja, wir waren lernfähig.
Am zweiten Tag führte uns die Fahrt Richtung Osten. Etwa auf halber Strecke zum Krüger-Nationalpark befand sich unsere erste Lodge. Sie lag im Gebirge und es war bitter kalt. So kalt, dass wir uns entschlossen, am Abend die hoteleigene Sauna zu besuchen. Wer hätte damit in Afrika gerechnet!
Aber vorher wollten wir uns noch das ehemalige Goldgräberstädtchen Pilgrim's Rest anschauen. Tja, in Südafrika fängt der frühe Vogel den Wurm. Um halb fünf abends schließt das Museum. Wir waren genau fünf Minuten vorher da. Doch den gesamten Außenbereich konnten wir uns noch in Ruhe ansehen. Der Vorteil war, dass die Touristenbusse bereits abgefahren waren und wir uns nicht durch die Massen quälen mussten.
Am Morgen unseres dritten Tages in Südafrika lernten wir auch, dass, wenn es heißt, es gibt ab 6.30 Uhr Frühstück, es noch lange nicht heißen muss, dass um die Zeit auch schon jemand da ist, der den Gästen das Frühstück richtet. Das bedeutet, die Tage in Südafrika sind ziemlich kurz für Leute, die auf Grund eines vorgegebenen Programms viele Kilometer täglich unterwegs sind und sich zwischendurch auch noch einiges anschauen wollen. Und nach dem Krüger Nationalpark kamen wir mit dieser Tatsache auch schwer in Kollision, aber dazu später. Nach dem Frühstück fuhren wir also Richtung Krüger Nationalpark, immer entlang dem Blyde River Canon, von dem man sagt, er wäre der Grand Canon Südafrika's.
Unterwegs wollten wir tanken. Tanken in Südafrika ist einfach, wenn man die Spielregeln kennt. Es gibt keinen Self-Service, der Wagen wird betankt. Das Geld gibt man dem Angestellten und dieser verschwindet damit. Nach relativ kurzer Zeit kommt er mit dem Wechselgeld wieder. Dann gibt man ihm Trinkgeld und alle sind zufrieden. Bezahlung mit Kreditkarten oder Schecks ist nicht möglich. Und da liegt der Haken. Geld bekommt man bei der Bank oder - entgegen den Darstellungen in unseren Reiseführern - mit der EC-Karte aus jedem Geldautomaten, aber soweit waren wir da noch nicht. Banken haben an Feiertagen geschlossen und es war der "Tag des Erbes". Das war uns vollkommen entgangen, aber der freundliche Tankstellenangestellte klärte uns auf. Zum Glück hatte die Tankstelle einen Geldautomaten. Erfreulicherweise klappte es nach dem dritten Anlauf, allerdings waren wir uns nicht ganz sicher, was dann zu Hause auf dem Kontoauszug stehen würde. Doch wir waren wieder zahlungsfähig. Die Strecke von den Drakensbergen (nicht zu verwechseln mit denen bei Lesotho, es gibt nämlich zwei!) zum Krüger-Nationalpark war schnurgerade und flach. Unterwegs hielten wir in einem kleinen Künstlercafé, um etwas zu essen und erregten mit zwei nagelneuen Golf IV bei den Einheimischen ziemliche Aufmerksamkeit. Ein älterer Herr trat an uns heran, ob er sich den Wagen nicht mal ansehen dürfe. Natürlich durfte er, der Deutsche ist stolz auf sein Auto! Aber fahren lassen wollten wir ihn dann doch nicht, immerhin stand die Kaution auf dem Spiel und der gute Mann hatte den Feiertag bereits mit einigen guten Whiskys begangen.
Wir fuhren am Orpen-Tor in den Krüger-Nationalpark ein und kurz darauf sahen wir schon die ersten Elefanten in einem Flussbett und ein Terzett Zebras. Das Satara-Camp, unsere erste Übernachtung, ist mehr auf Selbstversorger ausgelegt, als auf Touristen wie uns, die abends noch eine Weile im Pub sitzen wollten. Also kauften wir kurz vor Schließung (17.00Uhr!) des campinternen Supermarktes noch einige Getränke und verbrachten den Abend auf der Terrasse unseres Bungalows. Nur zum Abendessen versuchten wir unser Glück im Restaurant. Dies war recht unproblematisch und gut, das Frühstück auch, nur waren wir dort die ersten - wie eigentlich fast immer, denn wir mussten ja wieder "on the road again".
Die Fahrt zur zweiten Übernachtung im Krüger war als Pirschfahrt geplant und dementsprechend fuhren wir Schleifen rechts und links der asphaltierten Straße. Die Seitenwege sind Schotterpisten, aber mit einem normalen PKW gut zu befahren. Allerdings sollte der hinterher fahrende Wagen die Lüftung auf Umluft stellen und die Fenster geschlossen halten, wenn die Insassen nicht auf Staublunge stehen. Von den Pisten gehen immer wieder kleine Stichstraßen zu Wasserlöchern ab, an denen man die größte Chance hat, Tiere zu beobachten. An unserem ersten Wasserloch trafen wir gleich auf mehrere Nashörner und eine Herde Paviane. An diesem Tag haben wir viele Tiere gesehen, wenn auch nicht so zahlreich wie z.B. in Kenia. Vor allem die Großkatzen hielten sich in Grenzen. Am Beeindruckendsten auf diesem Weg war ein Giraffenbulle, der mitten auf dem Weg stand und durch zwei kleine Golf nicht zu bewegen war, Platz zu machen. Er ergab ein imposantes Foto! Und wir nahmen einen anderen Weg. Auf halber Strecke trafen wir auf einen Rastplatz. Entgegen dem generellen Verbot, den Wagen im Nationalpark zu verlassen, durfte man dort aussteigen, es gab eine Art Imbiss und reichlich Sitzplätze im Freien. Anscheinend wird der Krüger auch von den Südafrikanern für Schulausflüge oder Kurzurlaube genutzt, denn wir kamen uns vor, wie bei einer bekannten Fast-Food-Kette in der Stoßzeit. Deshalb hielten wir uns auch nicht länger als nötig auf und verließen den Rastplatz gen Süden. Nach ein paar weiteren Schlenkern rechts und links der Straße ereichten wir unsere nächste Übernachtung. Lower Sabie war im Vergleich zum Satara-Camp eine herbe Enttäuschung. Die Räume waren dunkel, das Bad - na ja reden wir nicht drüber, und es roch insgesamt irgendwie muffig. Dieses Camp profitiert einzig und allein von seiner zentralen Lage und man hat es anscheinend nicht nötig, ein wenig auf Komfort zu achten. Und die Lage ist wirklich einzigartig. Das Restaurant hatte einen direkten Blick auf den Fluss, in dem man beim Essen die Flusspferde beobachten konnte. Aber bitte nicht vergessen, die Gastronomie schließt Punkt 21.00 Uhr. Und da kennen sie keine Gnade! Wir hatten noch eine Nachtpirschfahrt gebucht und kamen erst gegen 20.45 Uhr zurück. Wenn unsere Freunde, die etwas früher zurückgekommen waren, uns nicht schon etwas zu Trinken mitbestellt gehabt hätten, hätten wir uns wohl eine Wasserleitung suchen müssen, denn die Bar war natürlich auch schon zu. Wir sind zwar noch ein bisschen drum herum geschlichen, in der Hoffnung, es erbarmt sich noch jemand, aber mit dem Spruch "Die Hoffnung höret nimmer auf!" klappt es eben auch nicht immer. Dafür war die Pirschfahrt ein Erlebnis. Es ist schon ein eigenartiges Gefühl, im Dunkeln auf schmalen Wegen durch das Buschwerk zu fahren und nur im Licht der Suchscheinwerfer ein Tier vorbeihuschen zu sehen. Die Atmosphäre ist irgendwie fremdartig. Es ist halt Afrika! Man bekommt ein wenig das Gefühl dafür, wie es war, als sich die Leute noch nicht mit zwanzig anderen in einen LKW gezwängt haben, um aus sicherer Entfernung die wilden Tiere zu beobachten. Und man bekommt auch etwas Abenteuer geboten für sein Geld.
Am fünften Tag lag eine Mammutstrecke von ca. 800km vor uns. An ein Ankommen bis 16:00 Uhr, wie es in den Unterlagen empfohlen wurde, war daher nicht zu denken. Die ersten hundert Kilometer fuhren wir noch durch den Nationalpark, was uns viel Zeit kostete. Zum einen, weil man nicht mehr als 50km/h fahren durfte und zum zweiten, weil ausgerechnet, wenn man es eilig hat, sich mehrere Löwen an den Straßenrand legen mussten und dadurch einen Stau der Touristenfahrzeuge hervorriefen. Da wir nicht durch Swaziland fahren wollten (miserable Straßen!), mussten wir rundherum. Auf dem ersten Stück kamen wir gut voran, obwohl die auf der Streckenbeschreibung als Autobahn ausgewiesene Straße eigentlich eine mehrspurige Landstraße war. Später stellten wir dann fest, dass es einfach eine falsche Übersetzung war, denn es gibt eigentlich gar keine Autobahnen, sondern nur Nationalstraßen, deren Qualität von denen unserer Autobahnen bis zu Landstraßen mit unbefestigtem Randstreifen reicht. Irgendwann verließen wir die Nationalstraße Richtung Süden und machten in Carolina Halt, weil wir mal wieder Bargeld benötigten. Aber an den Banken standen Unmengen von Menschen und der ganze Ort sah nicht sehr Vertrauen erweckend aus. An der nächsten Tankstelle erfuhren wir dann, dass freitags Pay-Day ist, d.h. alle Arbeiter bekamen einen Scheck, den sie in der Bank gegen Geld tauschen mussten. Und da standen sie nun alle und wir hatten mal wieder Pech. Denn um uns anzustellen, hatten wir weder Zeit noch Lust. Der Pay-Day verfolgte uns den ganzen Tag, sodass wir letztendlich wieder auf einen Automaten ausweichen mussten. Da es inzwischen schon kurz vor 16:00 Uhr war und wir mindestens noch 200km vor uns hatten, haben wir erst einmal in unserer nächsten Logde angerufen. Alles kein Problem hieß es. Doch es hätte mir zu Denken geben sollen, dass ich auf alles, was ich sagte, immer ein "OK" zu hören bekam. Wir kamen kurz vor 20:00 Uhr in der Tree Lodge an. Als wir nichts ahnend beim Abendessen saßen, überraschte uns der Duty-Manager mit der Mitteilung, er hätte ein Problem. Aber es wäre seins und wir sollten uns keine Sorgen machen und uns das Essen schmecken lassen. Daraufhin bestellten wir noch ein Bier und warteten. Das Problem war ein Quartier mit fehlendem Toilettenbecken. Es gab dort anscheinend keinen 24h-Sanitärservice. Da wir nicht in ein Gästehaus ins knapp 10km entfernte Hluhluwe wollten, erbarmten sich unsere Freunde und wir bezogen die Quartiere. Es war dem Manager sichtlich peinlich, zumal wir ja extra vorher angerufen hatten. Die nächtlichen Ausflüge zur Toilette am Empfang absolvierten unsere Freunde in Badelatschen. Am nächsten Tag hatten wir dann Zeit, die Sicherheitshinweise zu lesen, in denen stand, dass man immer festes Schuhwerk tragen sollte, weil man sich in einem Nationalpark befand, in dem die Tiere frei herumliefen, u.a. auch Schlangen. Na ja, noch mal Glück gehabt.
Der Beweis für die Richtigkeit der Sicherheitshinweise stand am Morgen des sechsten Tages in Form von drei Springböcken vor unserer Tür und in Form von zwei Giraffen neben unseren Autos. Schlangen hielten sich glücklicherweise fern.
Dieser Tag gehörte dem Hluhluwe-Nationalpark, der bei weitem nicht so bekannt wie der Krüger ist, mir aber eigentlich fast noch besser gefallen hat. Er ist eben noch nicht so kommerzialisiert. Doch davor hatte der Gott der Finanzen mal wieder die Beschaffung von Bargeld gestellt, sprich den Eintausch von Traveller-Cheques. Und dazu mussten wir mal wieder zur Bank, aber schnell, denn es war Samstag und da ist nur bis Mittag auf. Die Sicherung der Banken in Südafrika ist beispielhaft. Man kommt nur über eine Ein-Personen-Schleuse hinein und über eine andere wieder hinaus. Bevor die Außentür nicht zu ist, geht die Innentür nicht auf, beim Rausgehen funktioniert es natürlich andersherum. In der Mitte zwischen den Schleusen sitzt ein Wachmann, bei dem man, wie auf einem großen Schild außen angezeigt, die Feuerwaffen abgeben soll, bevor man die Bank betritt. Da aber zu Anfang jeder Nachrichtensendung im Radio die tagesaktuellen Überfälle u.a. auf Banken und damit in Zusammenhang stehende Erfolge der Polizei in derartigen Fällen (oft werden der oder die Täter erschossen, Kollateralschäden gibt es auch) gemeldet werden, fühlt man sich trotzdem nicht besonders wohl und sieht zu, dass man die Bank schnell wieder verlassen kann. Das wiederum ist nicht so einfach, weil man erst den Umtausch anmelden und sich dann ein zweites Mal anstellen muss, um das Geld ausgezahlt zu bekommen.
Der Hluhluwe-Nationalpark überraschte uns mit wundervollen Ausblicken, da er entgegen dem Krüger fast bergig ist. Gleich nach der Einfahrt konnten wir eine Löwin beim Jagen und, da sie Erfolg hatte, auch beim "Dinner" beobachten. Der Antilope ist die ganze Angelegenheit leider nicht so gut bekommen. Giraffen, Nashörner, Zebras, verschiedene Antilopenarten, Affen, Büffel und ein schlafendes Nashorn auf einem Rastplatz (an dem man aussteigen durfte wohlgemerkt!) - alles in allem ein erfolgreicher Tag. Zumal Renate und Burkhard für die zweite Übernachtung in dieser Lodge in eine Hütte direkt neben uns umziehen konnten. Die Hütten sahen ein bisschen wie Baba Jaga Häuschen aus (auf Stelzen für die Nichtkenner russischer Märchen) und waren im landestypischen Stil eingerichtet. Alles in allem eine Lodge mit Charakter. Abends auf der Terrasse sitzend, mit Kerzenlicht und einem kühlen Bier kam auch ein bisschen Abenteuerfeeling auf. Und wir beglückwünschten uns wieder einmal zu dem Entschluss, nicht mit 40 oder mehr Touristen in einem klimatisierten Bus unterwegs zu sein.
Der siebente Tag begann mit dem Frühstück und Packen für die Weiterfahrt. Heute ging es bis in die Midlands. Wir fuhren parallel zur Ostküste und bogen dann bei Durban ins Landesinnere ab. Leider mussten wir Durban links liegen lassen, die Zeit hätte einfach nicht gereicht. Es waren halt knapp 400km. Dennoch haben wir einen kurzen Zwischenstop in Pietermaritzburg eingelegt. Dort steht das größte Backsteinbauwerk südlich des Äquators, das Rathaus. Das Gebäude ist wunderschön, nur leider wirkte die Stadt auf uns leicht heruntergekommen, sehr schade! Wir haben uns nicht lange aufgehalten, zumal es keine Möglichkeit gab, irgendwo einen Kaffe zu trinken, geschweige denn vielleicht Mittag zu essen. Unser kleiner Parkwächter bekam sein Trinkgeld, weil die Autos noch da standen und auch keinen Kratzer abbekommen hatten, und weiter ging's. In Pietermaritzburg war es schon bewölkt gewesen und in den Midlands, die bekannt sind für ihre Fischgründe, ging es dann in einen Dauernieselregen über. Man hatte inmitten dieser grünen Landschaft und dem dazu passenden Wetter den Eindruck, in England zu sein. Und als wir dann unser Übernachtungsziel erreicht hatten - The Granny Mouse Country House - konnte man sich diesem Eindruck eigentlich gar nicht mehr entziehen. Einzelne Häuschen inmitten eines grünen blühenden Gartens, Räume mit Unmengen von geblümtem Stoff eingerichtet, ein riesiger funktionierender Kamin und ein Badezimmer wie vor mehr als hundert Jahren. Das gesamte Anwesen war einfach zauberhaft und irgendwie fühlte man sich in eine andere Zeit versetzt. Zumal das Personal in langen blauen Kleidern, Schürze und weißem Häubchen herumlief. Uns hat es jedenfalls umgehauen. Der einzige Minuspunkt war der ständige Nieselregen.
Der achte Tag war der Grund für unsere Reise. Renate und Burkhard hatten silbernen Hochzeitstag. Sie hatten zwar gehofft, mit der Reise den lieben Verwandten zu entkommen, aber so etwas klappt nie. Das Geschenk in Form eines Hotelgutscheins war in unserem Gepäck mit nach Südafrika gereist und wurde an diesem Morgen feierlich überreicht. Danach konnten wir dann ganz beruhigt zum Golden Gate Nationalpark aufbrechen. Leider hat die Sonne nur bedingt mitgespielt. Die Sandsteinformationen waren zwar immer noch beeindruckend, erstrahlten aber nicht in der rotgoldenen Farbe wie auf allen Reiseprospekten abgebildet. An diesem Abend gönnten wir uns noch etwas Kultur und fuhren zurück zum Parkeingang, von wo ein Hinweisschild uns zu einem Museumsdorf führte. Wir hatten mal wieder nicht daran gedacht, dass halb fünf hier schon reichlich spät ist und kamen kurz vor Schließung des Museums an. Trotzdem bekamen wir als Kleingruppe das gesamte Programm geboten, einschließlich Begrüßung beim Chief (=Häuptling), Führung sowie Musik- und Tanzeinlage. An dem Punkt kam ich mir wieder wie ein richtiger "Tourist" vor.
Der zweite Tag im Golden Gate war Wandertag! Der Golden Gate Nationalpark ist bekannt für seine Wanderwege. Leider hat niemand - auch der Reiseführer nicht - etwas darüber gesagt, dass man dazu schon fast Bergsteigerausrüstung braucht. Die Pfade waren schmal und man musste ständig aufpassen, nicht mitsamt dem losen Geröll wieder nach unten zu rutschen. Ich habe auf halber Höhe aufgegeben, Renate schon etwas früher, aber unsere kleine "Berggemse" Burkhard ließ sich durch nichts abschrecken und kam erst wieder, kurz bevor wir ihn vermisst melden wollten. Seine Wanderschuhe hat er dann dem Mülleimer überantwortet bzw. die Einzelteile, welche davon noch übrig waren. Mein Mann war gar nicht erst losgelaufen und konnte daher auch nicht aufgeben. Als kleinen Akt der Gerechtigkeit musste er sich daher auf der Terrasse einem Pavian geschlagen geben und als unterlegenes Beta-Männchen im Hotelzimmer verschanzen.
Am Morgen des zehnten Tages ging es weiter nach Bloemfontein. Die Stadt an sich machte einen ziemlich hektischen und nicht sehr einladenden Eindruck. Auf Grund der beschränkten Zeit konnten wir nur eine Auswahl an Sehenswürdigkeiten besuchen. An vorderster Stelle stand der Naval Hill mit seinem grandiosen Ausblick über den Ort. Auf dem Weg dorthin wollten wir noch schnell das Orchideenhaus besuchen, da Bloemfontein ja auch für seine Blumen so bekannt ist. Es war relativ leicht zu finden, hat uns aber maßlos enttäuscht. Irgendwie hatte ich etwas Größeres als ein Gewächshaus von nicht einmal Einfamilienhausgröße erwartet. Und die Orchideen waren nicht vielfältiger als in einem gut sortierten Gartenmarkt. Dafür war der Eintritt frei! Aber dann auf zum Naval Hill! Als Nationalpark mit Tiersichtung war er eine Niete, aber bzgl. des Ausblicks wurde er seinem Ruf mehr als gerecht. Auf dem Rückweg ins Stadtzentrum wurden wir von der Polizei angehalten und auf angelegte Gurte kontrolliert. Die Polizisten waren sehr freundlich, aber der Herzschlag beschleunigt sich automatisch, erstens wegen der Staatsmacht generell - noch dazu im Ausland - und zweitens hatte man immer noch die Meldungen der Radionachrichten über die letzte Schießerei im Ohr. Das Stadtzentrum war, abgesehen von den historischen Gebäuden wie Fourth Raadsaal oder National Museum, ziemlich trostlos. Auf dem Weg zu unserem Wagen, den wir auf einer Art wildem Parkplatz mit Bewachung zurückgelassen hatten, wollte Burkhard noch schnell einen Film in einem Fachgeschäft kaufen. Dieses war ebenfalls gerade im Schließen begriffen und der weiße Inhaber bedeutete uns, schnell die Gegend zu verlassen, da um diese Zeit sich kein Weißer mehr in der Innenstadt aufhielte. Es wäre zu gefährlich. Wir schauten uns daraufhin um und stellten fest, dass wir wirklich die einzigen Weißen weit und breit waren. Unser Auto trafen wir jedoch noch unversehrt an und nach dem obligaten Trinkgeld für den "Bewacher" fuhren wir ins Hotel zurück.
Der elfte Tag führte uns nach Graaf Reinet. In dieser Stadt habe ich zum ersten Mal das Hotel nicht gefunden. Irgendwie hatten die Wegbeschreibung und ich Kommunikationsprobleme. Aber nichtsdestotrotz sind wir dann doch auf dem richtigen Parkplatz gelandet und es war einfach nur idyllisch. Das Hotel war ehemals als Verwaltungssitz für die Kapregion gebaut und wir wohnten in angegliederten Häusern, welche für freigelassene Sklaven Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut wurden. Die Häuser gruppieren sich um einen Innenhof, jedes hat einen eigenen Freisitz, überall stehen Bougainvillienbüsche und alte Bäume - einfach traumhaft. Leider konnten wir mit einer Übernachtung diesen Komfort gar nicht ausreichend genießen. Am Nachmittag streiften wir durch die Stadt, auch durch das zum Museum umgebaute Reinet House. Aber irgendwie war die Stadt wie leergefegt, es ging auf 17.00 Uhr zu, eine hierzulande anscheinend magische Uhrzeit, und niemand war mehr zu sehen. Die Geschäfte und Museen schlossen und auf der Suche nach einem Café landeten wir prompt wieder im Hotel. Das Abendessen im hoteleigenen Restaurant verstärkte den insgesamt positiven Eindruck der Hotelanlage.
Unser Ziel am zwölften Tag war Oudthoorn, die Straußenhauptstadt von Südafrika. Hier hatten wir zum ersten Mal ein Gästehaus als Übernachtung. Da wir relativ zeitig ankamen, hatten wir keine Mühe, unser umfangreiches Programm für diesen Tag zu absolvieren. Als erstes stand die "Cangoo Crocodile Ranch and Cheetahland", eine Art Zoo, auf dem Programm. Dieser war äußerst wichtig, da wir noch kein Leopardenfoto hatten. Dummerweise lag das Tier so ungünstig, dass man immer den Zaun mit auf dem Foto hatte. So konnten wir es beim besten Willen nicht als freilebend gesehen verkaufen. Dumm gelaufen. Der nächste Punkt auf unserem Programm waren die Cangoo Caves-Tropfsteinhöhlen. Man kommt dort nur mit Führung rein und kann zwischen verschiedenen Touren mit unterschiedlichen Längen und Schwierigkeitsgraden wählen. Bis zum nächsten Start mussten wir nicht sehr lange warten. Und wir erwischten doch tatsächlich eine deutsche Führung, eine Premiere in diesem Urlaub! Die Führung dauerte ungefähr eine dreiviertel Stunde, es war die für unsportliche übergewichtige Mitteleuropäer im gesetzten Alter. Unter anderen Umständen hätte man auch noch eine Stunde länger auf den Knien weiterkriechen können, aber das wollten wir uns nicht zwingend antun. Außerdem stand noch eine Straußenfarm auf unserem Programm, welche wir mal wieder kurz vor Feierabend erwischten. Und der Führer sprach wieder deutsch. Der Höhepunkt war jedoch Burkhard's Ritt auf dem Strauß. Das überraschte Gesicht, als der Strauß tatsächlich los lief, war durch nichts zu ersetzen! Auch wenn er immer wieder darauf hinwies, dass nur er allein - aufgrund seines geringen Körpergewichtes - den Strauß reiten durfte. Es gibt da nämlich eine Obergrenze von 65kg, weil mehr die Knochen des Straußes wohl nicht aushalten. Ein Straußenei trägt übrigens mühelos einen Menschen, bis zu welchem Übergewicht haben wir allerdings nicht ausgetestet.
Das Frühstück am Morgen des dreizehnten Tages war rustikal, aber nett. Den Rest des Tages jagte eine Katastrophe die nächste. Es begann damit, dass wir wieder einmal versuchten, Travellercheques einzutauschen. Die erste Bank schickte uns weiter zur First National Bank. Dort stellten wir uns zuerst an, um die Formulare auszufüllen. Bei uns ging alles relativ glatt, aber die Dame, die Burkhard erwischt hatte, war wohl etwas überfordert. Jedenfalls stellten wir dann fest, dass sie anstelle Dollar einzutragen, Britische Pfund geschrieben hatte. Dummerweise unterscheidet sich der Umtauschkurs gewaltig. Als der Computer die Daten einmal geschluckt hatte, wusste niemand mehr, wie das zu korrigieren wäre. Alles in allem hat uns diese Aktion eine Stunde gekostet. Die nächste Überraschung wartete in Form eines Radrennens über einen Pass auf uns, dem wir dummerweise nicht ausweichen konnten, um unser Ziel an der Küste zu erreichen. Und da der Pulk nicht überholt werden konnte, mussten wir wohl oder übel hinterher. Und per Rad geht es nun mal ziemlich langsam bergauf. Nach zwei Stunden erbarmte sich dann endlich ein Polizeiwagen und machte den Weg frei.
Endlich erreichten wir Knysna, ein beliebtes Urlaubsziel an der Südküste Südafrika's und dementsprechend voll war es dann auch. Allerdings nicht so voll, dass wir dachten für den Abend Restaurantplätze vorbestellen zu müssen. Aber auf diesen Fehler komme ich später noch einmal zurück. Zuerst wollten wir eine Bootsfahrt machen und hatten die Qual der Wahl, zumal wir ja auch wieder nicht ewig Zeit hatten. Wir entschieden uns dann für ein größeres Schiff, welches aber erst 17:00Uhr fuhr. Erstaunlicherweise, weil zu dieser Zeit ja sonst immer Feierabend war, wie wir inzwischen aufgrund vielfältiger Erfahrungen gelernt hatten. Nun, Ausnahmen bestätigen die Regel! Wir hatten also noch genügend Zeit für einen Ausflug nach Brenton on Sea, einem kleinen Badeort mit wunderschönen Sandstränden. Wir sind zwar den Klippenweg zum Strand hinuntergegangen, waren aber nicht so mutig, mit mehr als den Beinen ins Wasser zu gehen. Es war halt noch Frühling dort.
Die Bootsfahrt war nicht zwingend das, was wir erwartet hatten. Wir fuhren bis kurz vor die Heads, welche den Lagunenausgang von Knysna säumen und hielten auf dem Rückweg an einem kleinen Naturreservat, wo man Seepferdchen in ein paar Aquarien sehen konnte. Aber die Krönung der Fahrt waren eindeutig vier Kinder am Nachbartisch, denen die Eltern anscheinend eine antiautoritäre Erziehung angedeihen ließen. Selbst eine ziemlich deutliche Bemerkung der uns während der Fahrt mit Erläuterungen versorgenden Dame an Bord konnte nur kurzzeitig für Ruhe sorgen. Doch es sollte noch schlimmer kommen.
Dass wir, wie schon erwähnt, im Restaurant nicht vorbestellt hatten, sollte uns noch zum Verhängnis werden. Ab 20:00 Uhr war in den Lokalen an der Waterfront kein Platz mehr zu bekommen. Keine Ahnung, wo die Leute auf einmal alle herkamen. In einer Art Bierzelt, die sich als Fischgaststätte tarnte, strandeten wir dann. Das Essen war gut und der Tag hätte so schön enden können, wäre da nicht noch der "Kneipensturz von Knysna" gewesen. Die Plätze, die wir hatten, ähnelten unseren Bierzeltgarnituren, d.h. ein Tisch mit zwei Bänken. Man musste also seitlich raus, wenn man den Tisch verlassen wollte. Dummerweise stand unser Tisch direkt an einem ca. 1,50m tiefen Absatz. Und zwar so, dass die Tischkante direkt mit dem Absatz abschloss. Unten befanden sich noch Stehtische, die aber ziemlich im Dunkeln lagen und anscheinend nur tagsüber benutzt wurden. Ich hatte das gesehen, aber mein Mann nicht, der dummerweise auch noch genau den Platz an der Kante erwischt hatte. Und dann stieg er zur falschen Seite aus der Bank und war verschwunden. Zum Glück hat er sich nichts gebrochen, aber eine Verstauchung tut meistens sehr viel mehr weh. Wir waren alle ganz schön erschrocken, am meisten jedoch das Gaststättenpersonal.
Auf unserem Weg zum nächsten Stop am vierzehnten Tag hielten wir in Mosselbay. Dort gibt es ein sehr schönes Museum rundherum um den Old Post Office Tree. Seefahrer hinterließen dort früher ihre Post, die von den entgegenfahrenden Schiffen mitgenommen wurde. Außerdem kann man einen Nachbau der Karavelle von Diaz bewundern und sogar darauf herumlaufen, für einen zusätzlichen Obolus versteht sich. Wir haben danach in der Nähe des Leuchtturms noch einen Kaffee getrunken, in der Hoffnung vielleicht Delphine oder Wale zu sehen. Es blieb bei der Hoffnung.
Dann kamen wir nach Witsand. Der Ort ist sehr bekannt für Walsichtungen. Haben wir auch, allerdings nur Teile, wie z.B. einen Teil der Schwanzflosse in 1km Entfernung. Da half selbst das 300er Objektiv unserer Spiegelreflexkamera nichts mehr. Die Breede River Lodge, unsere Übernachtungsmöglichkeit, begrüßte uns mit einem Stromausfall, der allerdings zum Abend hin behoben war. Es gab dort nicht viele Möglichkeiten, irgendwelche Aktivitäten zu entfalten. Und da der Wind ziemlich heftig blies, machte es auch keinen Spaß, stundenlang am Strand auf Walbeobachtung zu gehen, vom Rausfahren aufs Meer ganz zu schweigen.
Unsere Fahrt näherte sich mehr und mehr dem Ende und entsprechend unserer Reisehinweise mussten wir den Rückflug bestätigen lassen. Da mir meine Englischkenntnisse für diese Aktion dann doch etwas zu dürftig vorkamen, bat ich an der Rezeption um Hilfe. Und wie vorausgesehen, stimmte die angegebene Telefonnummer nicht und nach einigem hin- und hertelefonieren gelang es der Dame herauszufinden, dass man sich bei allen Fluggesellschaften den Rückflug bestätigen lassen musste, außer bei British Airways, mit welcher wir flogen.
Auf unserem Weg nach Kapstadt, unserer letzten Station, warfen wir einen kurzen Blick in einen Proteengarten und suchten dann noch ein Weingut. Wir haben jedoch auf eine Besichtigung verzichtet, vor allem auch, weil diese nur mit Führung möglich war und die Zeit mal wieder einfach zu knapp war, sehr zu Burkhard's Bedauern.
Das Hotel in Kapstadt war eindeutig der Rausschmeißer. Ziemlich weit außerhalb, im Umbau begriffen und sehr spartanisch eingerichtet. Leider war auch in Kapstadt wieder viel zu wenig Zeit und wir mussten uns auf einige ausgewählte Sehenswürdigkeiten beschränken. Am ersten Nachmittag fuhren wir gleich zum wohl bekanntesten Ort von Kapstadt, der Victoria und Alfred Waterfront. Dieser Komplex am Hafen umfasst Geschäfte, Restaurants, Hotels und mehr. Und es soll der einzige Platz sein, an dem man sich als Tourist auch abends ungefährdet bewegen kann.
Der sechzehnte Tag sollte dem Tafelberg und der Kaphalbinsel gewidmet sein. Leider machte uns der Tafelberg einen Strich durch die Rechnung. Wir kamen bis zur Talstation der Seilbahn, wo man uns mitteilte, dass sie wegen zu starkem Wind nicht fährt. Das oder Nebel sind die häufigsten Ursachen dafür, dass man theoretisch nur zu Fuß hochsteigen kann. Aber 6 Stunden Fußmarsch wollten wir uns dann doch nicht antun. Also schnell ein paar Fotos, die Aussicht über die Stadt ist auch von halber Höhe schon grandios, und weiter ging es Richtung Kap der guten Hoffnung. Weil wir anscheinend an diesem Tag vom Unglück verfolgt wurden, war auch noch die schönste Straße nach Süden, nämlich die auf der Westseite, wegen Bauarbeiten gesperrt. Und das dummerweise nicht nur für ein paar Stunden. So blieb uns nichts weiter übrig, als auf die Ostseite auszuweichen, was uns allerdings dann direkt an der Pinguinkolonie in Boulder vorbeiführte. Und dann kam schon der nächste Nationalpark, welcher die gesamte Kapspitze umfasst. Wir fuhren zuerst Richtung Cape Point, wo der Leuchtturm steht. Von dort konnte man das Kap gut sehen. Und da mein Mann immer noch an seinem Kneipensturz krankte, fuhren wir mit einer Art Seilbahn auf Schienen zum Aussichtspunkt. Die Aussicht war grandios, nur leider war das nicht der südlichste Punkt von Afrika wie fälschlicherweise oft angenommen wird. Das ist Cape Agulhas, etwa 100km weiter östlich. Aber was soll's, hier zu stehen war schon ein Erlebnis für den Normaltouristen. Auf dem Rückweg hielten wir auf Wunsch der Damen am Kirstenbosch Botanischen Garten. Das Gelände ist recht groß und erstreckt sich auf der Rückseite des Tafelbergs den Hang hinauf. Und es blüht überall, obwohl es dort erst zeitiges Frühjahr war. Am Interessantesten fand ich - außer den Proteen natürlich - dass es Strelizien nicht nur in dem hier bekannten Orangeton gab, sondern auch in einem kräftigen Gelb. Zum Abend fuhren wir wieder zur Waterfront.
An unserem letzten Morgen in Südafrika versuchten wir zum zweiten Mal, auf den Tafelberg zu kommen. Aber an der Rezeption sagte man uns gleich, dass die Seilbahn wieder nicht fuhr. Da wir aber nur bis zum frühen Nachmittag Zeit hatten, konnten wir uns keine großen Aktionen mehr vornehmen. Also fuhren wir erneut zur Waterfront, um das Two Oceans Aquarium zu besuchen, das weltweit berühmt ist. Ich hatte es mir allerdings etwas größer vorgestellt. Aber dafür haben wir "Nemo" in natura gesehen. Und das große Becken mit den Haien, die ganz dicht am Glas vorbeischwammen, war auch sehr beeindruckend. Als wir beim Mittagessen saßen, konnten wir die Seilbahn zum Tafelberg fahren sehen, nur war es da schon zu spät, denn wir mussten um drei zum Flughafen aufbrechen. Die Rückfahrt zum Flughafen und die Rückgabe der Autos klappte problemlos, ebenso die Rückgabe des geliehenen Handys, was eine sehr schöne Einrichtung ist, wie ich finde. Die Rechnung wird über die Kreditkarte abgerechnet und man kann einen Höchstbetrag festlegen. Es hat jedenfalls alles ganz prima geklappt.
Resumeé
Man sollte keineswegs so blauäugig sein, zu denken, dass man das Land nach einer so kurzen Reise kennt. Auch wenn man viel gesehen hat und eigentlich keine Probleme aufgetreten sind, ist es ein Land voller Widersprüche. Es ist wunderschön und landschaftlich sehr vielfältig. Aber wir haben sowohl mit hohen Mauern und Stacheldraht eingezäunte Wohnsiedlungen für Weiße gesehen als auch Slums rechts und links der Straßen am Rande der großen Städte. Und nicht ohne Grund sieht man nach Einbruch der Dunkelheit kaum jemanden auf der Straße. Man muss sich an die Spielregeln halten, wie fast überall auf der Welt. Nichtsdestotrotz hat uns allen die Reise sehr gut gefallen. Man hat einen guten Überblick über das Land bekommen und weiß, was man sich beim nächsten Mal vielleicht noch genauer ansehen möchte.
Die Reise mit dem Mietwagen war für uns weitaus angenehmer als eine stramm durchorganisierte Reise in einem vollklimatisierten Bus, auch wenn man sich um vieles selbst kümmern und seine englischen Sprachkenntnisse strapazieren musste. Man hatte ein gewisses Maß an Individualität und gleichzeitig den Zwang, weiterfahren zu müssen aufgrund der vorgebuchten Hotels. Ich glaube, wir hätten sonst nicht so viel gesehen.
Insgesamt gesehen ist Südafrika für uns ein faszinierendes Reiseziel, auf dessen Entwicklung man in der Zukunft gespannt sein darf.
Nun dann, auf wiedersehen am Kap!




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Eingereicht am 01. Juli 2004.
Herzlichen Dank an den Autor / die Autorin.
Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise, bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Autors / der Autorin.
Erzähl mir was von Afrika. Band 1. Dr. Ronald Henss Verlag   ISBN 3-9809336-2-8  ca. 150 Seiten   8,90 Euro.




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