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Kurzgeschichte Afrika Kurzgeschichtenwettbewerb Afrika Kurzgeschichten


...und der Falke flog

©  Anant Kumar


Als ein uneheliches Kind kam Zeru Abuka zur Welt.
In einem westafrikanischen Land.
Wo die Palmen noch wachsen.
Wo es noch viele Fische gibt.
Wo es viel Sonne und viel blauen Himmel gibt.

Das Land,
das damals die weltgrößte Goldmine war.
Am Nordrand der Sahara.
Der weltgrößten Trockenwüste.

Zeru Abuka kam in einem westafrikanischen Land zur Welt.
In der es sehr wenige Krankenhäuser gibt.
In der es nicht genug Schulen gibt.
Wo die Städte überbevölkert sind.
Die Städte,
in denen noch mehr Slums entstehen -
amöbenartig.
Sie wachsen hervor - wie die Pilze.

Die Städte,
in denen die Fabriken dicht Wand an Wand stehen,
in denen die Schornsteine qualmen -
dunkle Wolkenfahnen.

In einem Land,
wo es viele Arme gibt und
einige Reiche.

Die Reichen wollen alles haben.
Die Fabriken.
Die Grundstücke.
Die Wälder.
Die Bauernhöfe.

Die Felder werden bestellt.
Von vielen Menschen.
Von den Hungernden.
Von den Rechtlosen.

Die Reichen bauen große Häuser.
Mit viel Beton.
Mit mehreren Zimmern.
Sie schmücken ihre Zimmerwände -
Mit Löwenfell.
Mit Leopardenfell.

Zeru Abuka kam zur Welt
in so einem Land,
wo der Abstand zwischen dem Rechthabenden
und dem Rechtlosen
mal ein wenig geringer
dann wieder mal viel größer wird.
Ja, strapazierbar, belastbar - wie das Spielchen mit dem
Kaugummi.

Zeru Abuka kam zur Welt in der Wüste,
die immer größer wird.
Im Gegensatz zur Goldmine,
die leergefegt wurde.

Und das ganze Gold landete
in einem viel kleineren Erdteil.
Über etliche schlaue Handelswege.
Über viele blutige Massenmorde.

Das Gold kam ans Endziel
in einem Kontinent,
der es als seine Aufgabe ansah,
die ganze Welt aufzuklären.
Und damit auch die ganzen Weltvölker.
Die waren nicht mündig.
Die hatten keine Kulturen.
Die hatten keine Schulen.
Ihre Religionen waren heidnisch.
Sie mussten erst erzogen werden.
Die Länder.
Die Völker.

In einem Land,
wo heute die Autos und Laster fahren -
kreuz und quer
anschreiend
lachend
hupend
wie in einem Hupwettbewerb.

Auf der Straße fließt alles:
Menschen
Schweine
Kühe
Auto-Rikschas
Fahrräder, die Menschen transportieren.
Zwei-drei.
Kreuz und quer.

Fahrräder, die in Indien hergestellt werden.
Bei HERO CYCLES.
In der weltgrößten Fahrradfabrik.
Im PUNJAB,
im Land der fünf Flüsse -
JHELEM
CHENAB
RAVEE
BE'AS
und
SUTLEJ -
wo die Inder Turban tragen.
Wo es auch Armut gibt.

Der kleine Zeru hatte keinen Vater.
Oder er hatte einen,
den er nicht kannte.
Einer, der verschollen war.
Verstorben.
In einem Krieg.
In einem Bürgerkrieg.
In einem tagtäglichen Straßenunfall.

Oder abgehauen? - wie eine
feige Ratte?

Mit vierzehn sagte Zeru zu sich:
Es interessiert mich nicht.
Nichts interessiert mich.
Weder die Politik.
Noch der Vater.
Ich bin Zeru Abuka.
Und ich kann euch Geschichten erzählen,
die keiner erzählen kann:

>>Es ist lange, lange her!
Ein Mann heiratete eine Frau.
Eine Frau heiratete einen Mann.
Und sie liebten sich.

Und die Liebe zeugte ein Kind.
Ein hübsches Kind.
Markantes Gesicht.
Schöne Ohren.
Rehaugen.
Feine Hände.

Dann sah die Mutter
ein sternförmiges Muttermal,
das auffallend groß war.
Ein Muttermal auf der linken Brust.
Sie schrie auf:
"Er hat ein WNARRA-NDAEMA!
Ein Zeichen des Unglücks!
Vielleicht bringt er uns Unglück.
Das Unglück!
Wenn er das Unglück bringt,
bringen wir es schon jetzt zu DSIVOA.
Zum DSIVOA, zum Fluss,
der gigantisch strömt -
dröhnend rasend."

Und sie nahmen das Kind mit.
Nahmen es mit -
Zum NGANGA.

NGANGA, der Priester.
NGANGA, der Zauberer.
Priester und Zauberer.
Das Gute und das Böse
In einem!
Der Priester weihte die Tempel ein.
Segnete die Ehen,
Kinder,
Krieger...
Der Zauberer beschwor die Geister.
Bannte den bösen Teufel.
Und vertrieb ihn.

NGANGA, der Priester,
NGANGA, der Zauberer,
fragte HAKATA,
den Hellseher,
den Geist,
einmal
zweimal
dreimal
und dann rechnete er alles zusammen,
und er war erstaunt.

NGANGA war erstaunt über die Zukunft.
Die Zukunft des Jungen.
Staunend sprach NGANGA:
"Der Junge bringt euch Glück!
Er bringt euch Ehre.
Wohlstand und Liebe.
Er wird MAMBO!
MAMBO, ein mächtiger König.
Aber..."
NGANGA hielt inne.
Und versuchte wegzuschauen.

"Was denn noch?"
fragte der Mann.
"Was denn noch?"
fragte die Mutter.
"NGANGA, sag weiter
Warum aber?"
wurde die Mutter ungeduldig,
nervös.

NGANGA wiederholte
und fuhr fort:
"Der Junge bringt euch Glück!
Er bringt euch Ehre.
Wohlstand und Liebe.
Er wird ein mächtiger MAMBO.
Aber.
Er wird nach dreißig Jahren getötet.
Getötet von einem Schlangenbiss.
Unerwartet.
Von einer gutmütigen Schlange,
die keinem wehtun möchte."

"Oh weh!
Nein! Nein!
Es ist so traurig!
Es ist so schrecklich!"
schluchzte die Frau
Der Vater saß daneben - fassungslos.

NGANGA sprach die letzten Zeilen:
"Geht ihr jetzt nach Hause!
Es wird alles gut gehen!"

Und sie kehrten zurück.
Ein wenig getröstet.
Ein wenig fürsorglich.

Der Junge wuchs.
Der Wohlstand wuchs.
Der Junge schoss Bogen - gezielt.
Er jagte furchtlos.
Im Dschungel -
in gefährlichen Wäldern.
Er kletterte auf die Palmen -
flink wie eine Ratte.

Er webte schöne Teppiche.
Er wurde immer
größer
geschickter
hübscher.
Die Mutter erfreute sich.
Der Vater stolzierte.
Mutter, Vater, und der hübsche Junge -
eine Idylle,
eine kleine Familienidylle!

Bis der Junge eines Morgens sagte.
Sagte zu seinen Eltern:
"Lieber Vater, liebe Mutter!
Jetzt bin ich groß.
Jetzt bin ich gewachsen.
Und ich möchte gehen.
Und ich möchte mich heute empfehlen."

Das erstaunte die Eltern.
"Warum Junge? Lieben wir dich nicht genug?
Warum verlässt du uns?
Kümmern wir uns nicht um dich?
Nicht genug?"
Die Eltern waren verzweifelt.
Der Junge fuhr fort:
"Lieber Vater, liebe Mutter!
Ich habe Glück,
dass ich Eltern wie euch habe.
Nichts fehlt mir.
Aber jetzt bin ich groß.
Jetzt bin ich erwachsen.
Und möchte mich empfehlen.
Ich gehe -
meinen Weg suchen und
mir eine Frau suchen."

Die Mutter umarmte den Jungen.
Der Vater weinte.

Dann verließ sie der Junge.
Der Mann wanderte aus.
Meilenlang - wochenlang.
Es war ein weiter Weg.

Es war ein weiter Weg:
Neue Dörfer.
Reizvolle Landschaften.
Verwirrende Mundarten.
Unterschiedliche Menschen.
Unterschiedliche Verhaltensweisen.

Der Junge kam an.
Bei einem Weber.
Er arbeitete bei einem Weber.
Und er wob ausgezeichnet.
Lernte vom Meister.
Neue Techniken.
Mischte sie mit der eigenen,
die er gelernt hatte.
Bei der Mutter.
Mit der Mutter.
Fleißig.
Strebsam.
Gehorsam.
Und er übertraf den Meister.

Der Meister hatte ihn lieb gewonnen,
und er wollte behalten -
seinen besten Lehrling.

Aber der Junge nicht.
Der junge Mann wollte weiterziehen.
Wandern.
Seinen Weg suchen.

"Geh nicht weg!
Du bist so gut.
Du bist so geschickt.
Dich kann ich immer gut gebrauchen!
Bitte!"

"Hoher Meister!
Bei euch habe ich viel gelernt.
Bei euch habe ich viel erfahren.
Wissen.
Geschicklichkeit.
Kunstfertigkeit.
Demut.
Liebe.
Ihr wart mein Lehrer.
Ihr wart meine Eltern.
Aber ich muss weg.
Ich gehe meinen Weg.
Ich muss meinen Weg gehen."

Der Junge neigte sich.
Neigte sich vor Demut.
Der Meister streichelte.
Streichelte die Stirn.
Den Kopf.
Die langen Haare.
Des Schülers.
Der zog fort.
Der Junge zog fort.
Und der alte Weber schaute.
Schaute lange hinterher.
Mit nassen Augen.
Der Meister weinte.

Und der Schüler ging weiter.
Weiter. Immer weiter.

Es war ein weiter Weg.
Er begegnete den Jägern.
Schloss sich an.
Jagte mit.
Spürte das Wild auf.
Spannte den Bogen.
Und schoss.
Der Schuss, der nie verfehlte.
Die Jäger waren begeistert.
Beeindruckt von dem Jungen.
Den wollten sie als ihren Anführer haben.
Aber der Junge nicht.
Er wollte weiter wandern.
Seinen Weg suchen.

Eines Tages kam er an -
in einem verwüsteten Land,
in einem ausgetrockneten Land.

Da gab es lange keinen Regen mehr.
Alles war verdorrt.
Die Rinder starben.
Die Löwen starben.
Die Leoparden-Skelette.
Verdurstet - verhungert.

Kein Mensch war dort.
Alle verließen das Land:
Menschen
Tiere
Pflanzen
Es herrschte eine Stille.
Eine Totenstille.
Eine Hitze.
Eine Totenhitze -
Wie in einer glühenden Wüste.

Aber es war keine Wüste,
weil das Land eigentlich eine grüne Savanne war,
in der es sehr viele Pflanzen,
sehr viele Wälder,
sehr viele Tiere gab.

Und auf einmal kam diese Dürre,
die sich erstreckte -
monatelang
jahrelang.
Und es fing an, alles auszutrocknen:
Flüsse,
Seen,
Teiche.

Der grüne Boden
war ausgedorrt.
Kein Gras.
Keine Pfützen.
Sondern die Risse.
Die Risse wurden immer mehr.
Immer mehr auf dem Erdboden.

Das Land war verwüstet
kahl
und wirkte schrecklich:
Ausgetrocknete riesige Bäume.
Büffelkadaver
Menschenskelette.

Die Kehle war schnell trocken.
Und sie wurde stets trockener.
Und es gab kein Löschmittel.
Das Wasser,
das immer seltener wurde.

Also, das Land war zwar verwüstet,
aber doch keine Wüste.
Keine richtige Wüste:
Weder Fata morgana
noch Oase.

Die Natur hatte sie noch nicht verkraftet -
diese Umstellung.
Daher fehlten hier -
die traumhaften Wüstenreize,
die eine Wüste bietet:
die vielen Kakteensorten,
die kugelrunden Igelkakteen,
die enorme Wassermenge speichern.
Oder die riesigen Saguaro-Kakteen,
die im Frühling ihre Häupter
schmücken.
Mit leuchtend roten Blüten.

Wo waren hier die Pflanzen?
Die Pflanzen, die vom Nebel ihren Wasserbedarf decken.
Oder jene Pflanzen,
die bei einem Gelegenheitsregen für Jahre ihren Tank auffüllen.
Ihre Wasserreserve.
Es fehlten hier auch die Akazien.
Die Dattelpalmen.
Die Vielzahl der dornbewährten Pflanzen.

Es gab da keine Dornbuschsavanne.
Es gab hier keine Wüstenschlangen,
deren schimmernde Häute
deren hübsche, bunte Muster
alle verführen
und deren Bisse jeden töten.
Es gab hier keine Kamele.
Keine Antilopen.
Keine Pferde.
Keine Giraffen.

Es war keine Wüste.
Wirklich.
Was dann?
Was denn nun?
Ein Dschungel?
Eine flache Weide?
Ein großes Reich?

Ja, das war das große Reich,
das 3 Flüsse,
101 Dörfer
und viele Seen
besaß.

Viele Wälder.
Viel Ackerland.
Aber alles verschrumpfte jetzt,
weil es lange nicht geregnet hatte.
Es herrschte
Hunger
Durst
Tod
Stille
Hitze...

Der junge Mann schwitzte aus.
Erst hatte er Hunger.
Dann nicht mehr.
Dann spürte er nur Durst.
Durstig und
vereinsamt.

Er suchte einen Menschen.
Und er fand einen Menschen:

Unter einem vertrockneten Baum
saß ein Mädchen -
traurig, nachdenklich.
Das hübsche Mädchen traurig.
Die Dürre hatte auch auf sie gewirkt.
Auf ihre üppigen Brüste.
Sie waren jetzt abgemagert.
Abgemagert - verkleinert.
Die Dürre wirkte auf sie.
Auf ihr Gesäß,
das seine Rundungen verloren hatte.

Noch hatte sie ein wenig Glanz in den Augen.
Ein wenig Glanz auf ihren Wangen.
Sie war die Königstochter.
Die Tochter des MAMBOs.

Das Mädchen sah einen Jungen.
Die Frau sah einen Mann.
Den einzigen Mann.
Und war erstaunt.
Über den Menschen.
Über den zweiten Menschen in der Hitze.
Der lächelte.
Der sie anlächelte.

Das Mädchen kam näher.
MAMBOs Tochter näherte sich.
Näherte sich dem Jungen.
Sie sprach.
Sprach zu dem Jungen:
"Ich bin MAMBOs Tochter.
Ich hüte die Rinder.
Ich hüte die Löwen.
Aber alles vergeblich.
Es nützt nichts.
Alles stirbt.
Wegen der Dürre - wegen des Regens.
Wir haben lange keinen Regen mehr gehabt.
Einige Jahre.
Zuerst halfen uns
unsere Flüsse,
unsere Seen.
Aber sie sind auch nicht mehr da."

Das Mädchen sagte weiter:
Das Mädchen fragte traurig:

"Ich bin weg.
Weg vom Palast.
Weg vom Zuhause.
Ich suche einen Regenmacher,
der uns Regen bringen kann.
Uns retten kann.
Uns wieder beleben kann.
Den heirate ich...
Kannst du uns Regen bringen?
Dann heirate ich dich!
Ehrlich!
Ja, außerdem bist du auch hübsch.
Kannst du uns Regen bringen?
Bitte.
Dann heirate ich dich."

Dem Jungen gefiel
die junge Frau.
Ihre abgemagerten Brüste.
Ihr nicht rundes Gesäß.
Ihre Augen.
Vor allem ihre Art!
Und er sagte ihr.
Er sagte zu ihr zurück:
"Gut, ich kann euch Regen bringen!"

Der Junge machte sich auf den Weg.
Er ging einfach.
In eine Richtung.
Unentschlossen.
Spontan.
Dann blieb er plötzlich stehen.

Beim zweiten ausgedörrten Baum
machte er Halt.
Und er grübelte.
Dachte nach.

Dann ging er zu einer Höhle.
Davor saß eine Schlange.
Die bissigste Schlange,
die lange niemanden gebissen hatte.
Die Giftdrüsen waren aufgedunsen.
Und es kribbelte.
Es kribbelte ihr am Gaumen.

Die Schlange sah den Jungen.
Und wollte ihn sofort beißen.
Der Junge sah die Schlange an, und
lächelte sie an,
und er sagte zu sich:
"Ich bin am Ziel!"

Die Schlange sah den Jungen an,
und sie wollte ihn sofort beißen.
Ihre Giftdrüsen entleeren.
Dann sah sie das Muttermal,
das sternförmige Muttermal,
das auffallend groß war.
Und die Schlange erschrak,
und sie zog sich zurück.

Aber der Junge ging auf sie zu.
Auf die bissigste Schlange.
Und der Junge forderte sie auf.
Erzwingend:
"Du musst auf mich klettern.
Beißen oder Nichtbeißen.
Das geht mich nichts an.
Du musst klettern!
Klettern - bis zum Kopf!"

Und die bissigste Schlange
musste klettern -
zitternd.
Auf den Fuß.
Aufs Knie.
Auf die Brust.
Auf den Kopf.
Und als die Schlange auf dem Kopf war,
brach ein Gewitter los.

Es regnete donnernd.
Es regnete plätschernd.
Der Kosmos war bewegt.
Bewegt vom Jungen.
Von seinem Willen.
Es regnete donnernd.
Es regnete plätschernd.
Die Schlange fiel runter,
und sie trank Wasser.

Es schüttete.
Stundenlang.
Tagelang.

Der Junge kehrte zurück.
Zum Dürrenland zurück,
in dem es keine Dürre mehr gab.
Das Land war vorher furchtbar.
Jetzt war das Land fruchtbar.
Wieder fruchtbar.
Die Erdkruste war bedeckt.
Bedeckt -
von grünem Teppich.
Die Pflänzchen schossen aus dem Boden,
und sie kündigten an:
"Wir kommen jetzt wieder..."

Die Rinder grasten.
Die Löwen brüllten.
Das Reh hüpfte.
Hier ein See.
Dort eine Pfütze.
Die Luft war nass.
Feucht-nass.

Die Bäume streckten sich.
Streckten ihre Äste.
Ihre Zweige.
Und ein Specht baute eine Tür.
Seine Tür am Ast.
An einem dicken stabilen Ast.

Es war grün - dunkelgrün.
Rapsgelb und arizonarot.
Indischblau und noch viele...
Es hing von den Augen ab.
Man konnte aussuchen.
Wahrnehmen.
Erfreuen.

Den Jungen interessierte all das nicht.
Ihn interessierte all das wenig.
Er lief umher.
Nichts beglückte ihn.
Weder das Zwitschern der Schwalben.
Noch das Zirpen der Zikaden.
Weder die Farben
noch die Düfte
Der Junge rannte.
Rannte umher.
Ein wenig im Rausch.
Sehnsüchtig.
Durstig.
Rannte umher -
wie eine durstige Biene,
die sich auf der Suche befindet
nach ihrem Lieblingstrunk.
Bis er sein Mädchen sah.
Und er erschrak.
Erschrak wie die Schlange.
Erschrak vor dem Mädchen,
das kein Hirtenmädchen war.

Sie war:
Eine Frau.
Mit funkelnden Perlen beladen.
Um den Rehhals.
Um die Hüfte.
Die straffe Hüfte.
Darunter das Gesäß,
das wieder gewonnen hatte.
Gewonnen -
An Rundungen.
An Glanz.
Wie oben ihre Brüste.
Ihre üppigen Brüste
schimmerten
wackelten.
Wackelten ein wenig.
Wie ihr Gesäß.

Die Königstochter reckte sich.
Und brach den Bann.
Den Bann des Jungen.
Die Schöne blickte ihren Jungen an.
Wartend.
Verlangend.
Liebend.

Die Frau fasste ihren Mann an.
Der Mann fasste seine Frau an.
Zart.
Dann fester.
Vertrauensvoll.
Liebend.
Und sie glühten.
Glühend gingen sie.
Zum MAMBO, zum König.

Der Mambo saß.
Ein Löwe links.
Ein Löwe rechts.
Die Löwen -
Die Armlehnen des MAMBOs.
Der MAMBO saß
und schaute.
Schaute das kosmische Drama.
Es regnete stark.
Trommelte!
Schüttete!
Kugelte!
Wie der ostindische MONSUN,
dessen Riesenwolken platzen -
von der Wassermenge.
Und es schüttete.
Tag zu Tag.
Wochenlang.

Der MAMBO saß
froh und traurig.
Die Löwen -
froh und traurig.
Der Regen erfreute sie.
Ohne die Tochter.
Einzige Tochter.
Der MAMBO vermisste sein Kind.
Die Löwen vermissten ihre Gefährtin.
Ihre Spielgefährtin.
Und sie waren traurig.
Sie waren froh.
Sie waren froh,
weil es viel regnete.
Sie waren traurig,
weil die MAMBO-Tochter immer noch nicht nach Hause zurückkam.
Das Einzelkind.
Das Lieblingskind.
Des MAMBOs.
Des Volkes.

Und es wehte eine Brise.
Ein Ostwind -
Wie der indische MALAY BAYAR.
Duftend, erfrischend.
Die Brise brachte Düfte.
Düfte der Tochter.
Düfte der Spielgefährtin.
Die Löwen rochen es.
Der MAMBO roch es
und lächelte.
Die Löwen rochen es,
und sie gurrten:
Gurr - Gurr!
Gurr - Gurr!
Und wedelten ihre Schwänze.
Erfreut.
Aufgeregt.
Sie waren aufgeregt:
MAMBOs Tochter war in der Nähe.

Dam dam.
Dam dam.
Dam dam dum.
Dam dam dum.
Die Hoftrommler trommelten.
Die SHAHNAIs ertönten.
Die Hörner auch.
Die Trompeten.

MAMBOs Kind kam zurück.
Zurück nach Hause.
Mit einem Fremden.
Mit einem Gast.
Mit einem Begleiter.
Sie hießen sie willkommen.
Und die beiden traten ein.
Hand in Hand.
Zusammen.
Die Tochter bückte sich
und küsste Vaters Füße.
Sie flüsterte in Vaters Ohr.
Flüsterte:
Lächelnd - errötend.

Liebkoste die Löwen.
Liebkoste ihre Spielgefährten.
Zwei Hände
in zwei Gebissen.
Sie wurden geleckt.
Die Löwen gurrten:
Gurr - Gurr
Gurr - Gurr
und wedelten ihre Schwänze.
Erfreut
Zufrieden
Liebkosend.
Der MAMBO begrüßte den jungen Mann.
Er dankte dem Mann,
der Regen brachte.
MAMBOs Tochter flüsterte.
Flüsterte weiter in Vaters Ohr.
Lächelnd - errötend.

Darauf schwieg der MAMBO.
Eine Weile.
Dann sprach er zu dem jungen Mann.
Zum Regenmacher:
"Gerne würde ich dir meine Tochter geben.
Mein einziges Kind.
Mein Stern.
Aber du musst hier bleiben.
Wie mein Sohn.
So habe ich zwei Kinder."

Erfreut bückte sich der Mann
und küsste MAMBOs Füße.
Der MAMBO streichelte seinen Kopf.

Sie wurden vermählt.
Der Königsstern und
der Regenmacher mit dem Stern.
Glücklich.
Sehr glücklich.
Der Hof-NGANGA segnete sie.
Segnete die besondere Ehe.
Und sie waren glücklich.
Jeden Tag ein frisches Paar.
Die Liebe blühte - glühte.
Ihre Körper blühten.
Wie ihre Seelen.

Der MAMBO wurde älter.
Tag zu Tag.
Und eines Tages starb der MAMBO.
Alt und krank.
Hinterlassen:
Ein großes Reich.
Viele Tiere.
Viele Menschen.
Viele Sorgen.
Alle weinten.
Trauerten.
Um den MAMBO.
Den gutmütigen MAMBO,
der in seinem Reich waltete,
der seinem Volk diente.

Nachts verkleidete er sich -
mal in BANIA, in einen Händler
mal in PARAYA, in einen Fremden
mal in BHIKSHUK, in einen Bettelmönch.
Und er mischte sich -
unters Volk
unter die Menschen.
Und lauschte ihnen.
Geduldig.

Der verschleierte MAMBO erkundigte sich nach dem König-MAMBO.
Nach dem Wohlergehen.
Dem Wohlergehen des Volkes.
Er fragte nach dem Gebaren der Beamten.
Der Richter.
Über das Gute und das Böse.
Danach ließ er bauen:
Ein großes Heim für die Bettler.
Es wurden mehr Brunnen geschaufelt.
Bestechungen wurden bekämpft.
Die bösen Beamten entlassen.

So ein guter MAMBO war gestorben.
Der MAMBO,
der mit 61-Jahren entschloss zu verzichten -
auf die Jagd.
Er gestaltete sein Leben um.
Er verzichtete auf seine Gelüste.
Oder hatte er keine?
Jedenfalls,
er ging nicht auf die Jagd.
Er feierte nicht mit.
Das üppige Feiern mit WAJIRs,
mit Hofministern.
Er antwortete,
wenn er danach gefragt wurde:
"Jede Lebensphase
und damit
jedes Lebensalter
hat seine Bedürfnisse,
hat seine Pflichten..."
Er las viel
meditierte
hörte viel zu.
Der alte MAMBO wurde noch sanfter.
Ein weites Herz.
Die Strafen wurden gemildert.
Die Gefangenen wurden entlassen.

So ein MAMBO war jetzt gestorben.
Der Volksdiener war gestorben.
Die Menschen trauerten.
Das Reich trauerte:
3 Flüsse.
Viele Seen.
101 Dörfer.

Der Regenmacher bestieg den Thron.
Den Thron mit den Armlehnen.
Ein Löwe links.
Ein Löwe rechts.
Die Zeremonie war klein.
Nicht pompös.
Weil jeder noch trauerte.
Um den Tod des alten MAMBOs.
Das Volk,
und der neue
Mambo.

Der Junge wurde der neue MAMBO.
Der Junge mit WNARRRA-NDAEMA!

Der neue MAMBO erweiterte das Reich.
Erhöhte den Wohlstand.
Pflanzte Bäume.
Baute Seen.
Die Leoparden waren zufrieden.
Und die Menschen weiter froh.
Nur der MAMBO nicht.
Die MAMBO-Königin auch nicht.
Hin und wieder wurden sie traurig.
Es fehlte etwas.

Sie wünschten sich ein Kind.
Sie wünschten sich Kindeslachen.
Und hatten keins.
Der Schoß war unfruchtbar.
Der Mutterschoß.
Wessen Schuld?
Wessen Schwäche?
Waren MAMBOs Samen fehlerhaft?
Schwach?
Oder war der Mutterleib unfruchtbar?

Keiner gab dem Anderen Schuld.
Sie liebten sich.
Sie beteten.
Beteten:
Schwarzäugige Kühe
Ginko-Bäume
Den SURYA, den Sonnengott.
Sie beteten.
Fasteten.
Spendeten.
Es war Vollmond.
Ein Schamane kam vorbei.

MAMBOs Frau brachte Opfergaben.
Und legte sie zu Füßen.
Zu den Füßen des Schamanen.
Der Schamane streichelte.
Streichelte ihren Kopf
und gab ihr eine Birne.

Die Birne war eigenartig.
Sehr.
Linke Hälfte rapsgelb.
Rechte Hälfte dunkelschwarz.
Die erste Hälfte zuckersüß.
Der Rest bittersauer.
War die Birne ein Beispiel?
Ein Beispiel des Lebens?
Der Schamane sagte.
Sagte zu der Frau MAMBOs:
"Königin, iss die Birne auf einmal!
Die Ganze!
Auch wenn sie dir nicht schmeckt.
Alles, was unserem Gaumen Freude bereitet,
ist nicht immer gut.
Ja Königin,
das Bittere ist wichtig.
Das Sauere ist notwendig."

Die Königin aß die Birne.
Auf einmal.
Und dachte an jene Worte.
An die Worte des Schamanen.

Am zweiten Vollmond
war die Königin schwanger.
Glücklich schwanger.
Ihre Füße waren schwer.
Der MAMBO sprang vor Freude.
Hüpfte vor Freude -
wie ein Kind.
Das Volk jubelte vor Freude.
MAMBOs Frau war schwanger.
Glücklich.

Im Palast wurde mehr gesungen.
Mehr gespendet.
Mehr getrommelt.
Die Hörner erschallten.
Die Trompeten ertönten.
Die SHAHNAIs auch.

Der Palast wurde bemalt.
Neu
Prunkvoll
Der Boden mit bunten Mustern
Symmetrisch - asymmetrisch.
Eckig - rechteckig.
Bunte Pünktchen.
Verwoben - verflochten.
wie die indischen MANDALAs.
Zum Meditieren.
Zum Erfreuen.

Die Wände wurden bemalt.
Mit Szenen.
Mit lustigen Szenen.
Da fiel ein dicker Kaufmann von seinem Esel runter.
Da brach der dürre Esel zusammen.
Des Händlers Hände fassten seinen wackelnden Riesenbauch.
Das Geldbeutelchen war auf,
und die Kupfermünzen fielen raus.
Die Krähen pickten sie und flogen weg.

Es waren auch andere Szenen.
Lehrreiche Szenen:
Ein MAHAGURU,
ein großer Meister,
brachte seinem SHISYA bei.
Das Bogenschießen.
Konzentrieren
Zielen
Schießen.
Aufrechte Haltung.
Unbeugsame Konzentration.
Rasender Schuss -
voller Kraft.

Ja, es war viel los.
Viel los im Reich.
Freude.
Kraft.
Energie.
Der MAMBO war glücklich.
Seine Frau überglücklich.
Sie liebten sich noch mehr.

Es war das dreißigste Lebensjahr.
Das Dreißigste des Jungen.
Des Jungen mit dem Muttermal,
das wie ein Stern aussah
und auffallend groß war.

Und niemand erinnerte sich an den Spruch.
An den Spruch des NGANGA.
Kaum einer wusste es.
Weder der MAMBO
noch seine Gattin,
die den Jungen mit dem Muttermal geheiratet hatte.

Das war das dreißigste Lebensjahr,
in dem der Mann
seine Frau zur Mutter machte.
Und sie wollten etwas Besonderes machen.
Nur sie, zu zweit.
MAMBO und seine Gattin.
Jagen
Und dann weiter pilgern.
Zu dem größten Fels.
Zu dem schwarzen Monolithen.
Mit der Jagdbeute als Opfergabe.

Sie waren auf der Jagd.
Sie jagten einen Eber.
Der Schütze spannte seinen Bogen
Und schoss den Pfeil.
Ein gewaltiger Schuss.
Voller Lebenskraft.
Genau gezielt.
Der Pfeil raste
und bohrte durch.
Bohrte den Eber durch.
Und die Kraft schleuderte rückwärts.
Rückwärts den Schützen,
dessen Stellung nicht richtig war.
Nicht stabil genug.
Er wurde geschleudert.
Rückwärts.

Und er trat auf den Mund.
Den Mund einer Schlange.
Den Mund eines Schlangenmännchens.
Kraftvoller Tritt.
Leblose Schlange.
Die Schlange wurde getötet.

Schade!
Sie war eine glückliche Schlange.
Das Männchen.
Das ruhte aus.
Nach dem Akt.
Nach der Liebe.
Mit seinem Weibchen.
Seine Frau,
die voller Lust war,
und liebte ihre Gelüste.
Das Männchen war müde,
und ruhte aus.
Das Weibchen war weg.
Beglückt weg.
Sie suchte eine gesunde Ratte.
Eine Gesunde für ihren Gatten.
Und sie brachte eine.
Groß und gesund.

Aber O Weh! Das Männchen war tot.
Ihr Mann war tot.
Sein Mund war zertreten.
Das Weibchen heulte und heulte.
Ihr Mann war tot,
der sie zuvor beglückt hatte.
Das Weibchen heulte und
sah den Fußtritt.
Den Fußtritt eines Menschen.
Des MAMBOs.

Sie folgte den Fußstapfen.
Den Fußstapfen des Königs.
Und als der MAMBO den Eber aufheben wollte,
sprang die Schlange.
Sie sprang voller Gewalt.
Voller Wut.
Und sie biss ihn in den Hals.
MAMBO fiel.
Fiel auf die Erde.
Wie ein Baum.
Er war sofort tot.
Der Biss war überlegt
tief
und treffend.
Wie der Schuss des besten Bogenschützens,
des EKLAVAYAs,
der niemals verfehlte.

Die Schlange wollte davon.
Aber MAMBOs Frau griff ihren Schwanz
und sie ließ ihn nicht los.
Wütend und
heulend
sagte sie.
Sagte sie zu der Schlange:
"Beiß mich!"
Das ängstigte das Schlangenweibchen.
Die Königin noch wütender:
"Beiß mich!
Du gewissenslose Schlange.
Beiß mich und töte mich.
Töte mich!
Mich auch.
Wozu mein Leben jetzt?
Nein, du musst mich jetzt beißen.
Töten!"

Die Schlange verstand den Schmerz.
Den Schmerz der Königin.
Der Gattin.
Der Liebhaberin.
Sie war jetzt geängstigt.
Sie fühlte sich schuldig.

Die Schlage sprach:
"O Königin!
Ich kann deinen Schmerz verstehen.
Meiner war genauso.
Als dein MAMBO meinen Mann trat.
Mir ging es genauso.
Als dein Mann meinen Mann zertrat.
Ihn tötete.
Mir wurde es genauso.
Ich heulte und heulte.
Und als Rache habe ich den MAMBO gebissen.
Aus Rache.
In Wut.
In Schmerz."

"Was?
Du gewissenslose Schlange!
Das war ein reines Versehen.
Mein Mann wurde geschleudert.
Rückwärts.
Unerwartet.
Ungewollt.
Und trat aus Versehen den Kopf.
Den Kopf deines Mannes.
Nahm er sogar nicht wahr.
Aber du Schlange!
Du rachsüchtige böse Schlange.
Du hast meinen Mann getötet.
Voller Absicht.
Voller Wut.
Voller Rache.
Du musst mich jetzt beißen.
Mich auch!
Ich bin jetzt schwanger.
Eine Frucht wächst in mir.
Ich möchte nicht leben.
Beiß! Beiß!"

Die Schlange war geängstigt.
Wut ist schlecht.
Rache ist schlecht.
Die Schlange war geängstigt.
Sie fühlte sich schuldig.
Der Schlange ging es nicht gut.
Sie fühlte sich schlecht.
MAMBOs Frau hatte Recht.
Wut ist schlecht.
Rache ist schlecht.
Die Schlange fühlte sich schlecht.

Sie sprach:
"O Königin! Du hast Recht.
Das war eine niederträchtige Tat.
Wutgesteuert.
Rachelüsternd.
Eine schlimme Tat.
Ich werde büßen.
Aber du musst leben.
Für dich.
Und für dein Kind.
Den jungen MAMBO.
Der wird sehr lange leben.
Sehr glücklich.
Sehr mächtig.
Ein Glück.
Für sich selbst.
Für das Volk."
Die Schlange sprach den letzten Satz.
Blitzschnell kam ein Falke.
Und griff die Schlange mit seiner Kralle.
Und der flog weg.

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Zeru Abuka wuchs mit vielen Geschichten auf.
In einer überbevölkerten Großstadt,
in einem westafrikanischen Land.

Zeru Abuka kam in einer westafrikanischen Stadt zur Welt.
In der seine Mutter eine Lehrerin war.
Eine Grundschullehrerin,
die mit politischen Parolen wenig anfangen konnte.
Die Zeitungsberichte komisch fand.
Die drei uneheliche Kinder hatte.
Aber keinen Mann.

Kinder,
deren Väter oder Vater sie nie beschimpfte.
Stattdessen sagte sie jedem:
"Ich bin deine Mutter, und ich bin dein Vater.
Und ich kann dir Geschichten erzählen,
die keiner kann."

Sie liebkoste die Kinder.
Und sie erzählte ihnen Geschichten.
Geschichten aus der ganzen Welt:
Gefährliche
Schöne
Und lustige Geschichten...




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Eingereicht am 26. Juni 2004.
Herzlichen Dank an den Autor / die Autorin.
Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise, bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Autors / der Autorin.
Erzähl mir was von Afrika. Band 1. Dr. Ronald Henss Verlag   ISBN 3-9809336-2-8  ca. 150 Seiten   8,90 Euro.




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